Gastkommentar zur Automobilkrise: Alles so unerwartet?

Unternehmen und Markt

warnstorf-pressefoto_wpc Jahrzehntelang predigten die Fachleute (Prof. Diez, Dudenhöffer, Bratzel und wie sie alle heißen), die Automobilindustrie ist - auch bezüglich ihrer strategischen Ausrichtung - auf dem richtigen Weg. Die großen Unternehmensberatungsfirmen schlossen sich diesem Credo in trauter Gemeinsamkeit ebenso an, wie die neoliberalisierten "Wirtschafts-"Redakteure der (Print-)Medien.

Nur keine Unstimmigkeiten mit den potenten Auftraggebern aus der Automobilindustrie provozieren. Linientreu und mundgerecht lautete die Beratungs- und Berichtstrategie, so es denn eine gab. Dass man sich beständig Rennen auf dem Abstellgleis der Antriebstechnik lieferte und dabei unaufhörlich immer schwerere Spritfresser entwickelte, wollte keiner erkennen.

Doch dann schwenkten im Sturm der Weltfinanzkrise plötzlich die Berater die Fähnchen in eine andere Richtung. Von einem Tag auf den anderen war die Wahrheit von gestern nichts mehr wert. 

"Wir stehen am Vorabend grundlegender Veränderungen der Automobilbranche" (so Prof. Bratzel in der Welt am Sonntag v. 26.10.08) und "Jahrzehntelang entwickelte sich die Autoindustrie ruhig und stetig. Jetzt kündigt sich ein Bruch an. Größe, Design, Technik - alles steht zur Debatte. Da wird der Platzhirsch schnell zum Dinosaurier." (so Uwe Jean Heuser im Wirtschaftsteil der ZEIT Nr. 33 vom 07.08.08)

Wer verlässliche Beratungsdienstleistungen und ganzheitliche Zukunftskonzepte sucht muss sich also offensichtlich jenseits der Fähnchenschwenker umsehen. Dafür müsste die Automobilindustrie allerdings bereit sein, die Scheuklappen der Veränderungsverweigerung abzulegen. Erschwerend dazu kommt: Wirtschaft auch Automobilwirtschaft spielt sich mehr und mehr in den realitätsfremden Sphären eines Werner Sinn oder Friedrich Merz ab und wird in den Entscheiderpositionen auch so gedacht.

Technikbegeisterte Querdenker, innovative Forscher und Entwickler, die sich jenseits des Mainstreams bewegen haben es dagegen schwer. Symptomatisch für diese systemimmanenten Probleme: Fachleute aus dem Bereich der Elektromobilität wurden bis vor kurzem noch - allenfalls - belächelt. 

Nachdem nun der Neoliberalismus die Finanzwirtschaft an die Wand gefahren hat und auf dem Beifahrersitz die Automobilindustrie mitverunglückt ist, wird nun von allen Seiten Schumpeters "schöpferische bzw. kreative Zerstörung" zitiert. Wohl in der Hoffnung daraus ließe sich der rettende Strohhalm für eine rückwärtsgewandte Automobilindustrie entwickeln. Berücksichtigt man, dass Joseph Schumpeter den Kapitalismus für nicht überlebensfähig hielt, kann man dieser Form des - von Gier und Profitdenken geprägten - Kapitalismus auch nur ein Begräbnis erster Klasse wünschen. Auf dem Weg dort hin sollte man jedoch die Anregungen der UNEP-Initiative "Green New Deal" aufnehmen und dem Patienten Bankenwesen die größte Geldspritze in der Geschichte der Weltwirtschaft nur unter der Maßgabe verabreichen, dass auf breiter Ebene umgesteuert wird. Sozialethisch geprägtes Wirtschaften ist hier ebenso gemeint wie Hungerbekämpfung, nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz. Auf die Automobilwirtschaft gemünzt kann dies nur eine vollständige Abkehr vom Explosionsmotor bedeuten.

