Autobranche entfacht Wettlauf um das erste Elektroauto

Unternehmen und Markt

gm_chevrolet_volt_up Der Trend zum Elektroauto scheint nicht mehr aufhaltbar zu sein, bis auf den italienischen Autobauer Fiat bekennt sich inzwischen fast die ganze Branche dazu.

Weg vom Öl, hin zum Strom. Autohersteller setzen nun auf Elektrofahrzeuge. Ein Überblick über einige Medienberichte der letzten Tage lässt hoffen.

 

 

„Wir müssen in Zukunft viel unabhängiger werden von fossilen Brennstoffen“, lautet die Forderung von Uwe Röhrig. Der Automobilexperte ist Inhaber des Hannoveraner Beratungsunternehmens International Car Concept (ICC). Nicht nur aufgrund der derzeitigen Situation an den Zapfsäulen steht für Röhrig fest: Hybrid- und Elektroantriebe werden spätestens 2012 stärker zum Tragen kommen. „Urbane Mobilität ist für unsere Gesellschaften von zentraler Bedeutung“, so Röhrig. „Nicht nur die deutschen Hersteller haben lange genug geschlafen und neue Entwicklungen nicht mit der nötigen Entschiedenheit vorangetrieben. Die fossilen Brennstoffe sind endlich. Aus diesem Grund gehört die Zukunft nicht mehr allein den herkömmlichen Verbrennungsmotoren, sondern den Elektroantrieben, vielleicht übergangsweise auch den Vollhybrid-Fahrzeugen.“

Für den italienischen Hersteller Fiat ist das Elektroauto jedoch zurzeit keine Option. „Wir sind nicht davon überzeugt und suchen auch keinen Partner zur Batterieentwicklung“, so Fiat-Markenchef Lorenzo Sistino gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD). Als Antwort auf die hohen Benzinpreise und zur Verbesserung der CO2-Bilanz baue Fiat weiter auf optimierte Verbrennungsmotoren. Fiat sieht sich hier bereits gut positioniert, da man aktuell den niedrigsten durchschnittlichen CO2-Ausstoß aller 2007 verkauften Fahrzeuge aufweise. Der Durchschnittwert betrage 137 Gramm pro Kilometer, teilte der italienische Autobauer mit.

Die Konkurrenz sieht dies anders. „VW, GM, Daimler – in der Autobranche ist ein Wettlauf um das erste Elektroauto ausgebrochen“, schreibt Spiegel-Online und sieht bereits eine ganze „Branche unter Strom“. Noch vor zwei Jahren seien die E-Autos die Domäne einiger verrückter kalifornischer Bastler und grüner Weltverbesserer gewesen. Inzwischen habe das „Stromfieber“ jedoch die gesamte Autobranche erfasst. „Wir erwarten, dass Elektroautos 2020 einen Marktanteil von zehn Prozent erreichen“, heißt es in einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Roland Berger.

Ausgerechnet General Motors, Hersteller von Spritschluckern wie dem Hummer oder dem Cadillac Escalade, könnte laut Spiegel-Online 2010 den ersten Serienstromer auf die Straße bringen. In einem neuen GM-Werbespot in den USA wird schon ein Abgesang auf den klassischen Verbrennungsmotor angestimmt: „Liebes Öl, wir hatten jahrelang eine tolle Beziehung. Aber jetzt glauben wir, dass es für uns beide besser wäre, wenn wir uns nicht mehr so oft sähen.“

VW-Chef Martin Winterkorn wies gegenüber Autobild allerdings schon einmal darauf hin, dass der Strom zwar aus der Steckdose kommt, aber nicht vom Himmel fällt – „deshalb sollten wir über Atomkraft neu nachdenken“.


(Quelle: Online-Nachrichtendienst NeueNachricht, Bildmaterial: GM)

 


Kommentare 

 
0 #7 2008-06-27 17:58
Ich hab in Sachen Elektroauto schon soviel Ankündigungen der großen Konzerne in den letzten 18 Jahren gehört - passiert ist nix.

Ich sag mal: Abwarten und Tee trinken. Schön wäre es ja schon...

Da fällt mir gerade ein: Die Industrie will ja auch irgendwie davon leben und da Elektromotoren sehr langlebig sind, werden die sich schon irgendwas einfallen lassen, um die Nebenkosten in die Höhe zu treiben (Z.B. Zwangleasing etc.) :-)
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0 #6 2008-06-27 12:49
Hallo tachy

Dein Satz

"Also KEIN neues Kraftwerk, geschweige denn Atomkraft. Alles Käse!"

