H2stations.org: 2010 wurden weltweit 22 neue Wasserstoff-Tankstellen eröffnet

Wasserstoff-Infrastruktur

Weltweit 22 neue Wasserstoff-Tankstellen im Jahr 2010 (Bildmaterial: TÜV Süd) Im Jahr 2010 sind weltweit 22 neue Wasserstoff-Tankstellen in Betrieb gegangen. Damit stieg die Gesamtzahl auf 212 Tankstellen. Das ist das Ergebnis der dritten Jahresauswertung von H2stations.org, einer Website von TÜV SÜD und Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST). Weltweit sind weitere 127 Tankstellen in der konkreten Planung.

Die Ankündigung internationaler Automobilkonzerne, im Jahr 2015 in die Serienfertigung von Brennstoffzellenfahrzeugen einzusteigen, hat umfangreiche Vorbereitungen für die Errichtung einer flächendeckenden Tankstelleninfrastruktur für Wasserstoff ausgelöst, heißt es in einer Pressemeldung „Die Vorbereitungen haben allerdings noch nicht zu konkreten Ankündigungen geführt und schlagen sich deshalb noch nicht in den aktuellen Tankstellenzahlen nieder", sagt Evi Pschorr-Schoberer von der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH. Zur Vorbereitung der Markteinführung seien deutlich mehr Tankstellen nötig.

In ihrem Wasserstoff- und Brennstoffzellenportal haben TÜV SÜD und LBST viele Informationen und Services für professionelle Nutzer und interessierte Laien zusammengefasst. Die Seite H2stations.org führt auf interaktiven Karten alle weltweit in Betrieb befindlichen, geplanten und stillgelegten Wasserstoff-Tankstellen auf. Die Datenbank wird ständig aktualisiert und enthält detaillierte Informationen zu derzeit 418 Tankstellen bzw. Planungen.

Weltweit 22 neue Wasserstoff-Tankstellen im Jahr 2010 (Bildmaterial: TÜV Süd) In Deutschland waren 2010 insgesamt 27 operative Wasserstoff-Tankstellen verzeichnet, weitere 13 Tankstellen sind konkret geplant. In ganz Europa – inklusive Deutschland – wurden im vergangenen Jahr elf neue Tankstellen eröffnet, in Nordamerika waren es fünf, wobei weitere neun kurz vor der Fertigstellung stehen. Gleichzeitig wurden auch einige Tankstellen geschlossen. Damit sind nach Kenntnis der LBST insgesamt je 80 Tankstellen in Europa und in Nordamerika sowie 48 in Asien in Betrieb.

Die restlichen vier Tankstellen befinden sich in Südamerika und Australien. Zusätzlich zu den 2010 angekündigten Ausbauplänen in Japan und Hawaii sind weltweit konkrete Pläne für 30 neue Wasserstoff-Tankstellen bekannt geworden. Dabei halten sich Nordamerika und Europa mit jeweils 13 Tankstellen die Waage.

Neben H2stations.org umfasst das Wasserstoff- und Brennstoffzellenportal von TÜV SÜD und LBST auch die Website www.H2mobility.org mit einer Übersicht aller Wasserstofffahrzeuge seit 1807 sowie ausführliche Fachinformationen und einen Regelwerksservice. „Die internetbasierte Datenbank wird ständig aktualisiert und steht für nicht-kommerzielle Nutzungen kostenfrei zur Verfügung", erklärt LBST-Expertin Pschorr-Schoberer. „Für kommerzielle Kunden bieten wir auch weitergehende Daten und gezielte Auswertungen an."

Die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH (LBST) ist ein Beratungsunternehmen für Energie und Umwelt. Die Experten unterstützen ihre internationalen Kunden aus Industrie, Finanzsektor, Politik und Verbänden bei Fragen zu Technologie, Strategie und Nachhaltigkeit. Zwei Jahrzehnte Erfahrung des interdisziplinären Teams bilden die Basis der Kompetenz der LBST. Seit dem Jahr 2006 hält der internationale Dienstleistungskonzern TÜV SÜD eine Minderheitsbeteiligung an der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik. Das gemeinsame Ziel ist die sichere und wirtschaftliche Anwendung alternativer Energieträger.

(mk/wattgehtab.com)


Kommentare 

 
0 #9 2011-09-30 10:22
zitiere Markus K.:
Frage: wenn wir bald Strom im Überfluss haben, warum dann nicht gleich elektrisch fahren und Batterie-Wechselstatione n an Stelle Wasserstofftank stellen errichten?


Bei der Wasserstoffmobi lität geht es im Wesentlichen um höhere Reichweiten der Fahrzeuge und eine günstigere Produktion.