Denn eines muss klar sein: Spätestens 2012 werden sich - bedingt durch die Automobilisierung Chinas und Indiens - 1 Milliarde Autos auf diesem Planeten bewegen. Von dem jedes bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 10 Jahren rund 13.000 Liter Sprit in 30 Tonnen CO2 verwandeln wird. Wir sprechen dann von jährlich 1300 Milliarden Liter Sprit, die verfahren werden und dabei 3 Milliarden Tonnen CO2 produzieren. Um diese Menge Autos in Bewegung zu halten müssen dann nebenbei gesagt 1500 Milliarden Liter Rohöl gefördert werden. 

Unumstritten ist, die Krise kam nicht überraschend und sie zeichnete sich seit langem unübersehbar ab. Die aktuelle Finanzkrise hat allenfalls kristallisationsfördernden Charakter. Statt die Krise als Chance zum systemischen Umbruch zu sehen, geben die Lobbyisten der Automobilindustrie zur Stunde in Brüssel alles, um die vermeintlichen ´Vermarktungshemmnisse´ (gemeint sind die Umweltauflagen) aus dem Weg zu räumen. Verbietet man sich ansonsten jedwelche staatliche Einmischung will man nun den Staat darüber hinaus dazu verpflichten, über Subventionen den Fahrzeugverkauf zu ´stimulieren´. Die Keule "mögliche Arbeitsplatzverluste" wird dabei eifrig geschwungen. Auch hier gilt: Für das Versagen der rückwärtsgewandten ´Top-Manager´ soll wieder einmal der Steuerzahler aufkommen.

...und sage nachher keiner, er habe nichts gewusst.

Von Jörg Warnstorf, Geschäftsführer wp consulting


Kommentare 

 
0 #118 2008-12-28 18:23
Hallo Chris,
ist mir schon klar, daß die Kosten im Treibstoffpreis enthalten sind. Die gesamte Zeche wird direkt an der Tanke von uns Autofahrern gezahlt.
Ich denke, man sollte sich nur einmal klar machen, mit welch einem Riesenaufwand jeder Liter Sprit gewonnen wird und welch eine ungeheure Menge CO2 schon emittiert wurde, bevor der Saft an der Tanke ist... Ich fürchte nur, Otto Normalverbrauch er hat diese lange "Wertschöpfungs"-Kette nicht im Kopf, wenn er seinen Tank nachfüllt.

Um beim Thema Öko-Bilanz noch etwas anzufügen:
Wenn man sich das mal klar macht, wieviel Energie verbraten wird und wieviel CO2 schon emittiert wurde, bis der gute Tropfen an der Tanke endlich zur CO2-Emission benutzt werden kann! Sprich also im Verbrenner zum Heizen und Autofahren seine letztendliche Verwendung findet.
Das gibt doch beim Vergleich der Ökobilanzen selbst dann, wenn ich die Stomerzeugung für E-Antrieb mit Kohlekraftwerke n (die Kohle muss ja auch gewonnen, aufbereitet und transportiert werden) betreibe, ganz andere Betrachtungweis en.

Selbst wenn ein Verbrenner eines Tages 40% mech. Energie aus 100% der im Sprit enthaltenen Energie zur Fortbewegung nutzen könnte, selbst dann könnte man getrost den Vergleich mit Kohlestrom und E-Antrieb machen und der E-Antrieb hätte die Nase deutlich vorn.

Wenn mir ein Verfechter des Verbrenner-Autos sagt, und wo kommt der Strom her, aus der Steckdose, gell?
Dann frage ich doch zurück: und wo denn kommt der Sprit her, von der Tanke, gell?....

Grüße Theo
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0 #117 Christian Müller 2008-12-28 12:43
@Sönke
Ich kümmere mich um Antriebstechnik und Maschindynamik im mittelständisch en Sondermaschinen bau, das Interesse an effizienter und vor allem auch elektrischer Mobilität ist aber rein privat.

Das mit der Stromerzeugung ist so eine Sache - ich halte auch nichts von einem überschnellen Ausstieg aus der Kernenergie wenn man die wegfallenden Kapazitäten durch Kohlekraftwerke ersetzen muss. Ich denke schon, dass wir uns eines Tages 100% regenerativ versorgen können bzw. auch müssen, aber ich bin mir nicht sicher, ob das noch zu meinen Lebzeiten stattfinden wird (ich bin unter 30).
Ich denke aber, dass E-Fahrzeuge zur Stabilisierung unseres Netzes beitragen könnten indem sie als gesteuerte Verbraucher z.B. Schwankungen des Windstromes reduzieren können. Der Anreiz dafür können variable Stromtarife sein.