Wie soll man den verstehn Du möchstes Nachts die Atomkraft
abschalten?

Bisher ist es so das Nachts der Anteil am Atomstrom an höchsten ist,
geb ja zu das mache Solarmobilfahre r das so sehn, das sie
am Tag die Kerne Fusonieren um sie dann nachts wieder zu spalten ;-)

Gut das das neue EEG das so sieht wie ich, man soll die
Heiligenschein strahler eigentlich zur Kasse bitten.


Nix gegen Eautos aber gegen Energiemogel rechner.

Übrings in den Beitrag steht

" Für den italienischen Hersteller Fiat ist das Elektroauto jedoch zurzeit keine Option. "

sollten mal http://www.wattgehtab.com/index.php/content/view/2035/25/
lesen, oder bedeutet das Fiat will bloß an die Förderkohle wie VW?

http://www.autokiste.de/psg/0806/7233.htm

ich zitier mal daraus

"Das Bundesumweltmin isterium will das Konsortium bei dem auf vier Jahre angelegten Projekt mit voraussichtlich 15 Millionen Euro unterstützen."

find ich toll, hab mich schon einmal Verarschen lassen

http://www.fen-net.de/~ea2901/pages_hy/hy_duoerlangen.htm

und hat man den Audi Duo kaufen können?


Die sollen sich ein Beispiel an Austria nehmen da werden
Firmen die sich ein Eauto zur CO² reduktion kaufen
mit 30 % bezuschußt und zwar sofort und erst Sankt Nimmerlein
wen VW und Konsorten fertig ist mit Steuergelder verbratten
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0 #5 2008-06-27 08:53
Ich hab' für die Schweiz mal grob nachgerechnet, was 100% Elektroautos bedeuten würden: Selbst wenn man den zusätzlichen Strom mit Benzin/Diesel erzeugen würde, würde sich der Treibstoffimpor t glatt halbieren und falls mit Wärme-Kraft-Koppelung ausgeführt, auch noch der Brennstoffverbr auch des Landes um 25% reduziert. Insgesamt 30% weniger Auslandabhändig keit und 30% weniger CO2.
Das liegt daran, dass Elektrofahrzeug e einen viel besseren Well-to-Wheel Wirkungsgrad haben (etwa 60% statt den 15% des Verbrenners).
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0 #4 2008-06-26 15:27
Eine 20m² Solaranlage bringt bei günstigem Dach in Deutschland an die 2000kWh im Jahr. Eine Elektroauto im Format Polo bis Golf wird wohl etwa 15kWh auf 100km verbrauchen. Also liessen sich etwa 13333km im Jahr mit Sonnenenergie fahren. Vielleicht sollte Herr Winterkorn darüber nochmal nachdenken und Autos eventuell inkl. Anteilsschein an einer Solaranlage und somit inkl. "Sprit" verkaufen.
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0 #3 2008-06-26 15:21
Ach ja, die Herren wittern anscheinend die Fortführung der alten Geschäfte unter neuen Fahnen = Atomkraftwerke.
"Dass der Strom zwar aus der Steckdose kommt, aber nicht vom Himmel fällt" ist schlichtweg an technischer Ignoranz nicht zu überbieten! Der Strom kommt schon längst "vom Himmel"! Die "Electric-Mobility" funktioniert solargestützt - oder sie sie frißt sich selst wieder von der Platte. Da letztere Variante verheerend wäre, verweise ich hier auf meine Website mit konkreten Angeboten und einem SolarCarPort: www.dachscheich.com
In diese Richtung, mit einer eigenen Solarstromerzeu gung ( ggf. in ganz neuen Nachbarschaftsn etzwerken ) und Parkplatzüberda chungen etc. muß die Reise gehen. Mit Atomkraft schreiben wir nur das alte Desaster unter neuen Vorzeichen weiter.

Trotzdem: Sonnige Grüße
Wilfried
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0 #2 2008-06-26 15:13
Kannst du deine Berechnung mal mit Zahlen versehen?
Ich denke da an Kilometerleistu ng, Verbrauch in KWh z.B.
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0 #1 Johannes Güntert 2008-06-26 01:02
Alles gut!

Nur Winterkorn hat keine Ahnung! Schlimm!

Alle Autos mit allen Kilometern brauchen pro Jahr nur 15% mehr Strombedarf. Wenn man das schlau anstellt, nur nachts. Also KEIN neues Kraftwerk, geschweige denn Atomkraft. Alles Käse!

Winterkorn, setzen, sechs!
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