Better Place und Kalifornien kooperieren bei Elektrofahrzeug-Infrastruktur

Stromlade-Infrastruktur

better-place-logoBetter Place plant im Rahmen einer Public Private Partnership (PPP) Initiative den Aufbau einer Elektrofahrzeug-Infrastruktur im US-Bundesstaat Kalifornien. Die Regierung unter Gouverneur Arnold Schwarzenegger, die Bürgermeister von San Francisco, San Jose und Oakland sowie der Bay Area Council, die Silicon Valley Leadership Group und Better Place haben im Rathaus von San Francisco ihren umfassenden Plan vorgestellt.

Die Basis stellen Elektrofahrzeuge dar, die mit Strom aus erneuerbaren Energien angetrieben werden. Die Bürgermeister von San Francisco, San Jose und Oakland – Gavin Newsom, Chuck Reed und Ron Dellums – werden eine Reihe von Initiativen starten, um die Bay Area zur Schlüsselregion für Elektrofahrzeuge in den USA zu machen.

Die drei Bürgermeister kündigten an, dass sie bereits im Dezember gemeinsam mit Städten, Kommunen, regionalen Regierungsorganisationen und privaten Partnern anfangen werden, die ökonomische und ökologische Zukunft der Region rund um einen umweltschonenden Transport zu formen. Zugleich kündigte Better Place an, in den US-Markt einzutreten – und zwar beginnend mit der Bay Area in Kalifornien. Better Place wird ein ähnliches Infrastruktur-Investitionsmodell schaffen, wie es bereits für Israel, Dänemark und Australien vorgesehen ist. Das Unternehmen beginnt im Januar 2009 damit, das Netzwerk für Elektrofahrzeuge zu planen und die entsprechenden Genehmigungen einzuholen, bevor im Jahr 2010 der Aufbau der Infrastruktur startet. 

Im Jahr 2012 sollen die Elektrofahrzeuge auf dem Massenmarkt verfügbar sein. Better Place schätzt, dass die Netzwerk-Investitionen allein in der Bay Area rund eine Milliarde US-Dollar betragen werden, bis das System vollständig entwickelt ist. Das Better Place-Modell ist ein offenes System, das auf Industriestandards basiert. Es ist für Elektrofahrzeuge konzipiert, die über eine auswechselbare oder eine feste Batterie verfügen. 

Chancen auch für die deutsche Industrie
Das jetzt in Kalifornien gestartete Projekt zur flächendeckenden Versorgung von reinen Elektrofahrzeugen zwingt insbesondere die deutsche Automobilindustrie zum Umdenken. US-Verbraucher werden sich bei ihrem Händler erkundigen, ab wann entsprechende Modelle für den neuen Markt in Kalifornien lieferbar sein werden. Die Tatsache, dass ein großer US-Bundesstaat und ein bedeutender Wirtschaftsstandort wie Kalifornien reine Elektrofahrzeuge unterstützt, zeigt, dass die aktuell angebotenen Hybridfahrzeuge eine Brückentechnologie darstellen und langfristig an Bedeutung verlieren werden.

(mp/wattgehtab.com)

 


Kommentare 

 
0 #19 Christian Müller 2009-03-09 21:24
... hat bestimmt seine Berechtigung. Ich sehe da insbesondere in dicht besiedelten Städten Potential wo man die Autos nicht laden kann weil man froh sein muss wenn man noch irgendeine Bordsteinecke zum parken findet.

Aber ich glaube eben nicht, dass es so viele Nutzer geben wird, dass man hier von einem öffentlichen Interesse sprechen kann - d.h. eine Finanzierung der Infrastruktur wäre nur eine Belastung für alle damit wenige davon einen Vorteil haben. Die Realisierung der Tauschstationen sollte da schon Better Place selbst übernehmen.

Vielfahrer bräuchten noch ganz andere Akkus als so kleine 15kWh Teile die dem Normalnutzer genügen würden. Da geht in näherer Zukunft kein Weg am Dieselmotor vorbei - und der sollte auf längeren Strecken auch die Räder direkt antreiben um die Umwandlungsverl uste zu umgehen. Hybridisierung ist da mehr zum regenerativen Bremsen und langsamen Fahren in Innenstädten sinnvoll, aber nicht als Hauptantrieb für Autobahn-500km-Strecken.

Mein letzter Tankvorgang hat 2,5 Minuten inklusive beazahlen gedauert - ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein wahrscheinlich 250kg schwerer Akku in kürzerer Zeit getauscht werden könnte - zudem das Bezahlen ja genauso dazu kommt - auch wenn es über ein Kartensystem mit Pin läuft - da können genauso gut schon 3 andere in der Schlange stehen und dann dauert doch wieder >10 Minuten.