@Tommy
Zum Haushalt - Du hast natürlich recht, dass Holz regenrativ ist - aber wir haben auch nu eine bestimmte Menge Holz zur Verfügung und die könnte bei besserer Isolierung auch eben für deutlich mehr Haushalte reichen die dann nicht mit Öl/Gas/Strom heizen müssen. Das gleiche gilt für Fernwärme.

Stromververbrau ch im Haushalt - auch wenn es mehr Geräte werden kann der Verbrauch zurück gehen. Mein 42'' LCD TV ist zwar deutlich größer als die Röhre vorher, braucht aber trotzdem weniger Strom. Der Standby-Verbrauch wird auch zunehmnends ernst genommen. Die Summe bringt was.
Ob der Strombedarf bei vielen E-Fahrzeugen stark steigen würde bezweifeln auch einige Experten weil die Regelenergie dadurch stark reduziert werden könnte - und die wird durch ungleichmäßig anfallenden Windstrom immer mehr zum Thema.

Saxo - stimmt, der Verbrauch im Stadtverkehr würde nicht unbedingt höher sein wenn es ein 100kW Motor wär. Einsparen könnte man da wohl insbesondere durch den Wechsel von NiCd auf Lithium und Asynchronmotor auf Synchronmotor. Und wenn möglich noch die Spannung steigern.
Ich wollte da den Saxo auch nicht schlecht machen sondern nur darauf hinweisen, dass er nicht unter allen Umständen das ökologische Nonplusultra darstellt.

Einzelpersonen die 1 Tonne bewegen ...
Ich finde auch nicht, dass das sein muss. Bei uns wird aber ja alles in den Zeitschriften direkt zerrissen was nicht mindestens so sicher wie ein Leopard-Panzer ist.

Extra-Parkplätze für E-Autos mit gratis-Lademöglichkeit wie in London halte ich auch für eine super Idee.
In den Städten fehlen oft einfach die Lademöglichkeit en - wie soll ich da denn ein E-Fahrueug kaufen wenn ich noch nicht mal sicherstellen kann, dass ich im Umkreis von 500m einen Parkplatz finde.
Bei der Wohnung meiner Freundin ist das so... ganz evtl gänbe es vielleicht noch die Möglichkeit, einen Roller vor der Tür zu laden - aber das ist mit viel Organisationsau fwand verbunden. Ich denke oft sid es solche Probleme an denen die flächendeckende Verbreitung von E-Fahrzeugen in den nächsten Jahren noch scheitern könnte.

@Theo
Die Kosten sind alle im Literpreis des Treibstoffs enthalten. Der Energieaufwand ... stimmt, das wäre eine interessante Frage.

Die Altölverwertung finde ich aber wenig relevant bei Wechselinterval len die heute an 50.000km gekommen sind. Ob nach 50.000km nun 4 Liter Öl recyclelt werden müssen oder ein Bleiakku...
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0 #116 2008-12-21 17:07
Wer hat das schon mal ausgerechnet:
1. Kosten und Energieaufwand für Ölbohrungen
2. Kosten und Energieaufwand für Ölförderung (Off-Shore und Ölsand nicht vergessen!)
2. Kosten und Energieaufwand für Öltransporte (Öl-Tanker mit fetten Dieselmotoren bitte berücksichtigen !)
3. Kosten und Energieaufwand für Raffinerie
4. Kosten und Energieaufwand für Treibstofflogis tik (Tanklastzüge mit Dieselmototen nicht vernachlässigen !)
5. Kosten und Energieaufwand für Tankstellennetz
6. Kosten und Energieaufwand für Altölverwertung (E-Motoren haben kein Altöl)

Mich würde nebenbei auch interessieren, wieviel Kraftstoff allein bis zum Punkt 5. verbraten wurde und wieviel CO2 erzeugt wurde, bis der "Saft" an der Tanke ist und der Staat schließlich und endlich die Mineralölsteuer abkassieren darf....

