Bosch: Hybrid-Technik auf breiter Front ab 2008

Unternehmen und Markt

bosch_hybridtechnik_small(Quelle: Bosch) Stuttgart - Bosch liefert ab 2008 Hybridsystem für VW, Audi und Porsche. Weiters will sich der weltgrößte Automobilzulieferer bei der für die Hybrid-Technologie entscheidenden Batterietechnik verstärken und hat den ersten Auftrag für einen Diesel-Hybrid erhalten.

„Wir haben sowohl für den Benzin-Hybrid als auch für den Diesel-Hybrid entsprechende Serienaufträge erhalten“, sagte Dr. Bernd Bohr, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik. Bohr bezeichnet die Batterietechnik als Schlüsseltechnologie für künftige Fahrzeugantriebe. "Wir wollen komplette Batterie-Module in das Produktportfolio aufnehmen", so Bohr. In Zukunft wolle Bosch den Automobilherstellern ganze Hybrid-Systeme anbieten.



Batteriekompetenz
Der Automobilzulieferer Robert Bosch will sich bei der für die Hybrid-Technologie entscheidenden Batterietechnik verstärken. "Wir befinden uns in Gesprächen mit verschiedenen Batterieherstellern über eine Akquisition oder Partnerschaft", sagte Bernd Bohr, Leiter der Sparte Kraftfahrzeug-Technik am Dienstag am Rande einer Veranstaltung des Stuttgarter Konzerns zu Dow Jones Newswires. Näheres dazu wollte er nicht sagen.

Bisher beschränkt sich der Zulieferer im Wesentlichen auf Steuergeräte für das Bordnetz- und Getriebemanagement sowie den Starter-Generator. Dadurch verfügt Bosch laut Bohr bereits jetzt über das Know-how des Batteriemangements.

Der Hybridantrieb kombiniert den Verbrennungs- mit dem Elektromotor. In der am weitesten entwickelten Version kann das Fahrzeug nur mit dem Elektromotor und damit mit der in der Batterie gespeicherten Energie fahren. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Autobatterie stellen die Lade- und Entladezyklen sowie die in kurzer Zeit durchgeleiteten Strommengen besondere Anforderungen an eine Hybridbatterie.

Hohe Vorleistungen für die Autos der Zukunft
Innovationen haben für Bosch traditionell hohe Priorität: Für Forschung und Entwicklung hat das Unternehmen im Jahr 2006 allein im Unternehmensbereich Kraftfahrzeugtechnik mehr als 2,7 Milliarden Euro aufgewendet. Dies entspricht rund zehn Prozent des Umsatzes in diesem Bereich von 27,2 Milliarden Euro - ein Anteil, der weit über dem Durchschnitt der Branche liegt. Auch im Jahr 2007 sollen die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen erneut bei rund zehn Prozent vom Umsatz liegen. Nahezu die Hälfte dieser Zukunftsausgaben kommt Systemen zugute, die unmittelbar dazu beitragen, Umwelt und Ressourcen zu schonen. Bohr: „Langfristig muss es unser Ziel sein, das Autofahren Schritt für Schritt noch kohlendioxidärmer zu machen. Deswegen beschäftigen wir uns beispielsweise auch mit der Anpassung unserer Einspritzsysteme an Biokraftstoffe, mit Brennstoffzellen-Technik oder dem batteriegestützten Autoantrieb.“

Bohr unterstrich in diesem Zusammenhang, dass die Automobilzulieferer in zunehmendem Maße hohe Zukunftsausgaben schultern müssen. „Beide Seiten, Zulieferer wie Automobilhersteller, müssen sich als Innovationspartner verstehen. Solche Partnerschaft setzt langfristiges Denken voraus, aber auch die Einsicht, dass sich Entwicklungskosten nicht erst in ferner Zukunft rechnen dürfen“, so Bohr.

