Neue Endkunden-Studie: Autofahrer fordern Elektromobilität

Unternehmen und Markt

Studien-IKON-Original In der aktuellen "Elektrofahrzeuge-Endkunden-Marketingstudie" fordern Autofahrer die Bereitstellung alternativer Antriebssysteme. Mehr als ein Drittel der Autofahrer würde sich beim zukünftigen Autokauf für ein Elektrofahrzeug entscheiden (37 % Elektro, 15 % Hybrid und 48 % Konventionell).

Verbraucher in Deutschland sind sich einig: Die Art der Individualmobilität wird sich verändern. Dies ergab eine breit angelegte Umfrage, der beiden auf den Themenbereich nachhaltige Mobilität spezialisierten Beratungsbüros Perraudin Konzept (Hannover) und Warnstorf & Partner Consulting (Bremerhaven).

Die zumindest europaweit umfänglichste - konzernunabhängig erstellte - Endkunden-Marketingstudie zum Thema E-Fahrzeuge wird erstmalig einen Elektrofahrzeuge zentrierten Einblick in die Wahrnehmungswelt und das potentielle Kaufverhalten der heutigen Mobilitätsgesellschaft ermöglichen.

In mehr als 300 Stunden Interview-Zeit wurden über 1100 Seiten Datenmaterial (bei 28 Erhebungs-Fragestellungen) erfasst und aufbereitet.

Erstmals wurden u.a. folgende Themenfelder analysiert:
•    Welche Kernanforderungen stellen potentielle Käufer an ein Elektrofahrzeug?;
•    Wie glaubwürdig empfinden die Konsumenten die Umwelt- und Klimaschutzinitiativen der konventionellen Automobilindustrie?;
•    Wie ist der Informationsstand zum Thema Elektrofahrzeuge und über welche Quellen informieren sich die unterschiedlichen Altersgruppen und Bildungsschichten?; 
•    Woher soll aus Sicht der potentiellen Elektrofahrzeugkäufer der Strom für ihre Fahrzeuge kommen?;
•    Spielt die Reichweitenproblematik eine Rolle?;
•    Würden Auf-/Mehrpreise gegenüber konventionellen Fahrzeugen akzeptiert?;
•    Welche Rolle spielen Rankinglisten bei Kaufentscheidungen?,
•    Welche Bereitschaft würden potentielle Elektrofahrzeugkäufer mitbringen, ihr Fahrzeug den Energieversorgern für einen Energieaustausch/-Pufferprozess (vehicle to grid) zur Verfügung zu stellen?, etc.

"So wird zwar in Expertenkreisen bereits sehr intensiv über die Thematik der Einbindung mobiler Speicherkapazitäten in das Stromnetz nachgedacht und geforscht. Bislang hat jedoch noch niemand die mögliche Bereitschaft der potentiellen Elektrofahrzeug-Besitzer auf ihr Elektrofahrzeug, bzw. den on-board-Akku zugreifen zu lassen, abgefragt und dies in die Gesamtthematik mit einbezogen. Die diesbezügliche Stimmungslage wollten wir innerhalb dieser Erhebung unter anderem erforschen" erklärte einer der beiden Autoren Jörg Warnstorf.

Desweiteren war für die Autoren von Interesse in wie weit die Endverbraucher in das Umwelt- und Energieeffizienzengagement der Automobilindustrie vertrauen.
Dass die Konsumenten mit kritischem Blick die neuerdings immer häufiger vermarkteten Umwelt- und Klimaschutzinitiativen der unterschiedlichsten Unternehmen verfolgen ist allenthalben bekannt. Nicht umsonst ist der neudeutsche Begriff "green washing" in aller Munde.
Nur, weshalb dies auch und insbesondere im Automobilbereich so ist, wurde bislang - aus verständlichen Gründen - nicht untersucht. Die Autoren wollten hierbei jedoch nicht nur wissen, weshalb die Konsumenten der Automobilindustrie ihre ´Öko-Initiativen´ nicht abnehmen, sondern weshalb sie dies verweigern.
Zudem wollten die Autoren wissen, was die Automobilindustrie unternehmen müsste, um in den Augen der Käufer diesbzgl. glaubhafter zu werden.