So, und nun dagegen die Kosten für Stromerzeugung und -verteilung. Anteil Regenrative Energien nicht vergessen!

Ich glaube, das braucht man gar nicht rechnen, das sollte eigentlich klar sein.

Und dann zur Krönung noch die CO2 Bilanz vergleichsweise berechnen.
Das wäre doch was für unseren Fachmann hier im Forum gell?

@Sönke:

Da wir hier im Forum ja offensichtlich alle nicht rechnen können, wäre es ein ECHTER PRODUKTIVER BEITRAG hier im Forum von Dir, wenn Du uns das mal vorrechnest.

Liebe Grüße, Theo
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0 #115 Thomas Rossen 2008-12-20 17:49
Hallo,

erstmal @Sönke:

den Theo verdächtichst Du diesmal zu Unrecht, ich bin Thomas und von mir war das mit dem Autoradio.

Erstmal würde mich interessieren ob das irgendwie Belegbar ist mit der Energiebilanz der Haushalte? Ich kann von mir selber sagen das ich hier soviel Stom wie geht spare! Angefangen von Kühlschrank in A+ über durchgehendem Einsatz von Energiesparlamp en, teilw in LED Technik usw... Ich kenne eigendlich niemand der es nicht so macht, denn immerhin ist Strom inzwischen ein recht teures Gut. Das einzige was hier nicht optimal ist, ist die Wärmedämmung. Das ist aber umwelttechnisch auch egal, da ich zum Heizen die Abwärme eines nahegelegenen Elektrizitätswe rkes über Fernwärme bekomme. Würden die mich nicht beliefern, würden die damit irgendeinen Fluss heizen. Viele im Bekanntenkreis heizen inzwischen zusätzlich mit Holz, das ist auch regenerative Enegie. :-)

Und zum Strom, ob sich da zukünftig was sparen lässt? Die Computer werden immer schneller die Fernseher immer größer, der sonstige Schnickschnack immer mehr. Aber es gibt Statistiken die sagen, prozentual würde gar nicht soviel mehr Strom gebraucht wenn es viele Elektroautos gäbe. Die Spitzenlast wenn alle gleichzeitig nachladen wäre wohl er das Problem. Aber mit dem Strom hab ich ein Riesenvorteil! Ich kann ihn überall herbekommen! Ich kann Kohle, Öl, Gas ja sogar Müll, Fäkalien und Holz dafür verbrennen. Ich kann Sonne, Wind, Erdwärme und Wasser nutzen. (Hier ist der Wirkungsgrad noch nichtmal so wichtig da meine Primärenergie ja sowieso immer vorhanden ist). Ich kann Atome spalten, und zukünftig vielleicht sogar fusionieren (Tokamak, Stellarator- damit wären dann entgültig alle Probleme gelöst aber anderes Thema). Mein Verbrenner braucht aber immer den Brennstoff für den er geschaffen wurde, selbst die kleinste Abweichung zieht zumindest einen (kostspieligen) Umbau nach sich (Gas).

Und nochwas: Mein Kohlekraftwerk steht weit weg von der Stadt, die Schornsteine so hoch das die Abluft über die Stadt hinwegzieht, gefiltert von modernsten Filtern die ständiger Wartung unterliegen. Das ändert zwar nichts am CO2-Ausstoß und dessem Beitrag zum Klimawandel, aber zumindest hält es die Luft in unseren Städten sauber.

Die Autos, vor allem die Dieseldrecksche udern fahren draußen direkt an uns vorbei, emmitieren neben CO2 ja noch ihren ganzen Dreck wie Ruß, Gestank, Stickoxid Lärm und Feinstaub und das auf einer Höhe das ausgerechnet unsere Kinder das meiste davon abkriegen. Manche von ihnen unterliegen überhaupt keine Wartung bei vielen funktioniert die Abgasreinigung trotz frische AU-Plaketten nur mäßig. Der Diesel, als eigendlich effizientere Maschine tut sich hier ja besonders negativ hervor, eigendlich ne Ironie.

