Nächster Versuch: Druckluft-Auto soll in Serie gehen

Unternehmen und Markt

air_car_minicat_mdi Mehrfach ist es angekündigt und immer wieder verschoben worden: Nun soll das Auto „OneCat“ mit Druckluftantrieb im September 2008 in Serie gehen und sich als preiswerte Alternative zum Elektroauto positionieren.

Das hat das französische Unternehmen Motor Development International (MDI) angekündigt. Wäre nicht seit kurzem Indiens größter Autobauer Tata involviert, könnte man das Projekt als eine verrückte Idee eines Bastlers halten. Das Fahrzeug soll mit einer Drucktankfüllung 100 Kilometer weit kommen und ab 3500 Euro kosten, berichtet das Technologiemagazin „Technology Review“ in seiner aktuellen Ausgabe 3/2008.


Das Konzept stammt von Guy Nègre, einem ehemaligen Luftfahrt-Ingenieur und Entwickler von Formel-1-Motoren, welcher die Idee schon seit 14 Jahren verfolgt. Er hatte bereits im Jahr 2002 angekündigt, Taxis in Mexico City mit Druckluftantrieben auszustatten, blieb die Realisierung aber schuldig. Seit Februar 2007 als Tata die Weiterentwicklung der Drucklufttechnologie mit MDI angekündigt hat und bisher 30 Millionen Dollar in das Projekt investiert hat, scheint Bewegung in die Sache zu kommen.

Herzstück des MDI-Autos ist ein von Airbus hergestellter Druckbehälter aus Glasfaserkunststoff, in dem 90 Kubikmeter Luft auf 300 Bar komprimiert werden. Sie soll einen Vierzylinder-Kolbenmotor mit 800 Kubikzentimetern Hubraum antreiben. Allein mit Druckluft soll das geplante 22 PS starke und 3,40 Meter lange Dreisitzer-Model eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern ohne Schadstoffausstoß haben. Optional soll es einen zusätzlichen Antrieb mit Flüssigbrennstoff gaben, der den Aktionsradius bei einem Spritverbrauch von 1,5 Litern pro hundert Kilometer auf bis zu 800 Kilometer erhöht.

Außerdem sitzt noch ein 5 Kilowatt starker Elektromotor auf der Kurbelwelle. Er soll u. a. Bremsenergie wiedergewinnen und den Kolbenmotor in einen Verdichter umfunktionieren können, der den Drucklufttank lädt.

Druckluft als Antrieb ist grundsätzlich möglich. Manche Beobachter haben allerdings Zweifel daran, dass das ganze Konzept energetisch überhaupt sinnvoll ist. Komprimierte Luft speichere nicht genug Energie, um ein Fahrzeug über eine ausreichend lange Strecke anzutreiben. Bei der Erzeugung des Drucks gehe außerdem sehr viel Energie verloren. Druckluftantriebe seien zwar weniger effizient als etwa batteriebetriebene Elektromotoren, aber dafür seien sie auch einfacher und günstiger zu produzieren. Was in Schwellenländer wie Indien ein entscheidenes Argument sei.


(Quelle: TR/ar, Bildmaterial: MDI)



