Neuer Strategieplan: Frankreich Zentrum der Elektroauto-Produktion von Renault

Unternehmen und Markt

Dezember '10: Erster Fluence Z.E. verlässt die Produktionsstraße in Bursa (Bildmaterial: renault-ze.com) Mit einem neuen Strategieplan für kontinuierliches Wachstum ordnet Renault seine Produktion neu und will sie somit noch besser auf die einzelnen Märkte abstimmen.

In Westeuropa wird sich das Unternehmen in Zukunft hauptsächlich auf den Bau von Mittel- und Oberklassefahrzeugen sowie leichten Nutzfahrzeugen konzentrieren. Hinzu kommen Elektrofahrzeuge und -motoren sowie die zugehörigen Batterien. In den aufstrebenden Wachstumsmärkten Osteuropas, Asiens und Lateinamerikas wird die Renault Gruppe ihre Produktionskapazitäten weiter ausbauen, um die dort verkauften Modelle vor Ort zu wettbewerbsfähigen Bedingungen herstellen zu können.

„Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Werke ist entscheidend für den Erfolg unseres Strategieplans“, sagte Carlos Ghosn, Präsident und Chief Executive Officer von Renault „Dieser erlaubt uns, die Produktion ohne Standortschließungen, Entlassungen oder unnötige Überkapazitäten an die weltweite Nachfrage anzupassen“, so Carlos Ghosn weiter.

Ziel der neuen Produktionsstrategie von Renault ist es, die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit jedes Standorts dauerhaft zu gewährleisten. In Westeuropa gingen die Verkäufe von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen zwischen 2007 und 2010 um 20 Prozent zurück, so das Unternehmen. Deshalb wird Renault in dieser Region künftig in den Bau von Fahrzeugen und Antriebsstrangkomponenten investieren, die einen höheren Deckungsbeitrag erwirtschaften. Steigende Absatzzahlen verspricht hier die Allianz mit Nissan oder die strategische Kooperation mit Daimler.

Der neue Renault Strategieplan etabliert Frankreich als Zentrum der Elektrofahrzeug-Produktion des Konzerns. Wenn die Fertigung des ZOE in Flins und des Kangoo Rapid Z.E. in Maubeuge im Jahr 2015 in vollem Umfang angelaufen ist, werden rund 80 Prozent aller weltweit von Renault verkauften Elektrofahrzeuge aus Frankreich kommen. Darüber hinaus wird 2013 die Batteriefertigung in Flins mit einer Kapazität von 100.000 Stromspeichern pro Jahr ihre Arbeit aufnehmen, während im Werk Cléon die Produktion des Elektromotors der dritten Generation für die batterieelektrisch betriebenen Z.E.- Modelle startet.

Die Zukunft der vier spanischen Renault Standorte ist ebenfalls gesichert. So wird auch das Motorenwerk Valladolid von der Allianz mit Nissan und der strategischen Kooperation mit Daimler profitieren. Darüber hinaus startet 2011 in Valladolid die Fertigung des Elektrofahrzeugs Twizy, während in Palencia weiterhin der Renault Bestseller Megane gebaut wird. Das Werk Sevilla wird größter Getriebehersteller der Renault Gruppe bleiben.

Das slowenische Werk Novo Mesto baut mit Twingo, Wind und Clio Campus wie bisher die Kompaktmodelle für den europäischen Markt. 2013 läuft hier zudem die Produktion des neuen, viersitzigen Smart für die Daimler AG an.

In dem türkischen Werk in Bursa, wo auch Fahrzeuge des Typs Clio vom Band laufen, soll weiterhin das Elektroauto Fluence Z.E. produziert werden.

Zudem möchte Renault Schritt für Schritt an allen Standorten die bereits beim Allianzpartner Nissan bewährte japanische Qualitätsphilosophie des „Monozukuri“ einführen. Diese beinhaltet alle Prozesse der Produktentwicklung und Fertigung vom Design bis hin zur Auslieferung an die Kunden und soll gleichermaßen die Herstellungskosten senken und die Qualität erhöhen.

(mk/wattgehtab.com)


Kommentare 

 
0 #9 2011-04-26 11:06
wir reden bei eCars die ganzen Zeit von Neuwagenpreise. Ich gespann auf die "Gebrauchten".

Renault hat den Mut, den eWeg als einer der ersten PKW Hersteller zu starten. Und mit den Kooperationen einen starken Fuss in den Markt zu setzen. Aus meiner Sicht wird das Thema ein Erfolg. Auch in Hinblick auf die grundsätzlichen Aktivitäten rund um die Speicherung von Energie und weiteren Technologien, die in diesem Zusammenhang gefördert/entstehen werden.

Was meint Ihr: Wird sich in unserer Gesellschaft eine 2 Klassen Rivalität bezüglich der privaten Mobilität etablieren? Strom vs Verbrenner
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0 #8 2011-03-31 14:11
an dexterbg

Genau meine Meinung. Ich sehe das im Moment so: egal welches andere E-Auto ich im Moment hernehme, mit dem Konzept von Renault bzw. BP fahr ich günstiger, und, wenn ich mit der Reichweite leben kann, gleich teuer wie mit einem vergleichbaren Diesel.
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0 #7 2011-03-31 09:35
zitiere Daniel Tadur:
von den Unternehmen alleine kann Renault nicht überleben. Und das Mietkonzept ist auch nicht so überzeugend


Wenn ich in Frankreich lebe und die 5.000 Euro Förderung in Anspruch nehmen kann kostet mich der Fluence bspw. privat rund 21.300 Euro, also Normalpreis für eine solche Limousine, eher schon günstig. Durch das Batterie-Mietkonzept kommen mtl. rund 80 Euro dazu.

