30. Wiener Motorensymposium: Elektromotor im Mittelpunkt

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wiener-motorensymposium-logoKlimawandel, Ressourcenknappheit und die aktuelle Krise der Automobilindustrie sind zentrale Themen, mit denen sich diese Woche Spitzenmanager der Autokonzerne und führende Motorentechniker aus der ganzen Welt in Wien beschäftigen. Die globale Landschaft der Kfz-Hersteller steht vor großen wirtschaftlichen Umbrüchen, auch technologisch kündigen sich unter dem Druck der Probleme völlig neue Ansätze zur Lösung an.

Am "Elektroauto" in den verschiedensten Ausprägungen geht offenbar kein Weg mehr vorbei, ein großflächiger Einsatz elektrifizierter Fahrzeuge ist bereits absehbar. Das 30. Internationale Wiener Motorensymposium findet am 7. und 8. Mai 2009 in der Wiener Hofburg statt und könnte laut dem Österreichischen Verein für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) das Revival des Elektroautos einläuten.

Auf der Liste der Vortragenden finden sich unter anderen VW-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Martin Winterkorn, Magna-Steyr-Chef Dr. Herbert Demel, Prof. Dr. Helmut List (AVL List) und der erst kürzlich zum Vorstandsvorsitzenden der Continental AG avancierte Dr. Karl-Thomas Neumann.

"Trotz aller Diskussionen um Alternativantriebe dürfen wir jedoch den herkömmlichen Verbrennungskraftmotor noch lange nicht abschreiben, denn ohne diese bewährte Form der Antriebsquelle wird es auch in den kommenden Jahrzehnten nicht gehen." Für Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Lenz, den Vorsitzenden des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) und Organisator des Internationalen Wiener Motorensymposiums, steht es außer Zweifel, dass Otto- und Dieselmotoren nach wie vor Zukunft haben und eine größere Verbreitung von alternativen Fahrzeugen wie Elektroauto und Hybrid überhaupt erst ermöglichen.

Prof. Dr. Lenz, Gründer des 1979 erstmals in Wien durchgeführten Symposiums - es hat sich mittlerweile zum weltweit bedeutendsten "Gipfeltreffen" von Motorenexperten entwickelt -, erwartet hochinteressante Vorträge und verblüffende Erkenntnisse: "So kristallisiert sich jetzt heraus, dass der Weg zum Elektroauto über Fahrzeuge mit 'Range Extender' geht, das sind kleine zusätzliche Verbrennungsmotoren, die an Bord Strom erzeugen, wenn die in den Batterien gespeicherte Energie zur Neige geht. Und auch die Hybridtechnologie bringt nicht das Ende der konventionellen Verbrennungsmotoren, sondern verlängert hingegen deren Existenz durch die Reduktion des Verbrauchs von fossilen Kraftstoffen."

Breiter Raum wird in den Vorträgen der weiteren Verbesserung von Verbrennungsmotoren eingeräumt, die Schlagworte lauten Downsizing, Direkteinspritzung, Turbo. "Kleine aufgeladene Motoren sind die Hauptrichtung, in die alle Hersteller gehen. Damit sind erhebliche technische Änderungen, aber auch wesentliche Vorteile bei Verbrauch und Emissionen verbunden", betont Prof. Dr. Lenz.

(Quelle: ots/ÖVK)


Kommentare 

 
0 #7 Christian Müller 2009-05-14 13:44
@Martin
Den Ampera kannst Du nicht mit einem Dacia vergleichen. Damit der Vergleich fair ist darfst Du einen Astra oder Insignia mit 150PS heranziehen. Oder vielleicht auch den Prius - von Größe und Innovation her.
Und was für einen Preis meinst Du? Ich hab Preise zwischen 25.000 und 60.000€ gehört und die letzte Information war, dass Opel sich dazu noch nicht äußert - noch nicht mal zur Größenordnung.

