e-Monday: Lithium-Ionen-Batterien als Energiespeicher könnten sich rechnen

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e-Monday: Lithium-Ionen-Batterien als Energiespeicher könnten sich rechnenEine kontroverse Diskussion löste der Fachvortrag von Dr. Andreas Piepenbrink zum Thema Wirtschaftlichkeits-Berechnung von Lithium-Ionen-Batterien im Einsatz als Energiespeicher am letzten e-Monday in München aus. Denn die finanzielle Amortisation von Li-Ionen Batterien spielt eine entscheidende Rolle für den Einsatz dieser innovativen Akkumulatoren, sowohl im mobilen als auch im stationären Einsatz.

Wie es funktionieren kann und wie es sich rechnet, stellte Dr. Andreas Piepenbrink von der E3/DC GmbH im Zuge seiner Keynote zum ersten e-Monday im neuen Jahr am 31. Januar 2011 vor. Der Experte erklärte in seinem Vortrag näher, warum Li-Ionen-Batterien als stationäre Energiespeicher effizienter sind, als wenn man sie als sogenannte Traktions- oder Antriebsbatterie einsetzt. Er wies gleichzeitig jedoch darauf hin, dass schon 2013 der Preis dieser Akkumulatoren deutlich gesunken sein wird, weil bis dahin das Angebot die Einsatzmöglichkeiten übersteige.

Zunächst ging Andreas Piepenbrink näher auf die Batterietechnologie selbst ein. Der Experte geht davon aus, dass Li-Ionen Batterien im Einsatz eines Hauskraftwerks 20 Jahre halten und mehrere tausend Vollzyklen leisten können. Durch den Betrieb der Akkumulatoren im optimalen Lade-, Entlade- und Temperaturbereich  kann sowohl die Zyklenfestigkeit als auch  die kalendarische Lebensdauer bei ein und derselben Zelle verdoppelt werden. Zudem seien die werttreibenden Anforderungen an eine stationär betriebene Batterie geringer als bei dem Einsatz als Traktionsbatterie in einem Elektrofahrzeug. Ab 2013 könne man davon ausgehen, dass sogar mehr Batterien am Markt zur Verfügung stünden als Einsatzmöglichkeiten, so Piepenbrink. Der Referent verwies dazu auf eine Studie von Roland Berger Strategy Consultants aus dem Jahr 2010. Diese Entwicklung werde zu einer weiteren Senkung der Preise und zu einer besseren Qualität führen.

In der präsentierten Wirtschaftlichkeitsrechnung für Li-Ionen Batterien in Hauskraftwerken wies Piepenbink auf das Potenzial hin, wie man die Energiekosten um bis zu 50 Prozent senken könne. Dies sei völlig unabhängig vom Strompreis, so Piepenbrink, denn eine Amortisation erfolge allein durch die Tatsache, dass Primärenergie zu Hause günstiger erzeugt werde als die Bezugsenergie inklusive Batterie koste. Besonders sinnvoll erscheine dies jedoch derzeit ausschließlich in Kombination mit Solarenergie.

Verwendet man nun die Traktionsbatterie in Kombination mit dem  Hauskraftwerk, so zeigt die Amortisationsrechnung, dass sich durch die Rückspeisung in ein Elektrofahrzeug die Fahrzeugbatterie langfristig bezahlt macht. Reine Kunden-Gridspeicher sind damit wirtschaftlicher als Ladesäulen für Fahrzeuge, welche sich zu 80 Prozent zu Hause am Netz befinden werden. Um einen mobilen Speicher im Netz zu betreiben, wurde von E3/DC eine Inverterintegration durchgeführt, die den Fahrwechselrichter, die Bordnetzversorgung und die komplette Ladetechnik 3-phasig zusammenfasst. Diese Integration senkt die Gesamtkosten deutlich, da Kabel, Kühlung, Bauraum sowie Elektronikteile minimiert werden.

In der anschließenden Diskussion wurde der Unterschied hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit von stationären Batterien und Traktionsbatterien in bzw. an Hauskraftwerken näher beleuchtet. Dabei kam auch die Annahme zur Sprache, dass der wegbrechende Teil der Steuereinnahmen aus der Mineralölsteuer in einer irgend einer Form kompensiert werde, um die für den Straßenverkehr notwendigen Infrastrukturaufwendungen zweckgebunden gegen zu finanzieren. Dieses würde, so die Schlussfolgerung, die Betriebskosten von Elektrofahrzeuge erhöhen, und könnte im Falle einer Besteuerung des Autostroms die Amortisation der Traktionsbatterie erschweren.

Der nächste e-Monday findet am Montag, dem 28. Februar 2011, statt. Das Thema der Veranstaltung ist derzeit noch in der Abstimmung – aktuelle Informationen zum Münchner Netzwerk Elektromobilität finden Sie unter www.e-monday.de.

(mw/wattgehtab.com)


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