Brennstoffzellenauto Nissan FCV soll bis 2015 in Serie gehen
Wasserstoffautos
Samstag, den 12. Juli 2008 um 19:24 Uhr
Geschrieben von: Markus Pflegerl
Der Traum von der Brennstoffzelle geht beim japanischen Hersteller Nissan in die nächste Runde. Spätestens bis 2015 will Nissan mit einem Brennstoffzellen-Fahrzeug in die Serienproduktion gehen.
Der Autobauer will bis 2050 die Hälfte aller seiner neuen Fahrzeuge elektrisch antreiben und schickt dazu sein Brennstoffzellenauto Nissan FCV (Fuel Cell Vehicle) auf Europa-Tournee.
Die Fahrleistungen passen zu den Erwartungen an die Fahrzeugklasse eines X-Trail. Der 4,49 Meter lange und 1860 Kilogramm schwere Prototyp beschleunigt in rund 14 Sekunden von null auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 150 km/h. Als Reichweite gibt Nissan 500 Kilometer an. Dabei dürfte es sich allerdings um einen eher theoretisch ermittelten Wert handeln. Bis 2015 sollen Leistungs,- Beschleunigungs- und Reichweitendaten noch einmal verbessert werden. Von zwölf Sekunden und von rund 175 km/h ist heute die Rede.
Der Elektromotor bezieht seinen Strom aus zwei Quellen: einer Lithiumionen-Batterie für den „Kaltstart“ der Brennstoffzelle und das
Beschleunigen sowie einer Brennstoffzellen-Einheit. Nissan hat seit 1996 eine eigene Brennstoffzelle entwickelt, die bei niedrigen Temperaturen betrieben werden kann und bei kleinem Volumen große Leistung bringt. Der Wasserstoff lagert in einem großen, crashgeschützt eingebauten Tank unter den Rücksitzen. Den zu betanken, dauert - je nach Druck, den die Tankstelle aufbauen kann - mindestens fünf Minuten.
Die Frage ist allerdings, wie der Wasserstoff in die Tankstelle kommt. Dafür hat noch niemand eine Lösung parat, die geeignet wäre, große Mengen von Elektrofahrzeugen mit Wasserstoff zu versorgen. Selbst, wenn dieses Infrastrukturproblem gelöst wäre, bleibt die noch entscheidendere Frage, wie man Wasserstoff so herstellen kann, dass er zum klimaneutralen und effektiven Energieträger wird und sein Einsatz hilft, Kohlendioxid zu vermeiden und Energie einzusparen.
Wasserstoff ist keine Primärenergie, sondern stellt bloss einen universell einsetzbaren Energieträger dar. Erst wenn der Wasserstoff erzeugt ist, ist dieser Energieträger umweltfreundlich, da bei der Verbrennung nur Wasserdampf entsteht. Bislang wird aber der Energieträger der Zukunft weitgehend aus nicht erneuerbaren Rohstoffen hergestellt, hauptsächlich Erdöl.
(Quelle und Bildmaterial: ar/Nissan; contexo)
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