Britische Forscher bauen Serienauto in Wasserstofffahrzeug um

Wasserstoffautos

Uni_Sunderland_HyPower-Umbau Wissenschaftler der britischen University of Sunderland haben in Zusammenarbeit mit Industriepartnern einen serienmäßigen Nissan Almera zum Wasserstoff-Auto "HyPower" umgebaut.

"Das Projekt zeigt, dass jedes Serienfahrzeug für den Wasserstoffbetrieb umgebaut werden kann", betont Teamleiter Dirk Kok vom Institute of Automotive and Manufacturing Advanced Practice der University of Sunderland.

Die genutzten Prinzipien seien ähnlich wie bei einem Flüssiggas-Umbau und auch die Kosten sollten vergleichbar ausfallen. "Die Leute sind umweltfreundlich, solange sie es sich leisten können", sieht Kok darin einen wesentlichen Vorteil. Mithilfe von HyPower wird sein Team zusätzliche Technologien testen.

Für den Umbau haben die Forscher gängige Technologien genutzt, die ursprünglich für Erdgasautos entwickelt wurden. Diese wurden von der Firma Lambda One Autogas ins Fahrzeug eingebaut. Dazu kam ein geeigneter Wasserstofftank des Centre of Process Innovation, der Kok zufolge derzeit die teuerste Komponente beim Umbau darstellt. "Man würde erwarten, dass der Preis durch höhere Produktion fällt, falls unsere Idee sich durchsetzt und die Nachfrage steigt", meint jedoch der Wissenschaftler. Mit einer Füllzeit von unter fünf Minuten und einer guten Reichweite entspräche das umweltfreundliche System insgesamt den Anforderungen der Automobilindustrie. "Mit dieser Technologie müssten Kunden keine neuen Autos kaufen", betont Kok weiters.

Wie beim demonstrierten Umbau von Autos in Hybridfahrzeuge von Fraunhofer-Forschern ist auch das Konzept aus Sunderland zum Umrüsten von Serienfahrzeugen gedacht. Auch für den Vertriebskanal der Wasserstoff-Adaption hat Kok schon Ideen. "Komplette Pakete könnten zur Installation durch Flüssiggas-Umrüster angeboten werden", erklärt der Wissenschaftler. Die Kosten sollten sich, wenn es zur Serienproduktion kommt, in einem ähnlichen Bereich bewegen wie bei einer Flüssiggas-Umrüstung. Eventuell könnten sie sogar geringer ausfallen, meint Kok. "Ich kann mir vorstellen, dass manche Länder überzeugt werden können, solche Umbauten zu fördern", erklärt der Wissenschaftler.

Bis der Wasserstoff-Umbau zum Massenprodukt wird, wird es allerdings noch etwas dauern. Der HyPower Nissan Almera wird auf der morgen, Mittwoch, beginnenden Konferenz Partners4Automotive 2008 offiziell vorgestellt und dann zunächst für Forschungszwecke genutzt. "Das Fahrzeug wird als Prüfstand zur Evaluierung neuer Wasserstoff-Technologien für Fahrzeuge dienen", meint Kok. Speziell sollen Speicher- und Fülltechniken, aber auch verschiedene Wasserstoff-basierte Treibstoffe getestet werden. HyPower soll aber nicht lange das einzige entsprechend umgebaute Serienfahrzeug bleiben. "Wir streben an, eine Fahrzeugflotte umzurüsten und eine Wasserstoff-Füllstation einzurichten, um unsere Forschung ausweiten zu können", betont Kok abschließend.

(Quelle: pte)

 


Kommentare 

 
0 #3 2008-09-18 11:58
"Die Leute sind umweltfreundlic h, solange sie es sich leisten können"
wird oben im Artikel geschrieben, daß aber die Umrüstung das kleinse Übel ist wird verschwiegen.
Was kostet der Waserstoff?
Der Preis liegt bei 55 Cent je Liter flüssigen Wasserstoff, der aber nur rund ein Viertel des Energiegehaltes von Benzin enthält. Damit ist dieser Preis tatsächlich das Doppelte von Benzin.

Wasserstoff wird zum Großteil aus Erdgas erzeugt und das mit einem Wirkungsgrad von ca.60%, warum dann nicht gleich auf Erdgas umrüsten?
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0 #2 2008-09-18 02:11
Nein, die Speicherproblem e bestehen noch. Entweder verflüssigen mit riesigen Verlusten oder richtig viel Druck (350 ... 700bar) mit ebenfalls hohen Verlusten und enttäuschender Reichweite.
Die Verwertung von H2 im Verbrennungsmot or ist dazu energetisch wenig sinnvoll - der Wirkungsgrad ist einfach mehr als bescheiden - insbesondere auch weil der Motor (vom Hybrid mal abgesehen) selten im optimalen Arbeitspunkt läuft.
Die Brennstoffzelle hat da zwar bessere Werte - gegenüber einen Li-Akku sind die Wirkungsgrade aber allesamt ziemlich bescheiden.
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0 #1 2008-09-17 20:53
Hab mich eine Weile nicht damit beschäftigt....sind die Probleme des Wasserstoff speicherns gelöst ?
Bisher musste man ja auf fast Null Grad Kelvin runterkühlen oder - da Wasserstoff angeblich das kleinste Element im Unsiversum ist - mit hohen Verlusten durch Verflüchtigung rechnen.
Entweder ist das so einer der seit Jahrzehnten üblichen "wir sind kurz vorm Durchbruch"-Artikel oder die Probleme sind schon so lange und gut gelöst, dass keiner mehr auf die Idee kommt sie zu erwähnen.
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