Chinas Probleme bei der Einführung von Elektro-Autos

Unternehmen und Markt

E-Mobil von FAW China auf der Messe in Changchun 2011 Wie Xinhua-China berichtet, ist der Durchbruch des Elektro-Autos im Gegensatz zu den E-Zweirädern in China noch weit von der Realität entfernt. Die derzeit stattfindende Automesse in Changchun zeigt vor allem zweierlei: Im Bereich der Fahrzeuge mit neuartigen Antriebsformen ist viel geschehen, allerdings müssen in den nächsten fünf Jahren die Probleme mit den mangelnden Industriestandards und verkaufsbehindernden Sicherheitsbedenken beseitigt werden.

In Changchun fahren seit letztem Jahr hundert Hybridfahrzeuge im öffentlichen Transportnetzwerk, in diesem Jahr sollen hundert weitere dazukommen. Am 8. Juli führte Changchun 16 Maßnahmen ein, um den privaten Kauf von grünen Fahrzeugen zu fördern. Die Stadt will ausgewählten Bürgern 500 neue grüne Autos anbieten und ein einfaches Service-System soll eingeführt werden. "Dieses Jahr ist ein wichtiges Jahr für die Entwicklung der grünen Fahrzeuge in Changchun. Wir werden diesen Wirtschaftsbereich durch flankierende Maßnahmen unterstützen", sagte Xiao Wanmin, stellvertretender Bürgermeister von Changchun.

Neben Changchun haben im Juni 2010 fünf Städte, darunter auch Shanghai und Shenzhen versuchsweise damit begonnen, den Kauf von grünen Autos zu bezuschussen. Inzwischen hat sich diese Zahl auf 25 Städte erhöht.

Doch trotz den Erfolgen bei der Produktion, hat die Politik bisher versagt, wenn es darum ging, grüne Autos für den privaten Markt schmackhaft zu machen, so das Blatt weiter. Mehrere Verkäufer solcher Fahrzeuge berichteten davon, dass sie kein einziges Auto haben verkaufen können. Manchen fehlt sogar ein Ausstellungsmodell, mit welchem sie die grüne Technologie anpreisen können."Die Lage ist in anderen Städten wie Beijing, Shanghai oder Hangzhou kaum anders. Die Verkäufer in diesen Städten wollen solche Autos gar nicht mehr ausstellen, weil sie sich so schlecht verkaufen", sagte ein Autohändler in Changchun.

Die Verkaufszahlen in den Teststädten sind alles andere als ermutigend. In Shanghai beispielsweise werden nur ganz selten die Nummernschilder für grüne Fahrzeuge in Anspruch genommen. BYD, einer der führenden Autoproduzenten des Landes, sagte, dass er nur gerade ein paar Hundert Elektrofahrzeuge hat verkaufen können. Die Gründe für die Zurückhaltung der Konsumenten sind Sicherheitsbedenken und die Schwierigkeit, die Fahrzeuge wieder zu laden.

"Wieso schalten die Fahrer von den grünen Bussen nicht die Klimaanlage ein?", beschwerte sich vor kurzem ein Pendler in Changchun während einer Hitzewelle. Damit hat der Passagier einen der wunden Punkte berührt. "Wenn wir die Klimaanlage laufen lassen, gehen die Busse kaputt", erläutert ein Fahrer namens Chen. Laut Chen ging die Klimaanlage in seinem Bus bereits nach einem Jahr kaputt. Um sie zu reparieren, müsste man im Fahrzeug einen neuen Motor einbauen.

Zu den bereits bekannten Problemen wie der kurzen Lebensdauer von Batterien kommen laut Experten noch andere Faktoren dazu wie mangelhafte Industriestandards, schlechtes Management und Sicherheitsrisiken. Da es keine entsprechenden Industriestandards gibt, ringen Hersteller noch immer mit der Frage, wie die Batterien der Fahrzeuge designiert und betrieben werden müssen.

"Das Problem mit den Batterien ist global gesehen ein Faktor, an dem der Sektor insgesamt am stärksten zu leiden hat", sagt Nigel Clark, Professor für Flugzeugbau an der West Virginia University, bei der Automesse in Changchun. Guo Konghui von der Chinesischen Akademie der Ingenieurwissenschaften, sagte, dass sich die Entwicklung von grünen Fahrzeugen noch immer in einer Entwicklungsphase befände – auch in den entwickelten Ländern."Wenn die vergangenen fünf Jahre die Entwicklungsperiode des Sektors darstellten, dann sind die nächsten fünf Jahre die Zeit, in der die Industrie die Probleme lösen muss."

(mw/wattgehtab.com)


Kommentare 

 
0 #2 2011-07-20 21:33
zitiere Haelker:
Wie werden die Batterien meist LiFePo überhaupt recycled? Auch dazu schweigt die Industrie!

Berechtigte Frage zur Nachhaltigkeit aber ganz so schweigsam ist man nicht, lediglich unkommunikativ: Neben Pyrolyse, Vakuumdestillat ion und Zerkleinerung mit thermischer Restbehandlung funktionieren bereits die unterschiedlich sten Verfahren, sehr gut bei den Blei-Batterien aber selbst bei Nickel-Cadmium und eben auch schon bei Li-Verbindungen. Siehe hierzu auch:
http://elektrofahrzeug-institut.de/index.php?id=89#c207 oder vorgestern just den Fernsehbeitrag auf Sat3 -
http://elektrofahrzeug-institut.de/index.php?id=89#c207, in Dtld. soll sich bspw. eine Fa. in Goslar damit beschäftigen.
Zitieren
 
 
+1 #1 2011-07-19 16:33
Wie werden die Batterien meist LiFePo überhaupt recycled? Auch dazu schweigt die Industrie!
Zitieren
 

Kommentar schreiben

Wattgehtab ermuntert seine Leser ausdrücklich, Artikel zu kommentieren. Im Interesse aller User behalten wir uns vor, veröffentlichte Kommentare zu prüfen und gegebenenfalls zu editieren oder zu löschen. Besonderen Wert legen wir ferner auf einen sachlichen Stil der Kommentare und den Respekt vor anderen Meinungen. Danke für die Beachtung. Ihr Wattgehtab-Team


Sicherheitscode
Aktualisieren

Neueste Kommentare