Vom 29. Bis 30. September 2010 fand in Kassel der zweite Kongress „100% Erneuerbare-Energie-Regionen – Umsetzungsstrategien für Kommunen und Landkreise“ statt, bei dem sich Vertreter aus Regionen, Städten und Gemeinden in Deutschland trafen, die auf eine regenerative Energieversorgung umgestiegen sind oder umsteigen wollen.
Eine vor Ort durchgeführte Umfrage unter den mehr als 750 Teilnehmern aus Verwaltung, Unternehmen und Forschungseinrichtungen ergab, dass eine deutliche Mehrheit die Stromversorgung ihrer jeweiligen Region bis 2030 vollständig aus Erneuerbaren Energien erreichen kann. 50% der Befragten glauben jedoch, dass es bis zum Jahr 2050 dauernd wird, bevor auch der Verkehr komplett aus regenerativen Energiequellen versorgt werde. Als größte Hemmnisse für den Ausbau der Erneuerbaren Energien sehen die Befragten die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke, mangelnden politischen Willen sowie den Neubau von Kohlekraftwerken.
„Der Kongress hat eines ganz deutlich gemacht: Viele Regionen und Kommunen stehen nicht mehr am Anfang, sondern der Ausbau der Erneuerbaren Energien vor Ort ist schon viel weiter. Jetzt geht es darum, diese Erfolgsgeschichte nicht durch eine Änderung der nationalen Marschrichtung abzuwürgen“, betont Dr. Martin Hoppe-Kilpper, Geschäftsführer des dezentralen Kompetenznetzwerkes deENet, Mitveranstalter des Kongresses.
Viele Kongressteilnehmer nutzten zudem die Gelegenheit und besichtigten die auf dem Vorplatz bereitgestellten Elektrofahrzeuge oder unternahmen Probefahrten. Das vom Bundesministerium Verkehr, Bau und Stadtentwicklung unterstützte Projekt „ZUKUNFT erFAHREN“ präsentierte einen Teil seiner Flotte und zeigte insgesamt sieben Elektrofahrzeuge unterschiedlichster Art.
Veranstaltet wurde der Kongress von der Agentur für Erneuerbare Energien, deENet und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB). Der Kongress wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie dem Umwelt-bundesamt unterstützt und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesumweltministers, Dr. Norbert Röttgen.
(mk/wattgehtab.com)