Hamburg ist Europas Umwelthauptstadt 2011, doch bisher hat man davon eher wenig mitbekommen. Hamburger Unternehmer wagen jetzt einen Schritt nach vorne und eröffnen diesen Monat gleich zwei Geschäfte für Elektrofahrzeuge.
Einer von ihnen ist der ehemalige Geschäftsführer des Hamburger Softwareunternehmens M&R Software GmbH, André Podszus, der 2009 die Idee hatte einen Vertrieb für alle Belange der Elektromobilität aufzubauen. Zusammen mit den heutigen Geschäftsführern gründetet er die Tochterfirma Blue Planet Vehicle, die im März dieses Jahres ihre Arbeit aufnahm. Aktuell können dank der Partnerschaft mit der Lautlos durch Deutschland GmbH diverse Elektrofahrzeuge, wie der Elektrokleinwagen Tazzari Zero oder das ungewöhnliche Elektromotorrad eRockit angeboten werden. Ergänzt wird das Programm durch die Mega-Fahrzeuge eCity und Multitruck und die Elektroroller Vectrix VX-1, EVT 168 und die Modellpalette des Herstellers Gecco.
„Über den unmittelbaren Vertrieb hinausgehend, will Blue Planet Vehicles durch Vorträge im eigenen Seminarraum oder bei externen Veranstaltungen das Bewusstsein schaffen, dass Elektromobilität eben auch Niedrigenergie-Mobilität bedeutet und ein eventueller Verzicht auf abgewonnen Eigenschaften eines richtigen Autos sehr schnell durch den neuen Fahrspaß des elektrischen Antriebs, des leisen Fortkommens und des abgasfreien Bewegens kompensiert wird“ sagt André Podszus.
Auf einer ersten, zusammen mit dem Green Life e.V. organisierten Veranstaltung Ende März, hatten Interessenten die Möglichkeit bereits einige der angebotenen Fahrzeuge probezufahren. Die offizielle Eröffnungsfeier der Verkaufsräume findet am 24. April 2010 statt. Zum Rahmenprogramm gehören neben Musik und Kinderhüpfburg auch Mitfahrten im Tesla Roadster und Jetcar Elektro (Teilnehmer am diesjährigen Zero Emissions Race).
Es ist nicht nur ein neuer Vertrieb für Elektrofahrzeuge, den der Kurierunternehmer Peter Meyer da aufbauen möchte, sondern gleichzeitig eine neue Marke. Zusammen mit seinem Partner Georg Eichner, der bisher als Quad-Händler tätig war, importierte er für den Fuhrpark seines City Express Kurierdienstes Elektrofahrzeuge aus China.
Mehrmals waren Reisen zum Hersteller in China erforderlich, vor allem um die Fahrzeuge den deutschen Anforderungen anzupassen. Die größten Hürden sind überwunden und man hofft, dass die Fahrzeuge im Mai die Typenzulassung für die deutschen Straßen erhalten werden. Etwa 21.000 Euro sollen die elektrischen Elektroautos den Kunden dann kosten, der genaue Preis wird jedoch erst nach der Typenzulassung bekannt gegeben. Es handelt sich um zwei Modelle, über deren Modellbezeichnung aber noch nicht entschieden wurde. Fest steht jedoch, dass die Fahrzeuge unter dem Markennamen Lujo vertrieben werden.
Der 4-sitzige Kleinwagen und der 2-sitzige Kleintransporter sind ganz gegen den Trend nicht mit einer Lithium-Ionen-Batterie ausgestattet, sondern fahren mit günstigen und bewährten Blei-Gel-Batterien. Die 22 kW des Elektromotors des Kleinwagens sollen eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h ermöglichen und je nach Fahrweise eine Reichweite von 150 km zulassen. Der Kleinlaster verfügt dank einer größeren Batterie über dieselbe Reichweite, obwohl dieser über einen stärkeren Motor mit 30 kW verfügt und bei einem Gesamtgewicht von 1765 kg eine Zuladung von 700 kg ermöglicht. Der Pkw hingegen bringt unbeladen 1260 kg auf die Waage und die mögliche Zuladung liegt bei 300 kg. Die Fahrzeuge sind mit einer Handschaltung ausgestattet und derzeit noch nicht mit einem regenerativen Bremssystem versehen. ABS, Servolenkung und Klimaanlage sind hingegen serienmäßig.
Im Rahmen des diesjährigen Tages der Logistik wurde letzte Woche der Lujo-Verkaufsraum offiziell eröffnet. Zur Zeit können die Fahrzeuge auch auf der Hannover Messe in Halle 27 bewundert werden.
(mk/wattgehtab.com)