Biotreibstoffe oft nicht umweltschonend - Alternative versprechen neue Forschungen mit Algenkulturen

Unternehmen und Markt

nat_geo-logo(Quelle: NGD/ots) Hamburg - Wie Anfang dieses Jahres schon berichtet wird durch den hohen Ölpreis die Nutzung von Algen zur Brennstoffgewinnung wieder wettbewerbsfähiger. Wenn Autofahrer Biosprit aus Raps oder Zuckerrohr tanken, glauben sie, die Umwelt zu schonen. Aber der Anbau und die Produktion vieler Biotreibstoffe schaden der Umwelt. Eine ökologisch verträgliche Alternative zu diesen Treibstoffen versprechen neue Forschungen mit Algenkulturen. Das berichtet National Geographic Deutschland in der Oktober-Ausgabe.

Wissenschaftler von der privaten Jacobs University in Bremen gehören zu den weltweit führenden Experten, die Algen mit CO2-haltigen Abgasen aus Kraftwerken züchten und damit das Treibhausgas aus der Atmosphäre entfernen. Die Biomasse der Algen bildet die Basis für die Produktion von hochwertigem Biosprit.


Künftig sollen mit den Algen die CO2-Abgase der Kraftwerke langfristig ganz aus dem Kohlenstoffkreislauf entfernt werden, indem man ihre Biomasse nicht nur klimaneutral verbrennt, sondern zu Baumaterial verarbeitet oder unter der Erde speichert.

Das Wort Biotreibstoff klingt nach Umweltschutz, aber vor allem der zunehmende Anbau der Nutzpflanzen wie Mais (USA), Zuckerrohr (Brasilien) und Raps (Deutschland) zur Produktion von Ersatz für Benzin und Diesel aus Erdöl sind ökologisch oft nicht verträglich. So braucht der Anbau von Mais große Mengen an Pestiziden und Stickstoffdünger. Für die Herstellung von Ethanol aus Mais benötigt man ungefähr so viel fossile Brennstoffe, wie durch Bio-Ethanol eingespart werden. Auch für Biodiesel aus Sojabohnen sieht die Öko-Bilanz kaum besser aus. Zuckerrohr gilt generell als sauberer Kraftstoff. Doch beim Abbrennen des Zuckerrohrs gelangen neben Ruß auch Methan und Stickoxid in die Atmosphäre - Treibhausgase wie das Kohlendioxid.

Ein weiteres Problem bei der Produktion von Biotreibstoffen ist der enorme Flächenbedarf für den landwirtschaftlichern Anbau - auf Kosten ökologisch wertvoller Regionen (Regenwald) oder Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln. Schon heute werden in manchen Ländern deswegen Grundnahrungsmittel wie Maismehl teurer.


Bildmaterial: obs/National Geographic Deutschland

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