Auch der ´Dauerbrenner´ Reichweite - also die Energiespeicher bedingte Einschränkung der zurücklegbaren Fahrstrecke bei rein elektrischem Betrieb - wurde genauer untersucht. "Hier war es unser vorrangiges Bestreben, Mutmaßungen durch tatsächliche Endkunden-Meinungen zu ersetzen" so Mitautor Luc Perraudin.

Insgesamt haben die Autoren sehr viel Wert auf den Bereich der Quellensicherheit gelegt. "Die Möglichkeit, vielleicht erstmals überhaupt, eine größere Befragung im Automobilbereich, die nicht von einem Automobilkonzern oder einem großen Zulieferer direkt oder indirekt in Auftrag gegeben wurde zu realisieren, war eine große Herausforderung und Chance zugleich", so Autor Jörg Warnstorf.
So wurden ausschließlich persönliche Interviews geführt, um die sehr hohen Unsicherheitsmomente einer telefonischen oder via Internet online erfolgten Datenerhebung ausschließen zu können.
Der dafür nötige extrem hohe Zeitaufwand war letztendlich dafür verantwortlich, dass sich Erhebung und Datenaufbereitung über einen Zeitraum von nahezu zwei Jahren hingezogen hat.

Die Daten wurden über einen Zeitraum von knapp 2 Jahren, unter anderem während den Fachmessen inter solar und clean moves (Hannover Messe), erhoben. Insgesamt wurden 550 Personen - über alle Altersgruppen und Bildungsschichten hinweg - ausführlich befragt.

Um auch die letzten Unsicherheitsfaktoren eliminieren zu können, wurden die Befragungen nicht per Fremddienstleister-Beauftragung, sondern ausschließlich durch die Autoren selbst ausgeführt.

Die zumindest europaweit umfänglichste - konzernunabhängig erstellte - Elektrofahrzeug- Endkunden-Marketingstudie kann ab sofort bezogen werden.

(mp/wattgehtab.com)

 


Kommentare 

 
0 #4 Christian Müller 2009-03-10 13:33
Auch wenn die Zahlen UNTER ANDEREM von den Messen kommen färbt das das Ergebnis.
Da die Messen explizit erwähnt wurden werden diese auch einen relevanten Anteil gehabt haben - und ich halte es nicht für ein Problem, auf 2 Messen 550 Leute aller Alters- und Bildungsschicht en aufzutreiben.

Besonders groß ist die Anzahl ja nicht.
Wie ich schon schrieb deutet das allenfalls darauf hin, dass es eine Nachfrage gibt.
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0 #3 2009-03-10 10:26
... mit dem Textverständnis !
Im Artikel steht nicht, dass die Befragung "ausschließlich" auf den Messen clean moves und intersolar durchgeführt wurde, sondern "unter anderem". "Unter anderem" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Befragungen auch, aber eben nicht nur auf diesen beiden Messen vorgenommen wurden. Wäre dies der Fall, hätten die Befraguugen weder 2 Jahre dauern müssen, noch hätten die Autoren dort 550 Leute "über alle Bildungsschicht en und Altersgruppen hinweg" antreffen können.

Ich schließe daraus, dass die Autoren deutlich mehr davon verstehen, wie man eine repräsentative Umfrage zu so einem Thema durchführt, als irgendein "enno".
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0 #2 Christian Müller 2008-11-28 20:09
... es zeigt aber zumindest, dass es potentielle E-Kunden gibt - auch wenn die Zahlen mit Vorsicht zu genießen sind.
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0 #1 2008-11-28 14:27
Leider wurden die Interviews in einer "Öko-Affinen" Umgebung durchgeführt (siehe die beiden Messen). Das Ergebnis dürfte daher stark gefärbt und damit angreifbar sein.
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