Verbund, Siemens und Magna gründen Gesellschaft für österreichische E-Mobilität

Unternehmen und Markt

 Die drei Unternehmen Magna, Siemens und Verbund gründen gemeinsam die Firma Austrian Mobile Power Management GmbH & Co KG (AMP) mit dem Ziel, Elektromobilität in Österreich rasch umzusetzen.

Vor dem Hintergrund der volkswirtschaftlichen Zielsetzungen Energieeffizienz, Reduktion von Emissionen - allen voran CO2 aber auch Feinstaub oder Lärm - und Versorgungssicherheit wollen die Gesellschafter ein übergeordnet gültiges Gesamtsystem ins Leben rufen, das in Österreich aber auch grenzüberschreitend funktioniert.

Einer der größten Energieverbraucher und CO2 Verursacher ist in Europa, aber auch in Österreich, der Verkehr. Mobilität bietet daher großes Potenzial für die Substitution von fossilen Kraftstoffen durch erneuerbare Energien sowie eine Senkung des CO2-Ausstosses und des Energieverbrauchs durch höhere Effizienz des Gesamtsystems.

Die AMP bildet die Speerspitze der im Sommer 2009 vom Verbund initiierten Plattform Austrian Mobile Power, in der die wesentlichen österreichischen Technologieunternehmen zusammenarbeiten, um die Basis für eine rasche Umsetzung der Elektromobilität in Österreich zu schaffen. Sie umfasst Repräsentanten aus den Bereichen Fahrzeugentwicklung, Systementwicklung und Infrastruktur und  ist mittlerweile als Verein mit 12 Mitgliedern organisiert, Neu dazugekommen sind Wien Energie und Energie Steiermark sowie REWE, Infineon, The Mobility House und Raiffeisen. Weitere Key Player wie Salzburg AG und EVN sind bereits über Projekte in die offene Plattform integriert.

„Siemens kann als Technologieführer viel dazu beitragen, Elektroautos in größerer Zahl auf die Straße zu bringen. Zu Beginn des UN-Klimagipfels in Kopenhagen vor einer Woche haben wir ein neues Demonstrationsfahrzeug mit einem Siemens-Elektromotor präsentiert. Der eRuf Stormster kann innerhalb von zwei Stunden mit Starkstrom aufgeladen werden. Elektromobilität und Klimaschutz haben ja viel miteinander zu tun. Die Elektroautos an sich bringen ein Höchstmaß an Energieeffizienz auf die Straße. Andererseits stehen Elektroautos als mobiler Energiespeicher in Zusammenhang mit den intelligenten Stromversorgungsnetzen der Zukunft, wenn es etwa um die Ausbalancierung des schwankenden Angebots erneuerbarer Energien im Stromnetz geht. Durch diese Smart Grids können Studien zufolge bis 2020 eine Milliarde Tonnen CO2 eingespart werden. Siemens ist bei Smart Grids in vielen Bereichen in führender Position aktiv. Wir freuen uns, dass sich die Plattform Austrian Mobile Power so gut entwickelt und wir auch in dieses Projekt unsere Expertise einfließen lassen können", so Siemens Österreich-Chefin Brigitte Ederer.

„Das Elektrofahrzeug stellt für Magna eines der wichtigsten Zukunftsthemen dar“, so Karl G. Nigl, Director of Business Development, Magna International Europe AG „Wir sprechen hier zwar nicht von einer Revolution, wohl aber von einem bedeutenden Schritt hin zu einer emissionsfreier Mobilität. Ziel ist es, ein Fahrzeug zu entwickeln und in ausreichender Stückzahl zu produzieren, das dem ursprünglichen Zweck des Automobils – Transport von A nach B – entspricht und diesen Zweck komfortabel, sicher, emissionsfrei und kostengünstig erfüllt.“


Vernetzung von Modellregionen
Eine zentrale Aufgabe der Plattform ist die Vernetzung von Modellregionen für Elektromobilität in Österreich. Bei der entsprechenden Ausschreibung des Klima- und Energiefonds wurden fünf Modellregionen (mobile power regions) eingereicht. Mit allen fünf hat die AMP bereits Letters of Intent abgeschlossen, die eine einheitliche überregionale Infrastruktur garantieren. Es sind dies Wien, Graz (ELMOST), Salzburg, Vorarlberg (VLOTTE) und Kärnten (Triple City).

Alltagstaugliches Ladekonzept
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Ladestrategie. Im Gegensatz zu Konzepten wie dem Batterietausch setzt die AMP auf das so genannte „Charge Everywhere“ Konzept. Es gibt keine Stromtankstellen im herkömmlichen Sinn: „Getankt“ wird haushaltsverfügbarer Strom aus der Steckdose, die auch über Kommunikationsschnittstellen verfügt. Jedes Fahrzeug gilt als eigener Verbraucher und wird  identifiziert. Dann kann „getankt“ werden ob zuhause, in der Garage im Büro oder während des Einkaufs im Supermarkt. Dahinter steht ein Informationssystem - eine Clearingstelle. Danach wird dann auf Basis der vorhandenen Daten  abgerechnet. Für eine optimale Verfügbarkeit müssen pro Auto bzw. Zweirad 2,3 Ladepunkte – also Stecker -  vorhanden sein.

Der Strom für die E-Mobilität soll aus erneuerbaren Energien kommen: Bis 2015 errichtet bzw. plant der Verbund neue Wasserkraftwerke in Österreich, mit denen jährlich zusätzlich fast 0,9 TWh Strom erzeugbar sind. Dazu kommen 0,1 TWh, die der Verbund zusätzlich in den kommenden Jahren aus heimischer Windkraft gewinnen will. Somit kann allein der Verbund im Jahr 2015 eine Mehrerzeugung an Strom aus heimischen erneuerbaren Energiequellen von 1 TWh anbieten.

(mp/wattgehtab.com)

 


Kommentare 

 
0 #2 2010-07-15 19:15
Energieeffizien s ist sher wichtig. Statt sehr stark erneuerbare Energien zu fördern, sollte man mehr in diesen Punkt investieren. Da liegt noch sehr viel Potential..
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0 #1 2010-07-14 08:32
Ja, das kommt gewissen Energieanbieter n gerade recht: "Wir pushen Elektroautos, dann können wir endlich unsere Wasserkraftwerk e bauen". Tatsache ist, dass mit der richtigen Effizienzsteige rung keine neuen Wasserkraftwerk e nötig sind. Und dass da kein Atomstrom aus dem Ausland mit einfliessen wird, ist ja wohl auch eher ein Gschichtl, aber immerhin ist Wien Energie auch dabei und die haben ja angeblich den Atomstrom komplett gestrichen
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