Volkswagen Nutzfahrzeuge, die Landeshauptstadt Hannover, die Stadtwerke Hannover AG enercity, hannoverimpuls, die Wirtschaftsentwicklungs-Gesellschaft der Landeshauptstadt und Region Hannover, die Deutsche Messe AG und die Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover GBH starten eine Kooperation, um die CO2-freie Mobilität mit leichten Nutzfahrzeugen nachhaltiger zu gestalten. Ziel der Zusammenarbeit ist es, in der Region Hannover gemeinsam zwei Jahre lang elektrobetriebene Volkswagen Caddy zu testen.
„Die Erprobung des rein elektrobetriebenen Caddy für den innerstädtischen Dienstleistungs- und Lieferverkehr ist ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung nachhaltiger Mobilität im Segment der leichten Nutzfahrzeuge“, betonte Dr. Wolfgang Schreiber, Sprecher des Markenvorstands von Volkswagen Nutzfahrzeuge, bei der heutigen Präsentation des Projekts auf der Hannover-Messe. „Und klarerweise testen wir den Elektro-Caddy unter alltäglichen Praxisanforderungen in Hannover, an unserem Traditionsstandort, mit leistungsfähigen Partnern, die nachhaltig und ökologisch orientiert sind.“
Charakteristisch für den innerstädtischen und stadtnahen Verkehr von Handel, Dienstleistern und Gewerbe sind täglich wiederkehrende und kurze Fahrtrouten mit abendlicher Rückkehr zu Betriebshöfen. 80 Prozent der eingesetzten leichten Nutzfahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsantrieben führen nicht mehr als 50 Kilometer am Tag und erreichten durch häufiges Stopp & Go relativ langsame Durchschnittsgeschwindigkeiten von fünf Kilometern pro Stunde, hätten auf der anderen Seite jedoch einen sehr hohen Verbrauch, nämlich ungefähr 35 Liter auf 100 Kilometer, erläuterte Schreiber. Ein batteriebetriebenes Nutzfahrzeug, das meist tagsüber gefahren werde und nachts wieder an die Steckdose gehe, könne die wesentlich wirtschaftlichere Lösung sein.
Der vorgestellte Elektro-Caddy hat eine Reichweite von 106 km (im NEFZ), ein Ladevolumen von 4,2 Kubikmetern und eine Zuladung von 500 Kilogramm bei einer ebenen Ladefläche, da die Batterie im Unterboden verbaut wurden, wo bei der Erdgas-Variante sonst auch die Gastanks untergebracht sind. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h und die 100 km/h –Marke soll nach 13 Sekunden erreicht sein. Der Elektromotor und das 1-Gang-Getriebe sind schon aus der Studie des Golf blue-e-motion bekannt: eine maximale Leistung von 85 kW und ein Drehmoment von 270 Nm stehen auch im Caddy zur Verfügung. Den Leistungsfluss steuert eine Leistungselektronik aus dem Hause Bosch und aufgeladen wird der E-Caddy von einem dreiphasigen Brusa-Ladegerät. Beim Energiespeicher wurden offensichtlich andere Wege eingeschlagen als beim Golf und so hat die aus 288 Zellen aufgebaute Lithium-Ionen-Batterie des E-Caddy mit 23,9 kWh eine etwas geringere Kapazität als die 180 Zellen des Golf mit 26,5 kWh. Die Hannoversche Allgemeine berichtet zwar, dass die Batterie im Elektro-Caddy von Johnson Controls Saft, dem Lieferanten der Batterie im Golf und Ford Transit Connect, kommen soll, gegenüber Wattgehtab hat Herr Schreiber dies jedoch verneint.
Bei der vorgestellten Variante handelt es sich um die Caddy Maxi-Version. In dem Flottenversuch, der später auch Wolfsburg einbeziehen soll, werden zudem Fahrzeuge der Normalversion zum Einsatz kommen. Ob und wann der E-Caddy in Serie gehen wird ist noch nicht entschieden, mit einem Serienfahrzeug wäre jedoch frühestens in 2,5 Jahren zu rechnen.
(mk/wattgehtab.com)