"FuE-Cell" von Mercedes Benz für die Berliner Wirtschaftsverwaltung

Wasserstoffautos

Wasserstoff-Zufuhr am Mercedes F-Cell

Batterie- wie Brennstoffzellen-betriebene Elektrofahrzeuge finden weiter ihren Weg in das Flottenmanagement von Betrieben und Verwaltungen. So geht die Berliner Wirtschaftsverwaltung mit gutem Vorbild voran. Berlin setzt mit den Versuchen zur Brennstoffzelle offensichtlich auf Diversifizierung von Antriebstechnologien und Nutzerprofilen, obwohl der Wirkungsgrad sowie die einfachere Versorgung bei rein batteriebetriebenen Fahrzeugen deutlich besser liegt. Die Brennstoffzellentechnologie wird hierbei durch die beiden Ministerien BMVBS und BMWi mit 700 Mio. Euro im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms (NIP) unterstützt. Bereits 250 E-Fahrzeuge befinden sich in Berlin im Piloteinsatz, weitere sollen folgen.

Eines von insgesamt 90 Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL Brennstoffzellenfahrzeuge und ein Mercedes-Benz A-Klasse E-CELL werden ab sofort für die Wirtschaftsverwaltung in Berlin ihren Dienst tun. Wirtschaftssenator Harald Wolf und Wirtschafts-Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt sind von Juli bis Oktober 2011 dienstlich mit den alternativ betriebenen Fahrzeugen unterwegs. In Berlin Mitte, an der TOTAL Wasserstoff-Tankstelle, präsentierte Harald Wolf heute offiziell seine neue Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL (Brennstoffzelle) und Almuth Hartwig-Tiedt ihre Mercedes-Benz A-Klasse E-CELL (batterieelektrisch).

Beide Fahrzeuge werden elektrisch angetrieben. Die Batterien der A-Klasse müssen an einem Stromanschluss aufgeladen werden, während die B-Klasse Wasserstoff tankt und diesen an Bord mit Hilfe von Brennstoffzellen in Strom verwandelt. Beide Fahrzeuge stehen für Elektromobilitätskonzepte, die derzeit in Berlin getestet werden.

Harald Wolf, Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen: "Wir machen ernst mit alternativen Formen der Mobilität und unterziehen unsere neuen Dienstwagen dem Praxistest. Elektromobilität ist eine große Chance für die Hauptstadt und verbindet eine erfolgreiche Wirtschafts- mit einer nachhaltigen Umweltpolitik. So werden wir mit den neuen Dienstwagen deutlich weniger CO2-Emissionen und Lärm verursachen. E-Mobilität trägt darüber hinaus zur besseren Nutzbarkeit regenerativ erzeugter Energie bei. Wir setzen mit den neuen Dienstwagen gemeinsam mit eMO, der Berliner Agentur für Elektromobilität das Signal: Berlin will als Versuchslabor, Schaufenster und Werkbank der Elektromobilität beste Perspektiven für wirtschaftliche Wertschöpfung in der Region bieten. Neben unseren neuen Dienstwagen sind in Berlin bereits rund 250 E-Fahrzeuge im Piloteinsatz. Wir wollen mit unseren Erfahrungen einen Beitrag dazu leisten, den Fuhrpark des Landes Berlin zunehmend umweltschonender zu betreiben."

Dr. Mike Reichert, Leiter Government Relations Berlin and European Affairs Daimler AG: "Die Elektromobilität liefert wichtige Beiträge zu einer klimagerechten und nachhaltigen Mobilität. Während sich die Batterie vor allem für den Stadtverkehr eignet, bietet die Brennstoffzelle aufgrund der hohen Reichweiten und kurzen Tankzeiten auch klare Vorteile für längere Distanzen. Dass nun beide Varianten in der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen im Einsatz sind, freut uns. Wir sind gespannt auf die Erfahrungen."

Burkhard Reuss, Direktor Kommunikation und Public Affairs, TOTAL Deutschland GmbH: "TOTAL ist seit fast zehn Jahren in Berlin in der Erprobung von Wasserstofffahrzeugen involviert, vor allem im Rahmen der Clean Energy Partnership (CEP), die mit ihren internationalen Partnern Berlin zu einer der weltweit führenden Wasserstoffmetropolen macht. Als nächsten Schritt werden wir für die Berliner H2-Flotte unseren Anteil an Wasserstoff aus regenerativen Quellen noch weiter erhöhen, insbesondere durch eine Kooperation mit dem brandenburgischen Energieunternehmen Enertrag: In einem gemeinsamen Projekt produzieren wir mit Windenergie Wasserstoff per Elektrolyse aus Wasser. Ein wirklicher Durchbruch auf dem Weg zu umweltfreundlicher Mobilität."

TOTAL betreibt derzeit in Berlin zwei Wasserstofftankstellen, am Ostbahnhof und in Spandau. Im nächsten Jahr werden zwei weitere in Rahmen der CEP hinzukommen, in der Heidestraße direkt am Regierungsviertel und am neuen Flughafen Berlin Brandenburg "Willy Brandt" (BER). TOTAL beteiligt sich auch an der Erprobung von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen. So verfügt die Tankstelle an der Holzmarktstraße auch über eine Ladestation für Elektroautos.

Die B-Klasse für die Wirtschaftsverwaltung ist eines von neunzig Brennstoffzellenfahrzeugen, die Daimler derzeit in einer ersten Kleinserie ausliefert. Der baden-württembergische Autobauer, TOTAL und dreizehn weitere Industrieunternehmen haben sich als Ziel gesetzt, im Rahmen der Clean Energy Partnership gemeinsam Wasserstoff als Kraftstoff in Deutschland zu etablieren. Mit der Unterstützung durch die öffentliche Hand demonstrieren die Partner der CEP den alltagstauglichen Betrieb seriennaher, leistungsfähiger Wasserstofffahrzeuge. Zudem wird der Nachweis der Systemfähigkeit von begleitenden Technologien erbracht, wie beispielsweise die elektrolytische Erzeugung und Speicherung von gasförmigem Wasserstoff an der Tankstelle und die zentrale CO2-freie Gewinnung von Wasserstoff und dessen Anlieferung und Vor-Ort-Speicherung.

Im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) unterstützen das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) die Marktvorbereitung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit 700 Millionen Euro bis 2016. Koordiniert wird das Programm von der NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, die auch verantwortlich ist für die Umsetzung des Programms Modellregionen Elektromobilität des BMVBS. Als Berliner Ansprechpartner fungiert die bei der Firma Spilett New Technologies GmbH angesiedelte "Koordinierungsstelle Wasserstoff Berlin".

(mw/wattgehtab.com)


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