eCarTec2010: „Das E-Auto bedingt radikale Innovation“

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eCarTec2010: „Das E-Auto bedingt radikale Innovation“ Auf der diesjährigen eCarTec in München zeigten knapp 400 Aussteller den schätzungsweise 20.000 Besuchern, die neuesten Produkte und Lösungen rund um das Thema Elektromobilität.
Auch Wattgehtab war mit einem Stand vertreten und konnte an drei Tagen viele spannende Gespräche führen und interessante Kontakte knüpfen, die auch dafür sorgen werden, dass Wattgehtab seine Postion als eine der wichtigsten deutschen E-mobilitätsplattformen weiter ausbauen kann.


Auf dem Gemeinschaftsstand des Bundesverbandes für Solare Mobilität e.V. (bsm) präsentierten sich über 25 Mitgliedsfirmen und Arbeitsgruppen. Unter anderem kündigten der bsm und der Düsseldorfer Ökostrom-Anbieter naturstrom ihre Kooperation zur Förderung des Stromtankstellensystems „Park & Charge“ an: Betreiber von Ladestellen, die auf naturstrom setzen, erhalten zukünftig einen Wechselbonus von 50 Euro. Haltern von Elektrofahrzeugen, die an Park & Charge teilnehmen möchten und privat auf naturstrom umsteigen, erstattet der Düsseldorfer Ökostrompionier das Schlüsselpfand in Höhe von ebenfalls 50 Euro. Außerdem erhalten alle bsm-Mitglieder, die zu naturstrom wechseln, 30 Euro Startguthaben.

Intelligentes Lade-Gerät von EDAG Zu den weiteren Messeausstellern gehörten z.B. die EDAG Group, die ein intelligentes 10 kW „On-Board Ladegerät“ vorstellte, das nicht nur jeder Netzanforderung über die Ladestation bis hin zum Fahrzeuglademanagement gerecht werden soll, sondern auch für Dienste wie Internet oder Heimsynchronisation vorbereitet ist. Die Möglichkeit der Kommunikation könnte es dem Nutzer in Zukunft erlauben, bestehende Lastschwankungen im Energienetz - im Hinblick des Eigenbedarfs intelligent zu nutzen. Um dies zu ermöglichen setzte die EDAG Group bei der Entwicklung des Laders eine Kommunikationsmöglichkeit via Smart-Charge Protokoll über Powerline ein. Zusammen mit RWE will die EDAG Group im Bereich Kommunikationsanbindung Lösungen erarbeiten, welche diesen Datenaustausch zwischen Fahrzeug und Ladesäule ermöglichen.

Die RWE Effizienz GmbH stellte ihr „e-Drive“-Paket vor, bei dem Interessenten ab sofort den Mitsubishi i-MiEV sowie die baugleichen Varianten von Citroën (C-Zero) und Peugeot (iOn)  inklusive RWE Ladebox bzw. Ladesäule reservieren können. Die Auslieferung der Fahrzeuge beginnt, je nach Bestelldatum und Fahrzeugtyp, ab Januar 2011. Das „e-Drive“-Paket ist ab einem Preis von 30.133 Euro zzgl. MwSt. erhältlich und beinhaltet bei einer Reservierung bis zum 31.12.2010 und anschließendem Kauf beim jeweiligen Hersteller kostenlosen Strom für ein Jahr an allen öffentlich zugänglichen RWE Ladestationen in Deutschland.

Kooperation Govecs und Bosch Service Der Elektrorollerhersteller Govecs nutzte die Messe unter Anderem dazu seine Kooperation mit Bosch Service bekanntzugeben, die den Service und den Verkauf der Roller vorsieht. „Mit Bosch haben wir einen namhaften Partner gefunden, der nicht nur über ein hervorragendes Werkstattnetz verfügt, sondern auch einer der großen Player im Bereich Elektromobilität ist“, sagt Thomas Grübel, der Geschäftsführer der GOVECS GmbH. GOVECS mit Sitz in München wurde 2009 mit dem Ziel gegründet, saubere, effiziente, verlässliche und erschwingliche Fahrzeuge für den Straßenverkehr anzubieten. Alle Elektroroller werden in der eigenen zertifizierten Produktionsstätte in Breslau gefertigt.

