Energieversorger und Autokonzerne stellen Weichen für Elektroauto-Standards

Stromlade-Infrastruktur

daimler_rwe_grossversuch_smart-ed_ladestation Eine Allianz aus mehr als 20 europäischen Stromversorger und Autokonzernen will die Voraussetzungen für die flächendeckende Einführung des Elektroautos schaffen. Bis Mitte April werde hoffentlich geklärt sein, wie Stecker-, Zapfsäulen und Anschlussbuchsen prinzipiell gestaltet sein sollen.

"Das Ziel muss sein, das jedes Auto jede Ladestation nutzen kann", sagte RWE-Sprecher Harald Flechter am Mittwoch der AP. Er bestätigte damit einen Bericht des Handelsblatts.

RWE und Daimler hatten im September eine Initiative zur Einführung von Elektrofahrzeugen gestartet, der sich inzwischen nach Angaben des Essener Stromriesen die meisten wichtigen Markteilnehmer angeschlossen haben. Von den Autokonzernen beteiligen sich danach unter anderem Daimler, BMW, Volkswagen, Renault, Ford, Toyota und General Motors. Bei den Energiekonzernen sind neben RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall unter anderem auch der französische Stromriese EdF, und die italienische Enel beteiligt.

Ziel der Unternehmen ist es, die Eckpfeiler für die europaweite Vereinheitlichung der Ladestationen festzulegen. Dies könne dann auch die Grundlage für eine formelle Standardisierung sein, hieß es. Es gebe eine große Bereitschaft der beteiligten Unternehmen zu einer Einigung. "Es ist wichtig zu wissen, wohin die Reise geht, um Fehlinvestitionen zu vermeiden", sagte Flechter. RWE geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 in Deutschland rund 2,5 Millionen Fahrzeuge mit Elektroantrieb fahren werden. Dazu müsste aber eine einheitliche Versorgungsinfrastruktur mit leistungsstarken Ladestationen aufgebaut werden.

Normalerweise werden formelle Standards zwar in speziellen Normierungsgremien festgelegt, dies nimmt in der Regel aber Jahre in Anspruch und so lange wollen die Unternehmen nicht warten. In Branchenkreisen redet man von einer "De-facto-Standardisierung". "Wir benötigen rasch Planungssicherheit für unsere Investitionen", sagt RWE-Managerin Reichert.

In den Arbeitsgruppen soll geklärt werden, wie die Steckverbindung aussehen soll, ob das Ladekabel im Fahrzeug mitgeführt wird oder an der Ladestation hängt, wie der physische Schutz und Schutz vor Vandalismus gewährleistet werden können, ob das Ladegerät im Auto oder in der Säule sein wird. Weitere wichtige Punkte betreffen die Abrechnung und welche maximale Netzleistung zur Verfügung gestellt wird.

In zentralen Punkten soll man sich schon geeinigt haben, so der Bericht des Handelsblatts. Ein neuer, universeller Stecker soll definiert werden, der einerseits handlich und sicher sein soll, andererseits aber auch über einen Leistungsbereich von 230 Volt/16 Ampere bis hin zu 400 Volt und höheren Stromstärken ausgelegt sein soll. Das Kabel soll lose im Auto untergebracht werden.

(mp/wattgehtab.com)

 


Kommentare 

 
-1 #8 Thomas Rossen 2009-03-20 19:42
Man könnte sogar nur eine 64-Ampere und eine 125 Ampere Drehstromdose in die Ladesäule einbauen und fertig. Autos mit Wechselstrom und 32-A Kabel könnten ja den noch recht kompakten 64 A Adapter auch noch mit im Kofferraum haben, und die 50 Kilowatt Leistung der 125er Dose stillen auch den Durst von kommenden Elektro-SUVs.

Mit der Abrechnerei würde ich auf keinen Fall einen Spezialstecker umrüsten, lieber Powerline-Kommunikation. Stecke ich mein Ladekabel in eine normale Dose läd der Wagen ganz normal, und bei einer "smarten" kommuniziert das Ladegerät mit der Säule direkt über die Stromleitungen. Damit hat man eleganterweise auch gleich das Problem ausgeschaltet, das jemand mit irgendwelchen Adaptern den Strom abzweigt und entwickeln müßte man nur die Software, da entsprechende Übertragungstec hnik schon existiert.
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-1 #7 2009-03-19 10:31
Grundsätzlich richtig! Aber man muss auch die Abrechnung an einer Ladestation beachten! Ein CEE Stecker sollte dann noch eine wechselnde Codierung bekommen die aber an der jetzigen Form nichts veändert um auch "zu Hause" laden zu können! Eine Codierung ist wegen der "Stromklauer" wichtig, damit nicht einer während der Ladezeit die ja an öffentlichen Ladestationen auch abgerechnet werden wird den Stecker umsteckt! Evtl. muss auch über eine Verriegelung nachgedacht werden um dem vorzubeugen. Ich persönlich finde es gut, das sich schon jetzt über diese Sachen Gedanken gemacht wird bevor jeder Hersteller unnötige Konstruktionsze it für diese Schnittstelle reinsteckt! Diese Zeit ist besser investiert in Lösungen für erschwingliche E-Fahrzeuge. Ein weiterer Standard den sich die Hersteller vorzeitig überlegen müssen sind die Batterien oder Batterie Pakete. Nur eine Standardisierun g von diesen kostenintensive n Bauteilen bringt dann dem Kunden auch einen Vorteil bei der Anschaffung eines E-Fahrzeuges. Desweiteren wäre die Mobilität mit einheitlichen AKKU-Paketen sichergestellt, da ich bei Defekt das Paket bei jeder Werkstatt tauschen kann und nicht auf Spezial-Lösungen zurückgreifen muss! Standardisierun g sollte da angewendet werden wo es sinnvoll ist! Überall ist dies nicht erwünscht, da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind.
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-1 #6 Christian Müller 2009-03-19 02:09
Ne ne, das ist schon ziemlich wichtig, da nen gescheiten einheitlichen Stecker zu haben. Ferner muss man an verschiedenen Standarts laden können. Die 220V Steckdose mit maximal 16A ist da wegen zu geringer Leistung nicht die erste Wahl - das Auto muss aber unbedingt auch daran geladen werden können weil diese Dose einfach super verbreitet ist.

