Renault Hybrid-LKW bewährt sich unter Realbedingungen

Transporter und Lkws

Renault Hybrid-LKW bewährt sich unter Realbedingungen (Bildmaterial: Renault) Dank einer Kooperation von Renault Trucks und dem französischen Infrastrukturunternehmen Colas liegen nun erste Erfahrungen im Alltagseinsatz des Renault Premium Distribution Hybris Tech vor.

Der LKW mit Parallel-Hybrid-Technik wurde über sechs Monate im Großraum Lyon zur Auslieferung von Schüttgut und Baustoffen in der Praxis eingesetzt, dabei wurden über 12.000 Kilometer zurückgelegt.

Laut Renault Trucks gingen die Vorteile des Parallel-Hybrid-Systems im Testalltag sogar über die ursprünglichen Prognosen hinaus. „Unsere ersten Messungen über fast 10.000 Kilometer im Standardeinsatz bei der Auslieferung von Schüttgütern im Großraum Lyon zeigen eine Kraftstoffeinsparung von 24% gegenüber einem vergleichbaren Fahrzeug mit manuellem Schaltgetriebe“, so Didier Fracchetti, stellvertretender Fahrzeugleiter der Colas-Gruppe in Region Süd-Ost. Der Hybris Tech wurde für durchschnittlich sechs Fahrten täglich mit 9 Tonnen Nutzlast in einem Umkreis von 40 Kilometern eingesetzt.

Bei dem Nutzfahrzeug handelt es sich um einen Ableger des Renault Premium Distribution in der Achskonfiguration 4x2 mit Kipp-Aufbau. Der DXi7 Dieselmotor in der mittleren Leistungsstufe (310 PS, Euro 5) ist mit einem Elektromotor kombiniert. Beide Motoren können den LKW entweder selbstständig antreiben oder gemeinsam arbeiten (Parallel-Hybrid). Für die Kraftübertragung sorgt im Hybris Tech das automatisierte „Optidriver+“ -Getriebe. Der für den Hybrid notwendige Elektroblock (Leistungsbatterien, Steuerelektronik, Leistungsverteilerkreise sowie Kühlsystem) ist im Rahmen untergebracht.

Die Verbrauchseinsparung geht vor allem auf das Funktionsprinzip von Hybridfahrzeugen zurück: Beim Bremsen wird kinetische Energie zurück gewonnen und als elektrische Energie in den Batterien gespeichert, um dann für den Elektromotor zur Verfügung zu stehen. Laut Renault Trucks schaltet der Dieselmotor bei Stillstand automatisch ab und springt erst ab einer Geschwindigkeit von ca. 20 km/h wieder an. Somit überlässt der Diesel dem Elektromotor die Fahrsituationen, in denen ein Verbrennungsmotor am meisten verbraucht (Start- und Beschleunigungsphasen). Über den Elektromotor hinaus wird die Energie der Batterien beim Hybris Tech jedoch auch für sonstige Verbraucher wie die Servolenkung verwendet, die üblicherweise an den Verbrennungsmotor gekoppelt sind. Durch dieses Maßnahmenpaket soll laut Renault eine Verbrauchs- und Emissionseinsparung von bis zu 20% möglich sein.

Neben den Verbrauchswerten standen in dem Praxisversuch jedoch auch Eindrücke der Fahrer sowie die Lärmreduzierung im Fokus. „Das Hybridfahrzeug ist anfangs sehr ungewohnt zu fahren, doch man gewöhnt sich schnell daran. Man muss sich beim Fahren gegenüber einem herkömmlichen Diesel vorausschauender Verhalten, doch es gibt keine wirklich großen Unterschiede. Das automatisierte Getriebe ist ebenso wie die Geräuscharmut des Fahrzeugs im Elektromodus sehr angenehm“, berichtet Gérard Dubois, LKW-Fahrer seit acht Jahren. Vor allem der lautlose Betrieb im Elektromodus sorgt laut den Berichten der Fahrer für Erstaunen im Stadtverkehr oder bei Rangiermanövern.

Während der Praxiserprobung sollte laut Renault vor allem das Umschalten zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor sowie die Servolenkung verbessert werden, im kommenden Winter soll der Kaltstart im Mittelpunkt stehen.

Einer besseren Vermarktung der verschiedenen Renault-Nutzfahrzeuge mit alternativen Antrieben (Gas,- Elektro- und Hybridantriebe) soll die Einführung eines Clean Tech-Labels dienen, das am Fahrerhaus angebracht wird, so das Unternehmen. Darüber hinaus will Renault seine Reparaturwerkstätten hinsichtlich neuer Technologien zertifizieren.

(sv/wattgehtab.com)

 

 


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