Einer der letzten GM EV1 erstmals in Europa zu sehen
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Samstag, den 25. Oktober 2008 um 12:19 Uhr
Geschrieben von: Markus Pflegerl
Das EV1 war ein in Serie gebautes Elektroauto von General Motors. Es wurde als Reaktion auf ein 1990 in Kalifornien erlassenes Gesetz zur Emmissionssenkung geplant und 1996 auf den Markt gebracht. Es wurden insgesamt 1117 EV1 hergestellt, davon wurden 800 an Kunden mit dem Recht der sofortigen Rückgabe an GM verleast.
Trotz des großen Erfolges stoppte GM die Fertigung und forderte alle Fahrzeuge zur Verschrottung zurück. Lediglich 3 Fahrzeuge, welche späteren Ausstellungszwecken dienen sollen, wurden von der GM-Verschrottungsaktion verschont. Eines dieser Kultautos steht nun erstmalig in Europa im Museum Autovision in Altlussheim, Deutschland.
Angetrieben wurde das EV1 von einem 3-Phasen-Wechselstrom-Induktionsmotor mit 102 kW (139 PS), welcher im Zusammenspiel mit der leichten Aluminium-Karosserie und den superleichten Magnesiumrädern für sehr gute Beschleunigungswerte von unter 9 Sekunden von 0 auf 100km/h sorgte. Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von Cw 0,19 galt es zudem als das stromlinienförmigste Serienfahrzeug aller Zeiten und schaffte eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Heute bei Hybridfahrzeugen längst Standard ist die Energie-Rekuperation beim Bremsen. Das EV1 nutzte diese Technologie schon 1996 und erreichte somit eine noch heute für Elektroautos als beachtlich geltende Reichweite von bis zu 240 Kilometern.
General Motors schloss mit den EV1-Kunden Verträge ab, die es ermöglichten, das EV1 nach drei Jahren wieder zurückzurufen. Und genau dies geschah dann auch mit der Begründung, es könne aufgrund der geringen Nachfrage keine Ersatzteilproduktion weitergeführt werden. Somit sei langfristig die Fahrtüchtigkeit bzw. die Straßentauglichkeit dieser Fahrzeuge nicht garantiert. Allerdings war der EV1 in der Zwischenzeit vielen Besitzern regelrecht ans Herz gewachsen, sodass die Rückholaktion von GM nicht ohne Protest von statten ging. Nur widerwillig trennen von dem zweisitzigen Elektro-Coupè wollten sich auch einige prominente Hollywood-Schauspieler wie Tom Hanks und Mel Gibson. Kein Wunder also, dass die Gegner der Rückholaktion die Gelegenheit nutzten, eine Inszenierung nach „Hollywood-Manier“ zu organisieren, welche in dem für Aufsehen sorgenden, im Jahre 2006 veröffentlichten amerikanischen Dokumentarfilm „
Who Killed The Electric Car?“ zu sehen ist. Regisseur Chris Paine gibt darin vor allem der Mineralöllobby und den Herstellern die Schuld, dass kaum mehr als 1.000 Stück des EV1 den Weg zum Kunden fanden.
Auf einer spektakulär aufbereiteten Beerdigung wird der EV1 schließlich von der überwiegend aus Schauspielern bestehenden Trauergemeinde symbolisch „zu Grabe getragen“. Lediglich 3 Fahrzeuge, welche späteren Ausstellungszwecken dienen sollen, wurden von der GM-Verschrottungsaktion verschont. Eines dieser spektakulären Fahrzeuge steht nun erstmalig in Europa im Ausstellungsbereich „Mobilität der Zukunft“ des Museum Autovision.
(mp/wattgehtab.com)
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