3Phasenstecker... ja welcher denn? 16 oder 32 oder vielleicht doch lieber 64A?
Soll er lieber einheitlich sein oder lieber zur Aufnahmeleistun g des Fahrzeugs passen?
Also als so simpel würde ich die Fragestellung nicht abtun.

Und ein E-Fahrzeug ohne Ladekabel ist wie ein Staubsauger ohne Kabel - ziemlich dämlich.
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-1 #5 Thomas Rossen 2009-03-18 21:01
Ich finde es ja ganz toll, welche Gedanken sich die Industrie so macht. Statt erstmal die Autos zu erfinden, tüfteln die scho an der 2.0 Infrastruktur!

Dabei gibts doch schon alles. Der City-El nimmt den blauen 230 Volt 3 Pol-Stecker, und der Tesla ist mit dem größten roten 5-Pol auch in unter einer Stunde zu laden. Das ist heutige Technik und die lässt sich bestimmt schnell in kleine Edelstahlsäulen oder an Straßenlaternen packen, das es überhaupt mal ne öffentliche Lademöglichkeit gibt.

Dann kaufbare und auch bezahlbare E-Autos anbieten, und wenns die sich dann gut verkaufen, dann kann man überlegen das E-Tankstellennetz aufzutunen, jetzt sind das alles nur Theoriespiele.

Ich denke das rumschleppen der Kabel kann man vernachlässigen , sonst könnte mans ja auf alles runterbrechen! Würden zuhause die Kabel aus der Wand hängen, bräuchten Fernseher, Computer ect. keine mehr dranhaben... Das rumschleppen der Ladeelektronik ist da schon er der Punkt..
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-1 #4 2009-03-18 10:51
Hier gibt es verschiedene Ansätze!
1.) Wirtschaftlich ist es besser wenn jeder ein Kabel hat, denn das schafft Arbeitsplätze!
2.) Umweltpolitisch ist das Schwachsinn wenn jeder ein Kabel mitführt und Verschwendung von Resourcen.
3.) Vandalismus!!! Da es immer wieder Randalierer gibt die mit wenig HIRN rumlaufen müssen Die Stationen so gebaut sein dass die Versorgung sicher ist!

Ich denke jede Entscheidung kann kritisiert werden, wichtiger ist jedoch das es einen Standard gibt egal wie der aussieht! und das alle diese Entscheidung tragen damit es weiter geht! Die Handyhersteller sind jetzt auch auf den Trichter gekommen nur ein Netzteil für alle Geräte zu schaffen!!! Wenn sich die Elektro-Automobilindust rie schon jetzt Gedanken darum macht ist dies nur von Vorteil. Was jetzt noch fehlt sind erschwingliche Fahrzeuge zu den Ladestationen!
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-1 #3 Christian Müller 2009-03-17 23:49
Ich sehe mich schon fluchend an der Ladestation stehen weil das Kabel dann 10cm zu kurz ist - da hab ich doch lieber eins dabei. Außerdem einen Adapter an alle gängigen Standarts.
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-1 #2 2009-03-17 22:38
ganz einfach: wegen Vandalismus! Wäre die Menschheit gut, wäre ich wohl auch eher fürs kabel an der Station, aber das 600 gramm-Kabel im Auto mitzuführen ist praktisch keine Gewinneinsparun g. Da ess ich einmal dick beim Mäc und bin 600 gr schwerer :-D
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+1 #1 2009-03-16 13:21
eine Standardisierun g ist schon längst überfällig, aber man sollte doch aufpassen, dass dabei auch was Vernünftiges rauskommt.
Warum soll man denn beispielsweise das Ladekabel im Auto mitführen? Das bringt doch nur zusätzliches Gewicht ins Fahrzeug, braucht Platz und ist wahrscheinlich unpraktisch.
Bei Aufbau der Tankstelleninfr astruktur war man klug genug, den Tankschlauch an die Zapfsäule und nicht an das Auto anzubringen. Warum dann so ein Schwachsinn bei Elektroautos?
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