Energieversorger und Autokonzerne stellen Weichen für Elektroauto-Standards
Stromlade-Infrastruktur
Sonntag, den 15. März 2009 um 17:03 Uhr
Geschrieben von: Markus Pflegerl
Eine Allianz aus mehr als 20 europäischen Stromversorger und Autokonzernen will die Voraussetzungen für die flächendeckende Einführung des Elektroautos schaffen. Bis Mitte April werde hoffentlich geklärt sein, wie Stecker-, Zapfsäulen und Anschlussbuchsen prinzipiell gestaltet sein sollen.
"Das Ziel muss sein, das jedes Auto jede Ladestation nutzen kann", sagte RWE-Sprecher Harald Flechter am Mittwoch der AP. Er bestätigte damit einen Bericht des Handelsblatts.
RWE und Daimler hatten im
September eine Initiative zur Einführung von Elektrofahrzeugen gestartet, der sich inzwischen nach Angaben des Essener Stromriesen die meisten wichtigen Markteilnehmer angeschlossen haben. Von den Autokonzernen beteiligen sich danach unter anderem Daimler, BMW, Volkswagen, Renault, Ford, Toyota und General Motors. Bei den Energiekonzernen sind neben RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall unter anderem auch der französische Stromriese EdF, und die italienische Enel beteiligt.
Ziel der Unternehmen ist es, die Eckpfeiler für die europaweite Vereinheitlichung der Ladestationen festzulegen. Dies könne dann auch die Grundlage für eine formelle Standardisierung sein, hieß es. Es gebe eine große Bereitschaft der beteiligten Unternehmen zu einer Einigung. "Es ist wichtig zu wissen, wohin die Reise geht, um Fehlinvestitionen zu vermeiden", sagte Flechter. RWE geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 in Deutschland rund 2,5 Millionen Fahrzeuge mit Elektroantrieb fahren werden. Dazu müsste aber eine einheitliche Versorgungsinfrastruktur mit leistungsstarken Ladestationen aufgebaut werden.
Normalerweise werden formelle Standards zwar in speziellen Normierungsgremien festgelegt, dies nimmt in der Regel aber Jahre in Anspruch und so lange wollen die Unternehmen nicht warten. In Branchenkreisen redet man von einer "De-facto-Standardisierung". "Wir benötigen rasch Planungssicherheit für unsere Investitionen", sagt RWE-Managerin Reichert.
In den Arbeitsgruppen soll geklärt werden, wie die Steckverbindung aussehen soll, ob das Ladekabel im Fahrzeug mitgeführt wird oder an der Ladestation hängt, wie der physische Schutz und Schutz vor Vandalismus gewährleistet werden können, ob das Ladegerät im Auto oder in der Säule sein wird. Weitere wichtige Punkte betreffen die Abrechnung und welche maximale Netzleistung zur Verfügung gestellt wird.
In zentralen Punkten soll man sich schon geeinigt haben, so der Bericht des Handelsblatts. Ein neuer, universeller Stecker soll definiert werden, der einerseits handlich und sicher sein soll, andererseits aber auch über einen Leistungsbereich von 230 Volt/16 Ampere bis hin zu 400 Volt und höheren Stromstärken ausgelegt sein soll. Das Kabel soll lose im Auto untergebracht werden.
(mp/wattgehtab.com)
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