Daimler und Toray gründen Joint-Venture für Leichtbau-Fahrzeugteile

Unternehmen und Markt

Daimler und Toray gründen Joint-Venture für carbonfaserverstärkte Fahrzeugteile (Bildmaterial: Daimler)Toray Industries, Inc. mit Hauptsitz in Tokio und die Daimler AG haben bekannt gegeben, ein Joint-Venture mit Sitz in Esslingen für die Herstellung und Vermarktung von Automobilteilen aus carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) zu gründen. Die Unternehmen unterzeichneten heute den Joint-Venture-Vertrag.

Im Rahmen der Entwicklungsvereinbarung, die im März letzten Jahres unterzeichnet wurde, arbeitet Toray an der Entwicklung von Ausgangsmaterialien zur Herstellung von Carbonfasern und neuen Formgebungsprozessen. Daimler übernimmt die Verantwortung für die Gestaltung der Komponenten, die Entwicklung von Technologien zur Integration dieser Teile im Gesamtfahrzeug und die Prozessautomatisierung.

Durch die Verbindung der Kompetenzen und Stärken beider Unternehmen, soll es gelungen sein, eine hocheffiziente Verfahrenstechnologie für die Massenproduktion von CFK-Teilen zu entwickeln, die einen deutlich kürzeren Formgebungszyklus zu Folge haben wird.

Das Joint-Venture-Unternehmen, dessen neuer Firmenname noch bekannt gegeben wird, plant mit der Serienfertigung von CFRP Komponenten mit einem Kurzzyklus-Harzinjektionsverfahrens (Short Cycle Resin Transfer Molding, RTM) in 2012 zu starten. Dabei handelt es sich um ein neues Verfahren für den CFK-Formgebungsprozess das Toray für Pkws der Marke Mercedes-Benz entwickelt hat.

Für Toray, als weltweit größter Hersteller von Carbonfasern, hat die Ausweitung des Geschäftsfeldes für carbonfaserverstärkte Verbundteile auch im Automobilbereich eine hohe Priorität. Im Juni 2008 gründete das Unternehmen das Automotive Center (AMC) als Entwicklungsbasis für Automobilanwendungen sowie im April 2009 das Advanced Composite Center (ACC) als zentrale Stelle für die Entwicklung von Technologien und Anwendungen für CFK-Produkte. Diese Zentren dienen als Kernbereich des A&A (Automotive & Aircraft) Center, in Nagoya, Präfektur Aichi, dessen Zentrum für die Entwicklung von Technologien für Anwendungen im Automobil- und Luftfahrtbereich, und sind in die Entwicklung von Materialien und Prozessen für Automobilanwendungen integriert.

Leichtbau ist ein integraler Bestandteil der Strategie von Daimler auf dem Weg zur nachhaltigen Mobilität. Das Unternehmen hat es sich zum Entwicklungsziel gesetzt, das Rohkarosseriegewicht bei allen Mercedes-Benz-Fahrzeugen um bis zu 10 Prozent gegenüber den Vorgängermodellen zu reduzieren, um damit die Kraftstoffeffizienz noch weiter verbessern und die Emissionen weiter reduzieren zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Daimler auf die Entwicklung neuer Technologien, die auf Grundlage des Prinzips basieren, das richtige Material am richtigen Ort einzusetzen. Die Verwendung von CFK-Teilen in geplanten Karosserien ist integraler Bestandteil dieser Leichtbaustrategie.

Diese gemeinsame Leichtbauentwicklung von Toray und Daimler kann künftig auch Gewichtszunahmen infolge zusätzlicher Sicherheits- oder Komfortfunktionen sowie alternativen Antriebssysteme teilweise aufwiegen. Außerdem sollen die CFK-Teile zu einer erhöhten Steifigkeit der Karosserie beitragen, wodurch die Stabilität der Fahrgastzelle nochmals erhöht wird. Die beiden Unternehmen beabsichtigen, ihre gemeinsamen Aktivitäten in der Entwicklung weiter voranzutreiben, um eine Produktionstechnologie für die Serienfertigung zu erhalten, die auch hinsichtlich ihrer Kosteneffekte äußerst attraktiv ist. Das Joint-Venture wird die CFK-Bauteile herstellen und vermarkten, und so die Einführung von Carbonfaser-Verbundmaterialien im Automobilbereich gerade für den Serieneinsatz weiter voranzutreiben.

Das Joint-Venture, das über ein Kapital von 825.000 Euro verfügt, hat folgende Anteilsverhältnisse: Toray - 50,1 %, Daimler - 44,9 %, Sonstige - 5,0 %.

(mk/wattgehtab.com)

 


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