Der Leaf kostet rund 9.000 Euro mehr (und ist eigentlich eher mit dem Zoe vergleichbar!). Aber selbst für 9.000 Euro kann ich die Renault-Batterie schon 9,3 Jahre lang leasen *UND* bekomme dabei alle 3 Jahre einen frischen Akku (Leasing-Laufzeit 36 Monate lt. Website).

Last not least ist der Akku und das Finanzkonzept von vornherein Betterplace-kompatibel.

Also, ich finde das Konzept sehr überzeugend.
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0 #6 2011-03-30 18:05
Hi, also mir ist das schon bewusst, dass Renault an best. Unternehmen wie z.B. Betterplace, EDF, Sixt... und viele andere staatliche und private Unternehmen, vor allem aus Frankreich eine fixe Anzahl an Autos verkaufen. Genauso weiß ich, dass Frankreich den Kauf von Autos mit 5000 € subventionieren und das Land beim Aufbau einer Infrastruktur unterstützen will.

Die Frage ist, ob Renault damit in der Zukunft weiterhin soviel Autos absetzen wird. Denn bis jetzt betrifft der Verkauf meistens Flottenkunden größereer Unternehmen, weniger die Bevölkerung ansich. Und die muss Frankreich erst erreichen. Denn, wenn die nicht wollen, steht auch Better Place nicht gut da (die bis jetzt sowieso nur in Israel und Dänemark vertreten sind) und von den Unternehmen alleine kann Renault nicht überleben. Und das Mietkonzept ist auch nicht so überzeugend. Da bevorzuge ich den Nissan Leaf, wo du zwar mehr Geld fürs Auto zahlen musst, aber wenigstens alles dabei hast inkl. Batterie.
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0 #5 2011-03-30 14:12
Ich glaube dass Renault sich die Sache gut vorbereitet hat.

Von nicht mithalten kann keine Rede sein, Renault ist mit 15% Martkanteil Marktführer bei den leichten Nutzfahrzeugen, und gerade hier schlagen die E-Versionen des Kangoos gut ein (erst kürzlich wieder 50 Autos fix verkauft).

Von der Limousine sind bereits über 100.000 Fahrzeuge fix an Betterplace verkauft.

Mit Batterieherstel lern müssen sie nicht verhandeln, weil sie eigene Batterien haben. Alleine von daher ist im Moment ein Vorteil gegenüber den anderen Herstellern gegeben.

Hinzu kommt das in meinen Augen innovative Mietkonzept für die Batterien. Ich habe nie das Problem dass ich nach 4 Jahren mit einer reduzierten Reichweite leben muss, da ich vertraglich gesichert eine neue Batterie erhalte. Die Betriebsbkosten (inklusive MIete) sind dabei auf dem Niveau eines vergleichbaren Diesels.

Wer sich wirklich informieren will: www.renault-ze.com
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0 #4 2011-03-25 14:59
Wenn mans drastischer formuliert. Wann geht Renault schneller unter, wenn sie ihre Produktpalette lassen wie sie ist oder mit ihrer neuen Elektrofahrzeug strategie.

Vermutlich ist es wirklich nur eine Notlösung, wobei ich mir das nicht ganz vorstellen kann. Da muss es Gründe geben, warum die von ihrer Strategie so überzeugt sind.

Daniel
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0 #3 2011-03-25 14:28
Kann es vielleicht sein, dass Renault einfach keine andere Möglichkeit hat im Automobilmarkt beständig zubleiben, wenn sie weiterhin ihre Verbrennerfahrz euge verkaufen? Ist vielleicht eine gewagte These aber es wird denke ich mal schwierig mit Toyota, VW und GM zu konkurieren.

Vielleicht irre ich mich auch.
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0 #2 2011-03-24 21:53
Hi Frank, gleicher Meinung bin ich auch.

Dementsprechend habe ich da auch meine Bedenken, woher Renault die Zuversicht bzw. den Optimismus herholt, dass ihre Elektrofahrzeug strategie bei der Bevölkerung ankommt. Schließlich investieren die Milliarden in das Projekt und haben vor, mehrere 100.000 E-Autos zu produzieren und abzusetzen. Das muss ja auch in Zukunft finanziert werden.

Und die E-Autos sind momentan einfach zu teuer, die Infrastruktur ist nicht vorhanden und die Reichweite bleibt begrenzt.

Vll weiß jemand von euch, wie Renault ihr Projekt finanziell rechtfertigen will und wie die zu der Meinung kommen, dass die ihre Autos in der Zukunft abgesetzt bekommen bzw. was für das Projekt spricht (ausgenommen natürlich der Umweltschutz)

Vielen Dank schonmal im voraus.

Daniel
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+1 #1 Frank Hagen 2011-02-28 18:54
Das klingt auf jeden Fall so, als würde langsam ernst gemacht in Frankreich. Wichtig ist, dass für die Produktion von Elektroautos die Kooperation zwischen den tatsächlichen Autobauern und den Batterieherstel lern gut läuft. Das ist hierzulande teils auch schon in der Planung. Was aber noch fehlt ist die Infrastruktur für Ladestationen: und die Aufklärung der Bevölkerung zu dem Thema. Hierzulande hängt man allzu oft noch dem Glauben an es sollen einem überteuerte E-Autos aufgezwungen werden mit deren geringer Reichweite man nicht mal bis zur nächsten Ladestation käme. Eine bessere und gezieltere Information potentieller Kunden wäre also wünschenswert.
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