X-Prize 2010: Teams aus der Schweiz und Deutschland in der Finalrunde

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TW4XP und X-Tracer beim Shakedown (Bildmaterial: TW4XP) Der Wettbewerb „Progressive Insurance Automotive X-Prize“ geht in die letzte Runde. Von ursprünglich 111 angemeldeten Teams kämpfen jetzt die besten 12 um den Titel und das Preisgeld in Höhe von 10 Millionen US-Dollar.

Ziel dieses internationalen Wettbewerbes ist es, eine Generation von hocheffizienten Serienfahrzeugen zu inspirieren. Die Wahl des Antriebes stand den Entwicklern frei, die teilnehmenden Fahrzeuge müssen jedoch mit dem Energieinhalt einer Gallone Sprit ganze 100 Meilen zurücklegen können. Das entspricht einem Verbrauch von ca. 2,35 Litern auf 100 Kilometer. Darüber hinaus gelten strenge Anforderungen an Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge.

Die Fahrzeuge des Wettbewerbs werden in zwei Klassen aufgeteilt:

  • Anforderungen „Mainstream“-Klasse: Fahrzeuge mit mindestens 4 Rädern und mindestens 4 Sitzplätzen und Gepäckraum, Mindestreichweite von 321 km, Beschleunigung 0-96 km/h in höchstens 15 s, Heizung, Klimaanlage und Audiosystem.
  • Anforderungen „Alternative“-Klasse: Fahrzeuge mit mindestens 2 Sitzplätzen (neben- oder hintereinander), Mindestreichweite von 160 km, Beschleunigung 0-96 km/h in höchstens 18 s.

Der Sieger der „Mainstream"-Klasse erhält ein Preisgeld in Höhe von 5 Millionen Dollar. Die verbleibenden 5 Millionen werden zwischen dem besten aus der Gruppe der Fahrzeuge mit nebeneinander angeordneten Sitzplätzen und dem besten aus der Gruppe der hintereinander angeordneten Sitzen aufgeteilt.

In der Finalveranstaltung, die vom 19. Juli bis 30. Juli stattfindet, werden auf der Rennstrecke in Michigan die Bedingungen von Stadt-, Überland- und Autobahnfahrten simuliert und die Verbrauchs- und Leitungsdaten der Fahrzeuge ermittelt. Neben einem niedrigen Verbrauch, kommt es bei der Abschlussveranstaltung auch auf die Beschleunigung und Geschwindigkeit an. Bevor im September 2010 die Sieger bekannt gegeben werden, müssen die Fahrzeuge jedoch noch die Tests auf dem Prüfstand bestehen.

Unter den 15 verbliebenen Fahrzeugen befinden sich das deutsche Fahrzeug TW4XP von E-mobile Motors und zwei E-Tracer von Peraves aus der Schweiz. Beide Teams kämpfen in der Alternative-Klasse um den Sieg.

TW4XP von E-mobile Motors (Bildmaterial: TW4XP) Über TW4XP:
Der TW4XP (was für "ThreeWheeler for X Prize" steht) wurde inspiriert durch das Twike, das seit 10 Jahren in Kleinserie hergestellt wird. Die Antriebseinheit, verankert im Alu-Space-Frame des Fahrgestells, besteht aus einem Elektro-Synchron-Motor und der Steuerelektronik. Das Team TW4XP entschied sich für einen Synchron-Motor mit einer Leistung von 17 kW (max. 30 kW). Der Strom kommt aus einer Batterie mit 196 in Reihe geschalteter Lithium-Mangan-Zellen. Bei einem Fahrzeuggewicht von etwa 500 kg sind so gute Beschleunigungswerte möglich.

Der TW4XP fährt in der Gruppe der „Side by Side“-Fahrzeuge und hat dort nur noch sieben direkte Konkurrenten. Fast hätte das Team gar nicht am X-Prize teilnehmen können, da das Fahrzeug aufgrund des Vulkanausbruches Anfang des Jahres nicht rechtzeitig eingeflogen werden konnte. Zusammen mit dem K-Way MOTUS-Team aus Italien durfte das deutsche Team die erste Prüfungsrunde glücklicherweise später nachholen.

E-Tracer von Peraves (Bildmaterial: Peraves) Über X-Tracer:
Die beiden E-Tracer (auch X-Tracer genannt) basieren auf dem Kabinenmotorrad Monotracer. Doch anstelle des BMW-Motors, werden die X-Tracer elektrisch angetrieben. Zudem sind die beiden X-Tracer mit unterschiedlicher Technik ausgestattet. Der X-Tracer 7002 ist mit Komponenten der Firma Brusa bestückt und hat eine Motorleistung von 100 kW. Der X-Tracer 7009 besitzt die Technik von AC Propulsion mit 150 kW Antriebsleistung. Beide Fahrzeuge verfügen über maßgefertigte und selbst konfektionierte Lithium-Polymer-Zellen.

Das X-Tracer-Team fährt in der Gruppe der „Tandem“-Fahrzeuge und hat dort nur noch drei direkte Konkurrenten.

Folgende Teams sind noch im Rennen:
„Mainstream-Klasse
"

•Edison2, USA (Zwei der mit E85 angetriebenen Fahrzeuge werden gegeneinander antreten)

„Alternative“-Klasse – „Tandem“

•Commuter Cars, Spokane, USA (Elektro)

•Edison2 (eine weitere Version mit E85-Verbennungsmotor)

•Spira, USA, Thailand (Benzin)

•X-Tracer, Schweiz (Elektro)

„Alternative“Klasse – „Side-by-Side“

•Amp, USA (Elektro)

•Aptera, USA (Elektro)

•Li-ion Motors, USA(Elektro)

•RaceAbout Association, Finnland (Elektro)

•Tata Motors, Großbritannien (Elektro)

•TW4XP, Deutschland (Elektro)

•Western Washington University, USA (Gas/Elektro)

•Zap, USA (Elektro)

 

(mk/wattgehtab.com)


Kommentare 

 
+1 #2 2010-07-25 07:22
Den neusten Stand der E-Tracer des Teams X-TRACER SWITZERLAND findet sich unter
http://peraves.wordpress.com
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0 #1 Marc Kudling 2010-07-22 08:22
Antwort auf Kommentar von "Andi":

Das "Very Light Car" von Edison 2 gibt es als Zwei- und als Viersitzer. Deshalb kann Edison 2 in beiden Klassen teilnehmen.

Der i-Miev würde sicherlich die 100 MPG-Vorgabe erfüllen, würde aber die erforderliche Strecke von 321 Kilometern mit einer Batterieladung sicher nicht schaffen. Außerdem ist einer der Vorraussetzunge n, um für den X-Prize zugelassen zu werden, dass die Konzeptfahrzeug e nach einer erfolgreichen Teilnahme auch in Serie produziert werden könnten. Der i-Miev befindet sich ja bereits in der Serienproduktio n.
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