Strom im Überfluss ist nur vorhanden, wenn eine Wasserstoff-Wirtschaft existiert was noch nicht der Fall ist. Die Wasserstoff-Mobilität könnte hierfür der entscheidende Treiber sein.
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0 #8 2011-09-30 08:53
Frage: wenn wir bald Strom im Überfluss haben, warum dann nicht gleich elektrisch fahren und Batterie-Wechselstatione n an Stelle Wasserstofftank stellen errichten?
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0 #7 2011-09-26 14:59
Die Gesamtmenge des in Zukunft benötigten Wasserstoffs lässt sich leicht berechnen. Für den Anbau von für die Herstellung benötigter Biomasse können riesige, bisher ungenutzte Flächen genutzt werden. Außerdem herrscht eine Lebensmittel-Überproduktion wegen EU-Übersubventioni erung, woraus weitere Flächen nutzbar werden. Somit haben wir in Deutschland ein riesiges Potential. Die für die Gewinnung von Wasserstoff aus Biomasse benötigten Verfahren sind bereits getestet und einsatzbereit.

Elektrolyse aus Wasser ist in der Tat ein unwirtschaftlic hes Verfahren - kann jedoch bei erneuerbaren Energien für Wasser-, Wind- und Fotovoltaik-Energie eingesetzt werden.

Nichtanwendung von Elektrolyse weil somit Wasser "verbraucht" wird ist unhaltbar - Es wird in der Brennstoffzelle später schließlich wieder zurückgewonnen.
Gruß

Zitat:
So schön sich das alles ja anhört, ...
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0 #6 2011-04-20 09:18
Und Meerwasser haben wir ja genug, weil ja die Polkappen der Erde schließlich schmelzen. Somit gleichen wir das dann wieder aus damit? Und bei dem Bio-H2, wäre es nicht effizienter einfach nur Biogas daraus zu machen?
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0 #5 2011-04-19 11:38
Wenn wir Strom im Überfluss haben, dann können wir damit auch Meerwasser entsalzen.
Weiterhin wird für die Erzeugung von Bio-Wasserstoff der in Biomasse gebundene Wasserstoff gelöst. Die Hydrogenial AG verwendet dazu in der ersten Pilotanlage 70 Prozent getrockneten Klärschlamm und 30 Prozent Lignin-haltige Fasern (Holzhackschnit zel, Miscanthus, Igniscum)
Diese energiereichen C4-Pflanzen können auf heute brachliegenden Flächen angebaut werden.
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0 #4 2011-04-19 11:28
Fakt bleibt aber weiterhin, dass um Wasserstoff zu bekommen, wir beispielsweise Wasser benötigen, auch wenn wir Strom im Überfluss haben sollten, nehmen wir uns selber das lebensnotwendig e Gut weg, nur um dann Energie speichern zu können. Wir in hoch entwickelten Industrieländer sind wahrscheinlich nicht so sehr davon betroffen, bezüglich des Wassermangels aber rund um den Globus wird das noch stärkere Ausmaßen bewirken als es jetzt schon ist. Und die H2-Gewinnung mittels Dampfreformung oder partielle Oxidation ist meines erachtens nicht gerade hilfreich, weil dafür Erdgas oder Propangas verwendet wird, was man dann aber lieber als Treibstoff verwenden könnte.
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+1 #3 2011-04-18 19:15
Wenn in ein paar Jahren die Kraft-Wärme-Kopplung als anerkannte Energiesparform massenhaft Einzug in die Haushalte hält, dann ist Strom auf einmal im Überfluß vorhanden. So wie bereits jetzt der Windstrom, der nicht mehr in die Netze passt. Dieser wird künftig von Greenpeace zur Erzeugung von Wasserstoff genutzt, welcher dann im Erdgasnetz gespeichert wird. In diesem Zusammenhang wird Greenpeace dann auch Mikro-BHKW anbieten. So gesehen ist die Aussicht für Wasserstoff als künftigen Treibstoff gar nicht so unrosig.
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0 #2 2011-04-18 18:39
So schön sich das alles ja anhört, nur, ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster, vermute das H2 nicht massentauglich ist und zwar nicht aus Integrations - oder Infrastrukturgr ünden, sondern eher aus Erzeugungsgründ en. Jetzt klappt das noch mit Biomasse, da diese sowieso nicht so viel Verwendeung findet, jedoch dann brauchen wir höchstwahrschei nlich zuviel Biomasse und die Produktion aus anderen H2-enthaltenden Stoffen wird auch durch gleiche oder andere Gründe nicht tauglich sein. Die Produktion aus Wasser mittels Elektrolyse würde ich persönlich nicht einmal anwenden wenn es 99% Wirkungsgrad hätte, da Wasser das wichtigste Gut ist für den Menschen weltweit.

Ist meine Meinung zum H2.
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+1 #1 2011-04-18 16:05
Insofern die Automobilindust rie mitspielt, wird die Hydrogenial AG ab 2015 wöchentlich eine neue Wasserstoff-Tankstelle eröffnen. Nach dem Muster der Autogas-Tankstellen wird es sich dabei um Automaten handeln, die auf Grundstücken in Industriegebiet en installiert werden. Der Wasserstoff-Vorrat an jeder Tankstelle beträgt 1000kg, und ist in einem Container in Druckbehältern untergebracht, die sich schnell auswechseln lassen.
Der Wasserstoff wird aus Biomasse erzeugt. Eine erste Pilotanlage wird momentan projektiert.
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