@Tommy
Die Ersparnis durch Ölwechsel hab ich weggelassen weil ich schon glaube, dass vollwertige Autos mittelfristig alle einen RangeExtender haben werden.
Das sind für mich aber auch nicht so die Kosten - wenn ich mal von 2 Jahren oder so und so viel Betriebsstunden Ölwechselinterv all ausgehe und unterstelle, dass der Verbrenner selten läuft und ein kleiner 250cc Generator auch maximal 2 Liter Öl hat und ich das auch eben selbst wechseln kann...
Und da er selten läuft muss es auch nicht so dass allergeilste Hightech-Aggregat sein. Lieber ein wenig auf Kosten und Gewicht achten.

Zum SCR - soweit ich weiß kann man darüber aber Sprit sparen. Die Verbrennung kann deutlich heißer sein, dadurch besserer Wirkungsgrad und weniger Ruß. Der Nachteil - die Stickoxide - wird dann ja durch das SCR-System beseitigt. Beim PKW lohnt es sich vielleicht nicht, aber beim LKW...
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0 #6 Wilfried Michalski 2009-05-14 00:21
Ja, ja – wer kann vor der Hand etwas dagegen sagen, wenn „Martin“ sich die Welt mit einem „Sandero“ für 7.500,- und Sprit für 22.000,-€ hurtig aus der Gefahrenzone rechnet.
Aber was bringt das?
Natürlich sind wir alle noch auf erdölbasierte Antriebe angewiesen; natürlich werden bis zur großserienmäßig en Bereitstellung von Elektroautos noch ein paar Jahre vergehen.
Aber wer von 22.000,-€ Spritkosten ausgeht, rechnet nicht die „Kosten“ für die so oft blumig umschriebene „ Verteidigung unserer Interessen in der Welt“ mit den Kriegskosten des Öls ein.
( Die nicht nur monetäre „Kosten“ sind ) Und auch nicht die hunderttausende Stunden die verkehrsbedingt mit Atemwegserkrank ungen in Arztpraxen und Kliniken verbracht werden. Und weil dieser Geldwert der sauberen Luft immer so ausgeblendet bleibt und es anscheinend so schwierig ist zu verstehen, dass wir mit der Technik vor unserer Haustür auch darüber entscheiden, ob unsere Kinder mit einem Strohhut oder einem Stahlhelm in die Welt ziehen, sei noch einmal darauf verwiesen, dass Strom für Elektroautos nahezu überall und flächendeckend über Photovoltaikanl agen auf Hausdächern und Carports zur Verfügung gestellt werden könnte.
Und da gibt es eigentlich nur noch viel zu „rechnen“ für diejenigen, deren Parameter und „Rechenschieber “ noch nicht mit der technischen Entwicklung und der Höhe der Zeit korrespondieren .
Vor einigen Tagen war in der Presse zu lesen, dass China seine Chance sich mit eindeutig-eigenen Produktlinien im Weltmarkt zu präsentieren und zu etablieren im Bereich der Hybrid- und Elektroautos sieht. Von daher ist die Schläfrigkeit und Schleppigkeit durch ewig wiederkäuende Symposien, Konferenzen und Kongresse und nachgeschleppte n „Feldversuchen“ in unseren Breiten nur noch mit Mühe zu ertragen.
Und darum kann ich mich leider nicht des Eindrucks entziehen, dass manches was hier als „Gipfel“ daherkommt, doch eher dem fulminanten Höhenzug einer Briefmarke gleichkommt.