Für 2007 erwartet das Unternehmen für das Automobil-Zulieferergeschäft währungsbereinigt ein Umsatzplus von rund vier Prozent. Der Unternehmensbereich Kraftfahrzeugtechnik trägt rund 62 Prozent zum Gesamtumsatz der Bosch-Gruppe bei. An 120 Standorten in 25 Ländern arbeiten gut 160 000 Mitarbeiter für diesen Bereich. Nahezu 19 000 Ingenieure sind in 50 Entwicklungszentren weltweit aktiv.


Effiziente Antriebssysteme sparen Geld und schonen die Umwelt
Wachstumsimpulse erwartet Bosch auch aufgrund der weltweit verschärften Umweltvorschriften. Bosch stellt sich auf eine wachsende Nachfrage nach sauberen und sparsamen Technologien entsprechend ein: „Mit unseren Ingenieuren vor Ort entwickeln wir passende Lösungen für alle Teile der Triade“, so Bohr. Beispiel Diesel: Die schärfer werdenden Abgasnormen in den asiatischen Schwellenländern machen für den Diesel eine elektronisch geregelte Einspritzung notwendig. Folglich soll der Absatz von Common-Rail-Einspritzsystemen in Indien und China von 200 000 Systemen im Jahr 2007 auf 2,6 Millionen Systeme im Jahr 2010 steigen. Auch in den USA schafft Bosch die technischen Voraussetzungen, um dem Diesel-Pkw in den kommenden Jahren zum Durchbruch zu verhelfen: Mit Hilfe des AdBlue-Dosiersystems Denoxtronic soll bereits im Jahr 2008 die strenge Abgasnorm US07 Tier2 BIN5 erfüllt werden. „Wegen seiner Sauberkeit und Sparsamkeit steht das Thema Clean Diesel in Amerika derzeit ganz oben auf der Agenda“, sagte Christopher Qualters, Direktor Diesel-Verkauf in den USA. Bosch arbeitet derzeit mit europäischen, amerikanischen und asiatischen Kunden an Diesel-Projekten für die USA. Einen steigenden Dieselanteil erwartet Bosch aufgrund strengerer Kohlendioxid-Grenzwerte auch für Europa. Moderne Selbstzünder mit Direkteinspritzung verbrauchen gut 30 Prozent weniger Kraftstoff und emittieren rund 25 Prozent weniger CO2 als vergleichbare Benzinmotoren mit Saugrohreinspritzung.

„Bosch entwickelt darüber hinaus das Diesel-Motormanagement weiter, was beim ohnehin schon sparsamen Selbstzünder zu einer weiteren Reduktion des Kohlendioxidausstoßes um bis zu zehn Prozent führen wird“, sagte Dr. Rolf Leonhard, Bereichsvorstand im Geschäftsbereich Diesel Systems. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen intensiv an der weiteren Optimierung des Ottomotors: Die zweite Generation der Benzindirekteinspritzung von Bosch ermöglicht im Zusammenspiel mit Turboaufladung kleinere Motoren. Dieses „Downsizing“ bedeutet: Dieselbe Leistung bei weniger Hubraum und eine CO2-Ersparnis von rund 15 Prozent gegenüber konventionellen Saugrohreinspritzern. Bosch liefert im Jahr 2007 rund 900 000 Systeme der Benzindirekteinspritzung. 2010 werden es voraussichtlich bereits mehr als zwei Millionen Systeme sein. Potenzial sieht Bosch auch für den Hybrid, also der Verbindung von Verbrennungs- und Elektromotor: „Wir haben sowohl für den Benzin-Hybrid als auch für den Diesel-Hybrid entsprechende Serienaufträge erhalten“, sagte Bohr. „Wie vielseitig wir unterwegs sind, zeigen auch unsere Komponenten für den Erdgasantrieb sowie die Flexfuel-Motorsteuerung für den in Amerika so wichtigen Ethanol-Betrieb.“


Bildmaterial: Robert Bosch GmbH


Kommentare 

 
0 #1 2007-06-18 17:08
Frage:Wie sicher sind Hybridautos bei einen Frondalzusammen stoss oder Überschlag für das Rettungspersona l
Schöne Grüsse
Karl Auer
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