Und insbesondere in ländlichen Regionen müßte man die Strecken extrem voraus planen - das Problem kennen ja auch heutige reine Erdgasfahrzeuge (bzw. mit Benzin-Mini-Nottank) die sich auf weiteren Strecken von einer Tanke zur nächste irgendwie hangeln müssen - und das obwohl Erdgastanken heute ja auch schon weit verbreitet sein sollen (...hört man so).
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0 #18 2009-03-09 20:00
die Mehrzahl der Autofahrer verhält sich ziemlich konform.
Arbeitsweg, Einkaufen bzw. Besorgungen, private Besuche bzw. Termine, ja, das wars schon für die meisten.
Und das geht in der Tat technisch heute schon.
Ausnahmen sind z.B. die Berufsfahrer und geschäftlichen Vielfahrer. Und diejenigen, die sich keinen fetten Akku leisten wollen oder können und wo der Range Extender im Auto tagsüber quasi im Dauereinsatz ist. Die würden solche Pfand- und Tauschsysteme vielleicht annehmen. Mit einem Pfandsystem kaufe ich ja den Akku nicht, sondern ich zahle nur einmal Pfand und bekomme immer einen vollen Akku. Der Tausch müßte zudem schneller gehen als das heutige auftanken.
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0 #17 Christian Müller 2009-03-09 19:35
... heißt aber auch, dass die Wahrscheinlichk eit, dass man genau das bekommt was man gerade braucht rapide abnimmt.

Ich glaube nicht, dass Akkutauschsyste me das rennen machen. Die meisten Menschen kommen auf 95% ihrer Strecken ohne Wechselakku aus und müssen dann dank Rangeextender auch nicht fürchten, liegen zu bleiben - da verstauben die teuren Akkus in den Wechselstatione n nur.
Insbesondere wenn der Akkupreis zukünftig durch Massenproduktio n stark abnimmt und die Volts, Amperas oder Plug-In-Prius tendentiell eher 150 als 60km reine elektrische Reichweite haben.

Man bedenke dabei, dass der Plug-In heute schon für sehr viele Menschen ohne irgendwelche großen Investitionen funktionieren würde.
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0 #16 2009-03-09 19:20
Was da sinnvoller ist, ich glaube es ist sicher eine individuelle Sache. Die Menschen ticken ja nicht alle gleich. Und daß Pfandsysteme funktionieren, sieht man ja nicht nur bei Aldi. Sollte auch bei Akkus gehen.
Ich denke der Mix ist es. Der eine kann die Gelegenheit zum Laden beim Parken nutzen, der andere hat keine Zeit dafür.
Grüße Theo
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0 #15 Christian Müller 2009-03-07 21:03
Als Steuerzähler möchte ich, dass mein Geld wenigstens sinnvoll angelegt wird - und ob so ein Akkutauschsyste m Zukunft hat halte ich für äußerst fragwürdig.
Ein breites Netz öffentlichen Ladestationen mit einheitlichem Standart und einfachem Bezahlungssyste m halte ich da für sinnvoller.
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0 #14 2009-03-07 18:49
Ich sehe die EU in der Pflicht ein paar milliarden in die Hand zu nehmen und eine Ausschreibung über 10 Millionen Lithium Ionen Akkus zu starten.
Dann kann an den Tankstellen schnell der Akku getauscht werden.
Die Autohersteller können billige Autos ohne Akku verkaufen und an der Tankstelle wird mit Windenergie wieder aufgeladen.
Das hilft allen.
Wichtig ist da eine einheitliche Norm.
Wird viel Leistung gebraucht können auch mehrere Akku benutzt werden.
Bei dieser Anzahl müssen wohl auch mehrere Hersteller ins Boot.
Das Risiko tragen wir als Steuerzahler, aber allemal besser als das Geld den Banken hinterher zu tragen.
Die Schulden sind dann tatsächlich mal für Investitionen, die sich schnell amortisieren.
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0 #13 2009-01-15 14:12
Da ich gerne Stromtankstelle nwärter werden möchte / sprich eigene Stromtankstelle n zur offiziellen Nutzung gegen Entgelt anbieten möchte, wüßte ich gerne wer sich schon damit auskennt, welche behördengänge notwendig sind und welche Auflagen zu erfüllen sind.
Vielen Dank für alle Anregungen
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0 #12 Christian Müller 2008-12-08 07:34
Ein Akkuwechsels bei ATU oder ähnlichen wäre nichts. Bis man da an der Kasse dran kommt um denen zu sagen, dass man gerne einen geladenen Akku hätte ist schon bald die erste Viertelstunde um. Und dann suchen die einen 3 Stunden entfernten Termin für die Hebebühne raus. Samstags machen die früh zu, Sonntags haben sie garnicht offen...
Also wenn überhaupt Wechselakkusyst em dann müßten sich Shell und Aral da mit Daimler, BMW und VW drüber einig werden wie so ein Akku aussehen könnte. Er könnte z.B. auf einer Art Einkaufswagen in das Fahrzeug reingefahren werden - aber auch das klingt leichter als es wäre bei einem Akku der auf jeden Fall 100kg überschreiten wird (dann ca 12-15kWh denkbar = 75-150km Reichweite).
Wenn so etwas skalierbar sein soll muss die Form so sein, dass auch mehrere parallel ins Heck passen - er darf also schon mal nicht zu breit bauen - das ist schon mal ein konzeptioneller Nachteil der den Konstrukteuren viele Möglichkeiten nimmt.

