e-Monday: Drei Testflotten unter der Lupe

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e-Monday: Drei Testflotten unter der Lupe

BMW, Siemens und das Projekt „Future Fleet" stellten den Fokus ihrer Testflotten-Projekte beim letzten e-Monday vor.

Ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Markteinführung von Elektroautos ist ihre Alltagstauglichkeit. Dabei stehen drei Parameter im Fokus: die Reichweite, der Komfort und das Preis-Leistungsverhältnis. In Deutschland gibt es inzwischen zahlreiche Modellregionen und Testflotten, die alle ein Ziel haben: Den Bedarf des zukünftigen Kunden genau ausloten und das Zusammenspiel von Stromnetz, Elektroautos und Kunden entwickeln und optimieren.

„Wir wollen vor allen Dingen lernen", brachte Projektleiter Andreas Romandi seine Präsentation der Siemens-eigenen Testflotte auf den Punkt. Im November 2010 wurden die ersten 20 der insgesamt 100 Elektroautos an die Mitarbeiter übergeben. Im Frühjahr, Sommer und Herbst diesen Jahres folgen weitere mit neuen Komponenten wie einem Hochvolt-Antriebsstrang, einer sogenannten on-board unit bis hin zur bidirektionalen Technik inklusive sogenanntem DC-Fast-Schnellladen. Siemens sieht einen Paradigmenwechsel mit dem Elektroauto, wenn es sogar mit Strom makeln kann, weil das Auto vom reinen Konsumenten zum sogenannten Prosumer wird. Das lässt sich aber nicht simulieren, sondern muss unter echten Bedingungen getestet und fortlaufend verbessert werden.

Im Project i der BMW Group steht das Nutzerverhalten der Elektroauto-Kunden im Vordergrund. Dr. Michael Hajesch, Leiter des MINI E-Projekts, berichtete von den um-fassenden Tests der 650 Elektroautos in den wichtigsten Märkten USA, Frankreich, China und Japan. Mit sogenannten Datenloggern wird das Nutzerverhalten permanent beobachtet und ausgewertet für das erste Serienfahrzeug, dem i3, das 2013 in Serie gehen soll. Es wurden Vergleiche mit konventionellen Autos gemacht, die zeigen, dass der Mobilitätsbedarf sich nicht nach der Antriebstechnologie richtet, sondern nach der Größe des Autos. „200 km Reichweite wünschen sich die Nutzer, das reicht vollkommen aus. Eine größere Reichweite, etwa 300-400 km, möchten die wenigsten Nutzer", stellte Hajesch fest. Das Fazit für die Münchener Autobauer: etwas mehr Reichweite, mehr Platz und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis überzeugt den Fahrer, um Freude am Fahren mit einem Elektroauto zu haben.

Als Kooperationspartner von SAP stellte Prof. Wolfgang Kottnik, Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Energiewirtschaft an der Hochschule Mannheim, die sogenannte „Future Fleet" vor. „Als SAP festgestellt hat, dass 80% des CO2-Footprints durch Dienstfahrten erzeugt werden, war die Idee einer Testflotte mit Elektroautos schnell geboren", erklärt Kottnik. Das vom BMU geförderte Projekt begann erst im Januar und endet bereits im September 2011. Die Kompetenzen der einzelnen Projektpartner werden vor allem für die Verknüpfung des intelligenten Stromnetzes durch das „Internet der Energie" mit den Elektroautos genutzt, aber eben auch, um zusätzliche Dienstleistungen zu testen und zu entwickeln.

In der anschließenden Diskussion ging es vor allem darum, dass man die Modellregionen und Testflottenversuche besser miteinander verknüpfen und koordinieren sollte. Alle Referenten waren sich einig, dass die Zahl von 1 Mio. Elektroautos auf deutschen Straßen schneller kommt als erst im Jahr 2020. Vielleicht schon drei Jahre früher, so schätzten die Referenten, wenn die Sprünge in der Technologie ähnlich dynamisch verlaufen wie es etwa bei den Digitalkameras geschehen ist.

Der nächste e-Monday findet am Montag, dem 28. März 2011, statt. Weitere Informationen zum Münchner Netzwerk Elektromobilität finden Sie unter www.e-monday.de.

(mk/wattgehtab.com)


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