Messestand von SFC Die SFC Energy AG, Hersteller von mobilen Brennstoffzellen und Ausstatter diverser Camping- und Sonderfahrzeuge, zeigte das Konzept der COM4EV-Brennstoffzelle, die mit Kraft-Wärme-Kopplung für die gleichzeitige Gewinnung von elektrischem Strom und nutzbarer Wärme für Heizzwecke oder die Batteriekonditionierung im Elektrofahrzeug genutzt werden kann. Die Brennstoffzelle nutzt den Alkohol Methanol als Betriebsstoff. Methanol kann aus erneuerbaren Energiequellen, z.B. Biomasse der zweiten Generation (Biomüll) oder sogar aus Hausabfällen erzeugt werden. SFC gibt an, dass beim Betrieb nur Wasserdampf und Kohlendioxid in einer Menge, die der Atemluft eines Kindes entspricht, emittiert werden.

Preisverleihung eCarTec Awards Am Abend des ersten Messetages (19. Oktober 2010) wurden die Gewinner des eCarTec Awards 2010 bekannt gegeben. Die Bayerische Staatsregierung beschloss zudem, den eCarTec Award dieses Jahr erstmals als Bayerischen Staatspreis auszuloben. Insgesamt acht Gewinner in sieben Kategorien wurden ausgezeichnet – in der Kategorie Elektrofahrzeug: Auto teilen sich zwei Gewinner die innovative Auszeichnung. Jede Kategorie wurde mit € 7.500 dotiert - insgesamt gab es 113 Einreichungen. Überreicht wurde der Award durch den Schirmherrn Martin Zeil, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, in einer feierlichen Zeremonie in der Wappenhalle an der Neuen Messe München.

Gewinner der Kategorie Elektrofahrzeug: Auto


Gewinner der Kategorie Elektrofahrzeug: Motorrad

  • ELMOTO HR 2


Gewinner der Kategorie Elektrofahrzeug: Nutzfahrzeug

  • Goupil G3


Gewinner der Kategorie Antriebstechnologie, Systemelektrik, Testsysteme

  • Mikrocontroller-Familie Infineon XC800


Gewinner der Kategorie Speichertechnologie, Systemintegration


Gewinner der Kategorie Energie, Infrastruktur, Anschlusstechnik

  • Induktives Batterieladesystem von SEW-Eurodrive GmbH & Co KG


Gewinner des Sonderpreises: Nachhaltige Mobilitätskonzepte


e-monday auf der eCarTec2010 Im Rahmen der eCarTec2010 fand der sogenannte „e-monday“ dieses Mal ausnahmsweise an einem Mittwoch statt und konnte mehr als 250 Teilnehmer anziehen. Bereits zum achten Mal trafen sich in München hochkarätige Spezialisten aus Industrie, Wissenschaft, Entwicklung und Politik zum offenen Gedankenaustausch und zur Diskussion zu einem bestimmten Schwerpunktthema.

Den von Dr. Hornig vorgestellten Ansatz zum Thema „Der Weg in die Elektromobilität – Wie schafft Deutschland den Paradigmenwechsel?“ bestätigten die Teilnehmer der anschließenden Expertendiskussionsrunde. Nur wenn es gelingt, das Auto von Grund auf neu zu denken, kann das E-Auto auch bei niedrigen Stückzahlen bezahlbar gemacht werden, so Hornig. Allerdings mangele es zur Zeit sämtlichen denkbaren Geschäftsmodellen an wirklich wettbewerbsfähigen, bezahlbaren Elektroautos. Dabei sei Elektromobilität an sich nicht so kompliziert – sie passe eben nur nicht ins bestehende System. Der Automobilexperte plädierte deshalb für „radikale Innovation“: „Wir werden die Art und Weise, wie wir Autos bauen, überdenken müssen“, sagte Hornig, „neue und für Elektromobilität besser geeignete Fahrzeugarchitekturen werden benötigt.“ Und: Diese Fahrzeuge müssen jetzt gebaut werden, denn die Nachfrage ist vorhanden.

So sieht Dr. Gregor Matthies von der Unternehmensberatung Bain & Company eine deutlich höhere Zahl an Elektroautos auf Deutschlands Straßen als die von der Bundesregierung zum Ziel erklärte eine Million Fahrzeuge im Jahr 2020. e-Monday-Mitinitiator Stefan Kasserra erwartet bei den Neuzulassungen im Jahr 2020 einen Anteil an Elektroautos zwischen 15 und 25 Prozent. Mit dem Potenzial von rund 4,5 Millionen Elektroautos in zehn Jahren rechnet Prof. Dr. Gernot Spiegelberg von der Siemens AG. Seine These: Bis zum Jahr 2020 werden die deutschen Autofahrer die Hälfte ihrer Zweitwagen austauschen – ein riesiges Potenzial für Elektrofahrzeuge.

Die 3. Internationale Leitmesse für Elektromobilität, eCarTec 2011, wird vom 18.-20. Oktober 2011 in München stattfinden.

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(mk/wattgehtab.com)


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