Continental kauft Siemens VDO für 11,4 Milliarden Euro

Unternehmen und Markt

continental-logo(Quelle: Conti/ar) Die Continental AG, Hannover, hat von der Siemens AG für 11,4 Milliarden Euro die Automobil-Zuliefersparte Siemens VDO Automotive AG gekauft. Damit rückt das hannoversche Unternehmen weltweit unter die Top-Fünf der Branche vor. Continental sei nun ein attraktiver Komplettanbieter für die Automobilindustrie, erklärte Vorstandsvorsitzender Manfred Wennemer heute (25. Juli 2007) auf einer Pressekonferenz in Hannover.

Der VDO-Erwerb steht unter der Bedingung der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden. Zusammen erzielen Continental und Siemens VDO Automotive auf Basis 2006 mit knapp 140 000 Beschäftigten weltweit einen Jahresumsatz von rund 25 Milliarden Euro.


In Deutschland sind 19 000 Mitarbeiter bei VDO und 30 000 Mitarbeiter bei Continental beschäftigt. Allerdings laufen bei Siemens zurzeit Restrukturierungsprogramme, die Continental fortführen wird.

„Gemeinsam sind wir mit gebündelter Innovationskraft und weltweit führenden Positionen in entscheidenden Marktsegmenten wie Sicherheit, Chassis, Powertrain und Telematik/Infotainment herausragend für den globalen Wettbewerb aufgestellt und werden von allen Megatrends der Branche profitieren“, sagte Manfred Wennemer. Außerdem ergänzten sich Siemens VDO und die Continental AG hervorragend, betonte der Conti-Chef.

Mit der Akquisition von VDO macht Continental den nächsten Schritt zum vollumfänglichen, integrierten Systemanbieter. Diese Entwicklung wurde 1998 durch die Übernahme von Teves in Gang gesetzt und durch die Zukäufe von Temic und dem Automobilelektronik-Geschäft von Motorola fortgesetzt. Mit dem Neuzugang werde die Marktposition in Europa, Nordamerika und Asien maßgeblich ausgebaut, erklärte Wennemer.

Angesichts der weit reichenden operativen und strategischen Vorteile, des erwarteten Nettosynergiepotenzials von mindestens 170 Millionen Euro pro Jahr ab 2010 sowie der für mit der Transaktion verbundenen und für den Staat aufkommensneutralen Steuervorteile mit einem Wert von rund einer Milliarde Euro sei der vereinbarte Kaufpreis angemessen und gerechtfertigt, betonte Wennemer.

Vorbehaltlich der Genehmigung durch die zuständigen Behörden, soll der Kauf bis Ende des Jahres erfolgen. Die Integration von VDO soll bis Ende 2009 abgeschlossen sein, wobei aber der größere Teil bereits im kommenden Jahr vollzogen sein soll.

Continental-Finanzvorstand Dr. Alan Hippe betonte, dass die Finanzierung des Kaufpreises kein Thema sei. Der Zukauf werde die Kapitalstruktur von Continental effizienter gestalten, und es seien bereits attraktive Konditionen mit Banken ausgehandelt worden. Die Fremdmittelaufnahmen würden durch Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals ergänzt werden, erläuterte Dr. Hippe.

Wennemer betonte, dass weder ein Verkauf von ContiTech, noch der Reifendivisionen geplant seien.


Bildmaterial: Continental AG


Kommentar schreiben

Wattgehtab ermuntert seine Leser ausdrücklich, Artikel zu kommentieren. Im Interesse aller User behalten wir uns vor, veröffentlichte Kommentare zu prüfen und gegebenenfalls zu editieren oder zu löschen. Besonderen Wert legen wir ferner auf einen sachlichen Stil der Kommentare und den Respekt vor anderen Meinungen. Danke für die Beachtung. Ihr Wattgehtab-Team


Sicherheitscode
Aktualisieren

Neueste Kommentare