Kesselbergrennen 2011: Einigkeit bei der Podiumsdiskussion in Kochel

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KesselbergrennenAm Vorabend des Kesselbergrennens am 06. Mai 2011 fand in Kochel eine Podiumsdiskussion zum Thema Elektromobilität und erneuerbare Energien statt. Die sechs Podiumsgäste waren sich einig darüber, dass Elektromobilität kommen wird. Doch wie und wann und in welcher Form ließ Spielraum für Diskussionen.

Dass mit Elektromobilität Geld verdient werden will, kam deutlich bei Peter Krams (BMW) zum Ausdruck. Die Antwort auf die Frage der Podiumsleiterin Veronika Wenzel (Tölzer Kurier), was denn jetzt noch so lange dauern würde, da die Forschung über Elektroantriebe bei BMW bereits vor rund 40 Jahren begonnen hat, beantwortet Herr Krams ganz pragmatisch: „Wir sind ein Unternehmen und wir müssen Geld damit verdienen. Es bestand kein Interesse von Seiten des Kunden, deshalb wurden die Forschungen eingestellt. Jetzt steigt das Interesse wieder und die Forschungen werden wieder aufgenommen.“ 2013 soll die Produktion des „BMW i“ in Leipzig beginnen (Wattgehtab berichtete).

Ein Umdenken in eine andere Mobilität, wie man es bislang gewöhnt ist, muss das Ziel sein. Die Reichweitendiskussion für die jährliche Urlaubsfahrt zum Beispiel, wurde mit dem Satz des Moderators Fritz Lietsch (Forum-Nachhaltig Wirtschaften), „wenn ich einmal im Jahr nach Mallorca fliege, kaufe ich mir ja auch nicht gleich ein Flugzeug“, zurechtgestutzt und neu beleuchtet. Die Veränderung muss in den Köpfen stattfinden. Es sollte in Lösungen und nicht immer in Problemen gedacht werden.

Klaus Barthel (SPD, MdB) verglich die Einführung der Elektromobilität mit der Einführung von E10. Es bedürfe einer Normung und es bedürfe vor allem einer Kompatibilität der Systeme der einzelnen Hersteller untereinander. Jeder koche sein eigenes Süppchen und rede nicht mit dem Anderen, was Peter Krams sofort dementierte. Darin sieht Klaus Barthel eine große Gefahr, dass dies zu viel Zeit in Anspruch nehmen könnte und die Einführung massiv behindere.

Solange der Antriebsstrom aus dem bundesdeutschen Strommix kommt, ist keine Rede von CO2-Neutralität, so Prof. Seiler. Das war das Stichwort für Herrmann Wagenhäuser (EON Bayern). Er bekräftigte, dass EON im Zusammenhang mit Elektromobilität nicht so sehr am Verkauf von Strom interessiert ist, als vielmehr an der Möglichkeit der Energiespeicherung in Form der Batterien im Elektroauto. Er sieht die Zukunft der Energieversorger mehr in der intelligenten Steuerung, als im Aufbau von Infrastruktur, also von öffentlichen Ladesäulen. Überraschung beim Publikum erzeugte seine Aussage, dass EON auch bei 10 Mio. Elektrofahrzeugen nicht viel verändern müsste. Die Steuerung des Ausgleiches der Schwankungen, das „Smart Home“ (EnBW arbeitet mit Uni Karlsruhe daran) wird die Aufgabe der Energieversorger sein.

Die Ängste des Publikums bezüglich der Sicherheit der Batterien im Elektro-Auto bei Unfällen beruhigte Ondrey Vaculin (TÜV SÜD). Seiner Aussage nach sind Autos mit Benzintank nicht weniger gefährlich als solche mit Batterien. Über den Unsinn, der in den Medien über explodierende Akkus verbreitet wird, echauffierte sich Peter Krams von BMW. Insgesamt 18 Prototypen hat BMW gecrasht, um die Sicherheit und die Reaktion der Batterien zu testen. Keine einzige Batterie sei dabei explodiert.

Der Konsens war klar: Elektromobilität kommt. Ob nun in Form von reinen Elektroantrieben, Hybrid-Fahrzeugen oder durch gasbetriebene Fahrzeuge, welches durch Hydrolyse im Methanisierungsverfahren hergestellt werden kann, erläuterte Prof. Seiler. Einigkeit herrschte zu 100 % darüber, dass der Strom in Zukunft aus erneuerbaren Energien kommen muss. Der Strom für die Fahrzeuge beim Rennen übrigens kommt zu 100% aus der Wasserkraft des benachbarten Walchensee-Kraftwerkes.

Fotos zur Podiumsdiskussion unter www.kesselberg-rennen.com

Lesen Sie auch unseren Bericht über das Kesselbergrennen: Zum Bericht

(mw/wattgehtab.com)


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