Und da ich gerade bei Effizienz bin, klar ist dieser Autoradio-Vergleich weit hergeholt, aber ich finde er verdeutlicht sehr gut, das auch wenn der maximale Wirkungsgrad des Verbrenners höher ist wie Theo meinte, gibt es im praktischen Betrieb ständig Fahrsituationen die ihn auch mal in den einstelligen Bereich rutschen lassen. Auch hier schneidet das E-Auto viel besser ab! Beim verzögern rettet es einen Teil der kinetischen Energie zurück und im Stand laufen nur noch die Steuergeräte und evt. Wasserpumpe/ kleinere Lüfter, zusätzlich zu meinem Radio. Und @Chris besagter Citroen Saxo hat wie Du schreibst einen 11KW Motor. Würde man den Antrieb auf 100KW auslegen, natürlich mit modernster Umrichter und Motortechnik, wäre der Energieverbrauc h nur gering höher, da die E-Maschine ihren hohen Wirkungsgrad auch im Teillastbereich hält, wärend ein PS-Stärkeres konventionelles Auto auch beim langsamfahren deutlich mehr Benzin benötigt da die Maschine öfter in ungünstigen Wirkungsgradber eichen läuft.

Aber Sönke gebe ich insofern Recht, das nicht die Industrie sondern auch die Politik und Gesellschaft hier erheblich gefragt sind! Man muß sich Gedanken machen ob es wirklich nötig ist (Auch vom Verkehrsflächen bedarf) das eine Einzelperson für 30 KM täglichem Arbeitsweg eine Maschine von 4 Metern und über 1 Tonne Gewicht bemühen muß. Um einen Anreiz zum Umdenken zu schaffen, würde ich die Möglichkeit schaffen elektrische Kleinstwagen ala City-El kostenlos auf das große Auto mitzulassen zu können, bzw wenn kein großes Auto vorhanden ist steuerfrei und mit niedrieger Versicherungsra te. Kostenloses Parken für Elektrofahrzeug e inklusive kostenlosen Strom innerstättisch auf allen öffentlichen Parkplätzen. Und natürlich eine staatliche Förderung auf den Kaufpreis des E-Fahrzeuges. Um das ganze zu finanzieren müssen Verbrenner eine Citymaut ala London zahlen. Mittelfristig (5-10 Jahre) dann ein vollständiges Verbot zum betreiben von Wärmekraftmasch inen in besonders belasteten Wohngebieten und Innenstädten, dh. Hybridautos dürfen natürlich wenn sie ihren Verbrenner für die Durchfahrt ausschalten. Das ist jetzt natürlich sehr ergeizig gefasst aber völlig falsch ist auf jeden Fall das ständige Einknicken vor der Autolobby, egal ob Wirtschaftskrie se oder nicht denn die 120 Gramm da kann mir keiner erzählen das die nicht sogar heute schon zu schaffen währen!

Nette Grüße,
Thomas.
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0 #114 2008-12-18 20:27
@ Theo (sachliche Antwort und Energiemix)

Also die sachliche Antwort deiner Falschrechnung hat Chris ja schon gegeben. Auf sachlicher Basis habe ich dem nichts hinzuzufügen, weil er vollkommen Recht hat.

Die ganzen E-Fahrzeugverfech ter vergessen immer die Stromerzeugung mit der CO2-Produktion. Je nach Energieherkunft rechnet sich ein E-Fahrzeug in der CO2-Bilanz oder rechnet sich auch eben nicht und ein moderner Diesel ist umweltfreundlic her als ein E-Fahrzeug.
Beispiel: Ein MINI E gespeist aus Strom eines einfacher Braunkohlekraft werks ist eine größere CO2-Sau als ein 118d. Ein MINI E gespeist mit Strom aus einem Kernkraftwerk hat CO2-mäßig die Nase vorn (0 g/100km), aber erzeugt dann Atommüll (was schlimmer ist, mag jeder anders sehen). Ein MINI E gespeist aus regenerativer Energie ist natürlich die Wunschlösung und DANN als Stadtauto (wegen begrenzter Reichweite) oder als Pendlerauto (dann als Plug-In mit Range Extender) wirklich das Umwelt-Ass!!!!