2x mit einem 100kg Einkaufswagen zu rollen und 2 leere Akkus zurück zu bringen wäre auch nicht gerade so benutzers Traum - die Hausfrau wechselt zwar AA Batterien - aber keine 100kg Blöcke.
Oder sollen es deutlich kleinere Einheiten sein mit denen ein zum Fahrzeug gehörender Träger bestück wird?
Oder doch lieber 2 größen?
Und welche Spannung?
Sie sollte so groß wie möglich seinm - bei kleineren Fahrzeugen dürte das aber kaum gehen weil zu viele Zellen in Reihe geschaltet sein müßten.
Und ist das BMS im Fahrzeug oder mit der Batterie fest verbunden?

Hier sind noch viel zu viele Fragen offen als dass eine Normung zum heutigen Zeitpunkt Sinn machen würde - insbesondere die größte Frage - hätte so ein Konzept mit Wechselakku überhaupt Sinn?

Ein Standart wäre allenfalls momentan für Einzelzellen interessant aus denen dann größere Akkusysteme zusammengebaut werden können.
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0 #11 Theo 2008-12-05 20:36
Zitat:
Ich würde es auch als positiv empfinden wenn ich wüßte, dass der Akku in meinem Fahrzeug auf das Fahrzeug zugeschnitten ist und alle Bedürfnisse genau erfüllt.

Genau! Und es ist doch wohl so, daß die Bedürfnisse unterschiedlich sind. Der eine fährt jeden Tag 300 Km im Außendienst, der andere 25 Km zur Arbeit und ab und an mal will man auch noch ans Mittelmeer oder an die Nordsee.
SKALIERBARKEIT heißt das Zauberwort.
Skalierbarkeit bedingt NORMUNG.

Oder?

Ich will doch nicht unnötig die Akkukapazität für längere Strecken jeden Tag zur Arbeit und zum Einkaufen spazieren fahren.

Die Nutzerprofile sind nun mal unterschiedlich . Selbst bei ein und demselben Individuum (Fahrer) kann sich das ändern.

Grüße Theo
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0 #10 Theo 2008-12-05 20:25
Über einzelne Firmennamen hier zu schmunzeln, ist ja ganz lustig. Zum Thema zurück:
Die Nennung einer solchen Kette war der offensichtlich mißlungene Versuch, anschaulich darzulegen, daß den Akkuwechsel - vorausgesetzt es gibt eine Normung über Größen, Bauformen, Spannungen, Anschlüsse...(!) - prizipiell jede Werkstatt anbieten kann, die ein Hebebühne hat. Oder auch der Nutzer selber. Es gibt auch heutezutage noch Fahrer, die ihre Winterreifen selber aufziehen, obwohl es gerade mal 10 Euro mit Auswuchten kostet.
Im übrigen, jede Hausfrau tauscht die Mignonzellen im Akkusauger auch selber aus. Eigentlich auch den Akku im Notebook. Nur: der ist im Gegensatz zur genormten AA-Zelle sündhaft teuer! Warum ist ja klar. Nix Normung, viele teuer. Wenn der Verbraucher dann zwangsweise sagt, ex und hopp, und kaufe ich mir eben ein neues Notebook und setze mich 3 Tage hin um alles wieder einzurichten... ok das kurbelt ja uch den Absatz von Notebooks an...:-)

Aber ein Auto deswegen gleich wegschmeißen?

Oder unverschämte Preis zahlen, weil die gefertigten Stückzahlen für jedes Modell separat kalukliert werden?

Na, ich weiß nicht so recht, ob wir das wirklich gut finden sollen...

PS: Habe mal einen defekten Li-ION Akkupack vom Notebook aufgemacht. Und was muß ich da sehen? STANDARDZELLEN wurden hier verbaut, und zwar so, daß es sich selbst für versierte Bastler nicht lohnt, die Dinger zu tauschen.

Grüße Theo
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