Kommentare 

 
+1 #7 2008-07-08 19:39
Wenn die Druckluftenergi e aus elektrischer Energie gewandelt wird ist das System ökologischer Unsinn!
Anders wäre es mit Druckluft von mit Windkraft betriebenen Kompressoren. Da kann es für den Nahverkehr eine Alternative sein. Nur wo gibt es Windparks in den Städten?
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0 #6 2008-04-10 18:24
Beteiligen Sie sich bei den Abenteuer MDI !
Aktionär von MDI zu werden zu einem kompetitiven Preis ? Dies ist möglich !
Meine Gattin, Teilhaberin seit 1993 (15 jahre), möchte nun einen Paar Ihrer Aktien veräussern.
Der Preis ? Ungefähr die Hälfte von den was MDI (i.e. Herr Nègre der Erfinder) zur Zeit verlangt.
Dies ist ein seriöses Angebot ! Falls reelles Interesse bitte kontaktieren Sie uns unter:
martinmarschner (at)hotmail.com
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0 #5 2008-02-27 19:44
Hallo Alfred,
du hast wirklich sooo Recht:
Ein Kobenmotor ist natürlich vieeel einfacher aufgebaut als ein E-Motor. Nenn mir doch mal bitte die Teile, die deiner Meinung nach bei einem E-Motor verschleißen? Danach nenne ich dir die 10-fache Anzahl für einen Kolbenmotor.
Du redest außerdem von einer komplizierten Ansteuerung der E-Motoren... Findest du wirklich, dass mechanische Komponenten im Kolbenmotor, wie z.B. Ventile, Nocken, Zahnriemen etc. weniger komplex und wartungsunanfäl liger sind? Im Übrigen findest du dort deinen erwähnten Verschleiß!!!
Druckluft wird nie günstig sein, da der Aufwand für die Komprimierung und das Speichern enorm ist.
Außerdem muss ich dich leider noch einmal korrigieren, der "Kompressor verliert keine Wärme-Energie" (du sprichst hiermit wohl den schlechten Wirkungsgrad an), sondern ganz im Gegenteil soll diese Wärme-Energie noch weiter genutzt werden, um die Bilanz zu verbessern....
Sorry, aber das musste mal gesagt werden, denn ich musste meinem Ärger über dein Posting mal eben (Druck-) Luft machen.
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0 #4 2008-02-27 12:31
Also ich finde die Idee Genjal, da man hier nicht mit hohen Strömen, aufwendigen Umrichter, verschleiss Anfälligen Motoren und komplizierter Elektronik für die Regelung arbeiten muss.
Man stelle sich Radnarben Elektromotore vor. Die brauchen eine Komplizierte Regelung, wenn man in eine Kurve fährt, da hier nicht alle Räder den gleichen Weg (gleiche Umdrehung) machen. Da muss die Leistung jedes Motors der Fahrsituation angepasst werden.
Die Batterienmiete entfällt hier bei diesem Konzept auch.
Und was den Energieverlust angeht, der Kompressor verliert zwar beim Aufladen Wärme-Energie doch das tun die Elektromotore auch allerdings erst später, während dem Betrieb.

Ausserdem müssen die Elektrofahrzeug e wegen den hohen Strömen mit denen Handiert wird sicher jedes Jahr zum TÜV um die Sicherheit zu garantieren.
Druckluftbehält er müssen nur alle 10 Jahre zum TÜV

Letztlich wird das Druckluft-Auto die günstigste Art der Schadstofffreie n Fortbewegung werden.
Sobald es verfügbar ist, kaufe ich mir eins.
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0 #3 Josef Brusa 2008-02-26 22:30
Für mich sind da auch ein paar Sachen nicht ganz schlüssig. Z.B. braucht es im Schubbetrieb (bremsen, bergab) bestimmt keinen 5kW Elektromotor, um den Druckluftmotor in einen Kompressor zu verwandeln. Das einzige was es braucht ist die Umkehrung der Ventilsteuerung .
Die verlorene Wärme bei der Komprimierung kann aber in heissen Ländern wie Indien vielleicht teilweise aus der Umgebung kompensiert werden.
Entscheidend ist ohnehin die "Well to wheel" (www2.daimlerchrysler.com/sustainability/optiresource/index.html) Effizienz. Und die ist bei der Druckluft bestimmt nicht besonders gut. Wirkungsgrade von 35% sind deshalb zum vornherein nicht aktzeptabel!
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0 #2 2008-02-26 22:27
Och neee..

nicht schon wieder....

Es ist so wie beim Wasserstoff: Wieso (regenerativ) erzeugten Strom mit viel Verlust zuerst in Druckluft umwandeln und dann wieder mit miserablem Wirkungsgrad per Druckluftmotor ein Auto antreiben?

Die Reichweite und die Leistung sind miserabel.

Dann doch besser gleich E-Antrieb, da ist es offensichtlich.

Geldmacherei, Totgeburt!
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0 #1 2008-02-26 21:36
Einfach diesen Artikel lesen und sich dann selber ein Bild machen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Druckluftauto
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