Aber die Forderung "Versorgt E-Fahrzeuge zu 100% mit regenerativer Energie" ist eben ein unrealistischer Wunsch. Warum? ...weil das, was ökonomisch vertretbar (also auch vom Endverbraucher bezahlbar!!!) ist an regerativem Energeianteil bereits heute und in den nächsten Jahren getan werden wird. Allein schon deswegen, weil die Regierung bis 2040 eine CO2-Reduktion von -40% zugesagt hat. Da ist das Thema "maximaler regenrativer ANteil" bereits heute gesetzt!!!
Die offene Frage ist nun, woher der zusätzliche Strom für mehr E-Fahrzeuge kommen soll. Regenerativ geht nimmer, weil der Anteil wie gesagt bereits an der ökonomichen Sinnhaftigkeits grenze laufen wird. Nun hat man die Wahl Kohlekraftwerke oder Kernkraftwerke. Pest oder Cholera????
Aber so wäre die korrekte Rechenweise. Der Rest trifft nicht die Summer der Realität.
Zukunftsvision sollte natürlich sein, 100% der Energie regenerativ zu erzeugen. Ob dann als Strom in einer Batterie gespeichert oder chemisch zum Beispiel als Wasserstoff wird man sehen und situativ zur Anwendung anpassen. Aber der Name VISION sagt es schon: Weit weg und vielleicht nie wirklich errechbar ...aber als Ziel anzustreben.

Fazit: So einfach ist eine Rechnung "CO2-Bilanz (als Hintergrund der Diskussion um Wirkungsgrade)" nicht. Wer ehrlich (auch zu sich selbst sein will), muss mehr einrechnen als nur das, was im Auto passiert. Also können solche Lösungen optimal auch nicht nur Entwicklungsing enieure allein lösen sondern es geht nur gemeinsam mit der gesamten gGesellschaft und Politik und das am Besten weltweit!!!


@ Theo (als unsachlicher Dikussionsteiln ehmer)

Ein Auto mit laufendem Motor als Radio zu "missbrauchen" und da noch Wirkungsgrade für auszurechnen, zeigt nicht deinen technischen Durchblick sondern nur deine (mangelnde) Qualität der Diskussionsführ ung! Hast du überhaupt schon einen Führerschein? ....denn in der Fahrschule lernt man schon, dass unnötiges Laufen lassen des Motors erstens zu vermeiden und zweitens sogar eine Ordnungswidrigk eit ist, die sogar Strafen nach sich ziehen.
Fehlt nimmer viel und du vergleichst die Wirkungsgrade eines elektrischen Wasserkochers im Haushalt mit dem eines Autos), wo man einen Wasserkessel auf die Abgaskrümmer stellt für heißes Teewasser.
(Ich meine, den Wirkungsgrad eines MP3-Players mit UKW-Radio zu vergleichen mit einem Auto mit laufendem Motor zum Radio hören, haste ja schon gebracht! *lach*)


@ Chris

Darf ich fragen, in welcher Branche oder sogar welcher Firma zu Entwicklungsing enieur bist? Zeigst viel Durchblick hier und deinem posting nach haste ja Maschinenbau oder Fahrzeugtechnik studiert.
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0 #113 2008-12-17 01:25
Citroen Saxo Überland: 18kWh/100km elektrisch
Das macht bei Kohlestrom - Wirkungsgrad 25-50% - : 36-54kWh/100km Kohle
Oder bei Solarstrom - Wirkungsgrad 14% - :
129kWh/100km Sonne

BMW 118d Überland: 4l/100km =39,2kWh/100km Diesel
Dabei hat der BMW 105kW und die Wärme zum Heizen gibts vom Motor gratis, der Saxo hat 11kW und die beiden Autos sind wohl kaum in einer vergleichbaren Klasse anzusiedeln.
Mit Wirkungsgraden hat das alles nichts zu tun - dazu müßten wir die Strecke, das Geschwindigkeit sprofil, das Gewicht, den Rollwiderstand, den CW-Wert und die Anströmfläche berücksichtigen .
Wir können aber festhalten, dass 20% - wie Sönke es richtig sagte - ein Wert ist der eher in die 50er Jahre passt. Die Vorlesung Verbrennungsmot oren liegt bei mir schon 5 Jahre zurück - aber damals waren schon 205g/kWh Stand der Technik - das entspricht ca 41%.