Trotzdem
oder gerade deswegen
mit sonnigen Grüßen über die Auen
Wilfried

www.carsun.eu
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0 #5 2009-05-13 17:50
Natürlich ist die Berechnung nicht ganz richtig und vollständig.
Wenn es nach mir gehen würde, würden in den Städten alle elektrisch fahren,
die genannten Preise von Opel für den Ampera enttäuschen mich jedoch stark.
Zwischen 30.000 und 40.000, dafür kann ich mit einem Dacia Sandero um 7500 Euro
um 22.000 Euro tanken, Öl wechseln und reparieren.
Von der Ausstattung werde erste Elektrofahrzeug e nicht sehr viel mehr bieten.
Und nicht zu vergessen, der Strom ist auch nicht gratis.
Ich bin dafür eine Förderung einzuführen, die den halben Mehrpreis von Elektrofahzeuge n abdeckt. :-)
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0 #4 Thomas Rossen 2009-05-12 22:17
Was auch fehlt, wärend man beim ausgereiften Elektroauto realistisch davon ausgehen kann das es 200.000 Kilometer mit 2 Getriebeölwechs el und 1 mal Kühlwasserwechs el läuft, ohne das am Antriebsstrang ein einziges Teil erneuert werden muß, braucht ein Benziner oder Diesel in der Zeit einiges an Zuwendung und je höher er gezüchtet bzw. "downgesizet" ist desto mehr... Das wir die Batteriekosten nicht reinholen aber zumindest reduzieren.

Dazu kommt noch das extrem sparsame Verbrenner auch sparsam im Fahrspaß sind, wärend Elektroautos machbar sind, die beschleunigen wie ein Blitz und trotzdem sparsam im Strom sind. Im Gegenteil, hier gilt starke Motoren und Umrichter können auch bei stärkeren Bremsungen noch viel Energie wieder zurückschaufeln .

Für den Übergang bieten sich noch Hybridkonzepte an, ala Prius und Ampera. Hier kann man auch mit kleinem Verbrenner schnell beschleunigen und trotzdem weit fahren, ohne sündhaftteure Großbatterie. Dazu kann der Verbrenner kompromissloser ausgelegt werden. Hier sollten zukünftig die Verbrenner schrumpfen, und der elektrische Part wachsen, bis irgendwann -> Verbrenner weg. :-)

@Chris: MAN und VW haben inzwischen Euro6 Diesel ohne Pipi. :-) MAN kombiniert Doppelturbo mit wassergekühlter AGR. VW weiß ich nicht. Aber wie man sieht ist auch beim Stinker immer wieder was drin.
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0 #3 Christian Müller 2009-05-12 13:36
Es stimmt schon, dass der Akku erschreckend teuer ist und in den nächsten Jahren wohl auch trotz sinkender Preise bleiben wird.
Aaaber - um mit 3 Litern wirklich in der Praxis rechnen zu können müßte der Normverbrauch eher bei 2,5 Litern liegen. Das ist beim Benziner gerade nicht in Sicht - also wohl eher ein Diesel. Der braucht zukünftig aber EU5 oder gar EU6 ... teure und aufwändige Abgasnachbehand lung, evtl auch ein SCR-System (Adblue, wie heute schon im Lastverkehr Stand der Technik). Das schmälert aber die Preisdifferenz.
Dann ist es immernoch ziemlich schwer, auf einen 3 Liter Verbrauch zu kommen da wir bei 8.000km/Jahr ja von vielem Kurzstrecken ausgehen - vielleicht auch insbesondere im Winter da der kosten- und umweltbewußte Nutzer bei 3€/l schon häufiger bei schönem Wetter das Fahrrad nimmt. Aber bei Winterkurzstrec ken scheinen 3l/100km in der nahen Zukunft noch Illusion zu sein.
Auch wenn es ein extrem sparsamer Benziner sein sollte steigt der technische Anspruch. Direkteinspritz ung und Aufladung gehören da inzwischen auch beim Benziner zum Stand der Technik - und das macht ihn nicht gerade biliger.

Also sieht es für das E-Fahrzeug im Vergleich vielleicht doch garnicht so schlecht aus. Zumindest im Vergleich mit neuen Benzinern.
Aus ökonomischer Sicht wird man wohl bei so wenigen Kilometern auch bei 3€/l schwer an einem 10 Jahre alten Benziner schwer vorbeikommen da man ihn fast geschenkt bekommt.

