e-Monday: Chancen für deutsche Cleantech-Firmen in China

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e-Monday auf der eCarTec2010 Offene und klare Worte fand Jian Xu, ehemaliger Vorstand für Volkswagen in China, vor weit mehr als 100 Teilnehmern beim e-Monday am 4.5.2011 in München. „China ist inzwischen viel unternehmensfreundlicher als Deutschland“, konnte der Gründer und Chairman des chinesischen Zell- und Batterieproduzenten HIFE Green Power Technology aus eigener Erfahrung hierzulande berichten. „Firmengründer sind überall willkommen, insbesondere solche aus den New-Energy-Feldern", so der Unternehmer. "Die Zentralregierung legt viel Interesse auf Cleantech.“

Das Reich der Mitte will bis zum Jahr 2020 Weltmarktführer für Elektrofahrzeuge und Fahrzeugbatterien sein. Eine großzügige Förderung der Elektromobilität in 25 chinesischen Städten ebnet den Weg dazu. Ein Elektro-Taxi wird dort mit rund 6000 Euro gefördert, für die Anschaffung eines Elektrobusses fließt die 10-fache Summe. Schon heute kauft die Milliarden-Bevölkerung jährlich bereits rund 20 Millionen Elektro-Fahrräder und -Motorräder, was den Boden für Elektromobilität auf vier Rädern bereitet. Indessen bauen die großen Stromnetzbetreiber des Landes die Ladeinfrastruktur auf, wobei sie sich in jüngster Zeit auf Batteriewechselstationen konzentrieren, so Xu.

Während der Batterieexperte die Europäer (insbesondere Johnson Controls/Saft und GAIA) noch im Vorteil bei großformatigen Batterien sah, wie sie unter anderem für Autos gebraucht werden, erwartet er von dem Land, das an zehnmal so viel Universitäten wie in Deutschland Elektrochemiker ausbildet und allein in der Region Shanghai derzeit 30 bis 50 Batteriehersteller aufweist, viele Innovationen. So hat HIFE gerade ein recyclebares Design für eine Batteriezelle vorgestellt und patentiert. Dank einem verschraubten Gehäuse lässt sich der Elektrolyt zum Ende der Batterie-Lebensdauer im Elektrofahrzeug wieder auffüllen und mit etwa 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität dann noch stationär betreiben.

HIFE plant in der Nähe von Peking bis Ende 2012 ein Batteriewerk zu errichten, das eine Batterie-Produktionskapazität von 20 bis 200 MWh pro Jahr erreichen soll und damit 1000 bis 10.000 rein elektrisch betriebene Fahrzeuge ausstatten kann. Dort lasse sich für etwa die Hälfte bis zu einem Fünftel der Kosten in deutschen Fabriken produzieren.

Bei der Produktionstechnik setzen die Chinesen auch auf deutsche Maschinen. „Deutsche Unternehmen haben sehr gute Chancen, einige der Städte als Partner zu gewinnen, da nicht überall einheimische Hersteller die erforderlichen Clean-Tech-Produkte und -Komponenten herstellen“, sagte Xu. Einige Komponenten, wie zum Beispiel Batteriemanagementsysteme „made in Germany“ genießen in China einen äußerst guten Ruf. Sich auf dem dortigen Markt zu tummeln kann jedenfalls sehr lukrativ sein: „Geld ist in China reichlich vorhanden“, so die Wahrnehmung des Batterieexperten.

Der e-Monday ist Deutschlands führende interdisziplinäre Netzwerk- und Informationsveranstaltung rund um Elektromobilität für Entscheider aus Wirtschaft, Technik, Wissenschaft und Politik. Sie findet in Kooperation mit dem Fachmagazin Mobility 2.0 jeweils am letzten Montag eines Monats in München statt und bringt nationale und internationale Referenten mit einem Fachpublikum aus dem ganzen Bundesgebiet zusammen. Nach einer aktuellen Befragung sind die meist rund 100 Teilnehmer gleichermaßen an Technik, Praxis, Kunden und Märkten interessiert.

(mk/wattgehtab.com)

 

 


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