Ich sehe zweifelsfrei in den Elektrofahrzeug en ein großes Stück Zukunft - aber als Entwicklungsing enieur packt mich das kalte Grausen wenn hier streckenweise so ein Unsinn geschrieben wird der mehr mit dem Austragen von Glaubenkriegen zu tun hat als mit irgendeiner Realität.
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0 #112 Thomas Rossen 2008-12-16 22:49
Hallo zusammen,

Stimmt wirklich das Theo sich verechnet hat mit 20%

Ein BMW im Stadtverkehr braucht so 100 KWh auf 100 Kilometer. Ein alter Citroen Saxo mit E-Antrieb braucht 12 Kwh auf 100 Kilometer...

Sogesehen sind 20% Wirkungsgrad viel zu hoch gegriffen.

Aber noch interessanter: Ich stelle den BMW auf den Parkplatz mit eingeschaltetem Autoradio und lasse den Motor laufen damit die Batterie nicht leer wird, sondern die Lichtmaschine den Strom fürs Radio erzeugt. Das Radio nimmt bei normaler Lautstärke 15 Watt Strom schätz ich mal. Der Motor 1 Liter pro Stunde, was 9 KWh entspricht... Wow, wer möchte jetzt den Wirkungsgrad ausrechnen, mit dem das Radio betrieben wird? ;-)

Das Problem ist, selbts wenn ich heute auf fast 30% Wirkungsgrad für meinen Benziner komme, erreicht er diese 30% leider nur unter Betriebsbedingu ngen die ich ihm auf meinem täglichen Arbeitsweg praktisch nicht bieten kann!!

Also Theo: Besser gerechnet als Sönke, liegt näher an der Praxis. Glückwunsch. ;-)

Nette Grüße,
Thomas.
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0 #111 2008-12-16 00:19
Dass die Rechnung 80/20 % Wirkungsgrad bzw. Verluste von Theo falsch sind (bzw. die Werte aus den 50er Jahren) hab ich woanders vor längerem schon gepostet. (Nur nochmals zur Wiederholung, weil es ein Posting drüber stand und es hier gerade um Milchmädchenrec hnungen geht).

@ Rivers

An deinem Posting und vor allem den Schlüssen ist so ziemlich alles grad falsch. Daher mag ich im Detail gar nicht drauf eingehen.
Fakt ist, dass Klima-Investitionen in Haushalte und Industrie derzeit den deutlich besseren Wirkungsgrad haben als bei Automobilen. Das wir dir jeder (der Ahnung hat) bestätigen. Und dazu muss man nicht rechnen, sondern es nur kapieren WOLLEN! ;-) Es ging auch nichts ums Ablenken, sondern nur darum, dass wer es ERNST meint mit Klimaschutz im allgemeinen ( tun HIER aber die wenigstens!!!), der darf rein ökonomisch nicht beim Automobil anfangen. Trotzdem wird die AUtoind ustrie ihren (wie immer überdurchchnitt lich) hohen Anteil leisten. Allein schon aus Eigennutz, weil sie sonst nicht mehr genügend Fahrzeuge los werden.
Die Deutsche Autoindustrie (OPEL ist für mich nicht rein Deutsch und FORD auch nicht) hat mit den Problemen der Amis nichts gemeinsam! Und dass die Deutsche Autoindustrie derzeit auch Absatzprobleme hat, hat nur unwesentlich mit dem Portfolio der Autos zu tun. Wenn du anderes behauptest, weißt du einfach nicht, wovon du redest.

Warum sind Autos denn schwer und teuer? ....weil der Kunde keine kleinen, leichten ohne Sicherheit und Komfort kauft, die nicht aus dem Quark kommen. Wenn du ein billiges Auto haben willst, kauf die einen Tatra und mecker nicht rum. ;-) Aber den wirste nicht fahren wollen.
Dass die Autos aber immer spritdurstiger werden, ist faktisch einfach Bullshit. Wo lebst du oder welche Zeitungen liest du? ;-)

Neeeee, hab mich grad entschieden, die Diskussion nicht weiter zu führen. Denn das macht nur mit informierten Menschen Sinn!!!
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0 #110 2008-12-15 17:27
Der Vergleich mit den haushalten ist eine Milchmädchenrec hnung.