Bei meinem Kilometeraufkom men schreckt mich eine 83.000km Amortisationsst recke aber auch nicht ab. Die meisten Menschen kaufen nur leider oft sehr kurzsichtig weil sich sparsamere Antriebe ja nicht immer gleich nach 6 Monaten rechnen.
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0 #2 2009-05-12 11:30
Du hast da was üübersehen:
Trotz aller Diskussionen um Alternativantri ebe dürfen wir jedoch den herkömmlichen Verbrennungskra ftmotor noch lange nicht abschreiben, denn ohne diese bewährte Form der Antriebsquelle wird es auch in den kommenden Jahrzehnten nicht gehen."

Breiter Raum wird in den Vorträgen der weiteren Verbesserung von Verbrennungsmot oren eingeräumt, die Schlagworte lauten Downsizing, Direkteinspritz ung, Turbo. "Kleine aufgeladene Motoren sind die Hauptrichtung, in die alle Hersteller gehen.

Das einzige Elektrofahrzeug das dort präsentiert wurde ist der GM Volt.
Zwar wurden einige seriennahe Hybridantriebe präsentiert aber für Fahrzeuge >50.000 Euro und >300PS. (zB.: BMW X6, Mercedes S400,...)
Alleine der Batteriepreis ist ein Knock-Out Kriterium für Elektrofahrzeug e in den nächsten 5-10 Jahren.
Für die Masse wird es immer eine Wirtschaftlichk eitsrechnung sein.
Batterien (Batteriesystem e mit BMS) für 60km kosten zwischen 5.000 und 10.000 Euro mit aktuell noch nicht erforschter Lebensdauer.
Kleine Rechnung:
Spritpreis: 3 Euro
Verbrauch: 3 l/100km (in den nächsten 2-3 Jahren erreicht)
Batteriepreis: 7500 Euro
Batteriepreis = Sprit für 83.000 km
Wenn man dann noch von einer Jahresleistung von ca. 8.000km ausgeht, da Elektroautos nur für Stadtgebiete und kurze Strecken eingesetzt werden, reicht das für 10 Jahre.
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0 #1 Wilfried Michalski 2009-05-05 10:08
Endlich, des Eindrucks mag man sich nicht verschließen, ist die Erkenntnis „am "Elektroauto" in den verschiedensten Ausprägungen geht offenbar kein Weg mehr vorbei, ein großflächiger Einsatz elektrifizierte r Fahrzeuge ist bereits absehbar“ auch bei denen angekommen, die eigentlich die ersten hätten sein müssen, die den Bereich „elektrifiziert e r Fahrzeuge“ voranbringen! Doch der geneigte Zeitgenosse ist ja schon auf der trostreichen Seite des Lebens, wenn man wenigstens jetzt in Kreisen der „Spitzenmanager der Autokonzerne und führenden Motorentechnike r“ erkannt hat, dass da „offenbar kein Weg mehr vorbei geht“.
(Doch auch hier dürfte gelten, dass man am besten auf den Wegen vorankommt, die man selbst gehen will, und nicht auf denen, auf die man sich gedrängt sieht )

Und welch „verblüffende Erkenntnisse“ sind auf dem „Gipfeltreffen“ zu erwarten?: "So kristallisiert sich jetzt heraus, dass der Weg zum Elektroauto über Fahrzeuge mit 'Range Extender' geht, das sind kleine zusätzliche Verbrennungsmot oren, die an Bord Strom erzeugen, wenn die in den Batterien gespeicherte Energie zur Neige geht.“
Aha-welch „Gipfel“ der Erkenntnis!

Ob solcher „Erkenntnis“ kann nur „verblüfft“ sein, der zu lange gewartet und gehofft hat, dass die „Wege“ doch vorbeigehen.

Trotzdem – oder gerade deswegen
sonnige Grüße
Wilfried

www.dachscheich.com
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