99% aller automobile fahren mit Benzin/ Diesel.
Haushalte sind entweder durch Fernwärme (Jaaaa das gibt es zuhauf !!) durch Erdgas, durch Öl, Durch Holz /Kohle oder Alternative Quellen mit Energie versorgt.
Auch wenn die Haushalte einen höheren Prozentsatz an Energieverbrauc h darstellen, so ist es müssig vom Problem des Automobils abzulenken.
Es zeigt die Misere der Manager und Ingenieure, scih etwas neues einfallen zu lassen und nicht so weiter zu machen wie bisher.
Genau aus diesem Grund steht die Amerikanische Automobilindust rie am Abgrund und die Europäische dahinter.
Otto Normalverbrauch er hat mittlerweile auch keine Lust merh immer mehr Gled für immer schwerere und spritdurstigere Autos auszugeben.
Leider haben das immer noch nicht alle begriffen....
HALLO ??????
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0 #109 Christian Müller 2008-11-27 01:01
Das mit der Notwendigkeit des Rangeextenders sehe ich genauso - ich fahre jetzt ja auch nicht den letzten Tropfen im Tank aus. Wenn die Reichweite also nicht wirklich über 300km liegt - das heißt im schlimmen Fall reell nur bei 150km - kommt ein reines E-Fahrzeug kaum in Frage - zumindest nicht als Erstwagen.

Brennstoffzelle ... ja, sie ist schön - aber Wasserstoff lässt sich schlecht speichern, man hat Verluste beim Erzeugen aus Strom, braucht Energie um ihn zu verflüssigen oder auf 350 (bzw 700) bar zu komprimieren... das ist so verlustreich und aufwändig, dass der Hubkolbenmotor mir da sinnvoller erscheint. Wenn Brennstozelle dann als Methanol-Version oder der Wasserstoff muss an Bord z.B. aus Methanol erzeugt werden.
Ist aber alles Zukunftsmusik - im Moment brauchen wir erstmal funktionierende günstige Rangeextender mit trotzdem guten Wirkungsgrad um das E-Auto (als plug-in) massiv voran zu bringen - da muss man sich nicht noch Probleme mit einer so unausgereiften Technik einhandeln. Und Wasserstoff tanken dürfte wohl noch komplizierter sein als eine Steckdose aufzutreiben.

Denke der Rangeextender sollte am besten
a) aus sein
oder
b) im optimalen Wirkungsbereich arbeiten

Sonderfälle sind dann z.B.
c) Vollast bei Expressfahrten über längere Strecken
und
d) Schwachlast, so dass der Wärmebedarf gedeckt wird bei Fahrten im Winter die aber noch so kurz sind, dass es auch ohne Heizung rein per Akku ginge.

Heizen mit Strom aus dem Akku sollte man vermeiden - außer es geht z.B. um die Sitzheizung oder Spiegelheizung - da gehts ja nur mit Strom.

Reduzierung des Fahrwiderstande s:
Stimmt, es geht nicht ohne Einschränkungen . Der Wagen muss möglichst wenig Anströmfläche haben, kann also nicht so hoch bauen was Innenraumvolume n kostet. Ein guter CW Wert spricht auch gegen eine gute Raumnutzung (steile Heckkklappe = nix gut). Energiesparreif en werden optisch nicht so wirklich eine bullige breite Optik haben. Sicherheit ... denke da wird man nicht sooo große Abstriche machen müssen wenn schlau komstruiert wird.
Ob der Kunde das akzeptiert ... weiß ich nicht. Aber ich glaube, dass es in Zukunft nicht unbedingt mehr so normal sein wird, solch riesige Massen mit sich herum zu schleppen - und das dürfte zu einer neuen Sympathie für kleine Fahrzeuge führen. Sofern die hip sind kein Problem - der Mini macht es vor.
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