Better Place startet Test mit E-Taxis in Tokio

Stromlade-Infrastruktur

Better Place startet Test mit E-Taxis in Tokio (Bildmaterial: Better Place) In Tokio sind dieser Tage drei E-Taxis in Betrieb gegangen. Um eine ununterbrochene Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, lassen sich die Akkus innerhalb kürzester Zeit auswechseln.

Das kalifornische Unternehmen Better Place hat am 25. April in Zusammenarbeit mit dem japanischen Staat und dem nationalen Taxi-Betreiber Nihon Kotsu drei E-Taxis in Betrieb genommen. Die Taxis, die in der japanischen Hauptstadt Tokio eingesetzt werden, bedienen sich eines Kunstgriffes – Wechselakkus. Dadurch sind die Elektromobile ständig einsatzbereit und können folglich ohne größere Unterbrechung Fahrgäste befördern bzw. Geld verdienen. Diese betriebswirtschaftliche Notwendigkeit wurde bisher gerne als Gegenargument angeführt und kann durch das neue Konzept nun ausgeräumt werden.

Ermöglicht wird der schnelle Austausch durch so genannte Wechselstationen („switch stations“). Dabei fährt das Taxi in der Station über eine Vorrichtung, die die entladenen Akkus nach dem Baukastenprinzip aus dem Wagenboden entfernt und durch geladene Akkus ersetzt. Das ganze dauert nicht länger als ein konventioneller Tankstopp an der Zapfsäule. Mit der neuen Akkuladung hat das Elektrotaxi eine Reichweite von etwa 80 km, vollkommen ausreichend für die häufig kurzen Fahrten im Innenstadtbereich.

Als Basis für die neuen Taxis dienen Nissan Dualis, die in Europa als Nissan Qashqai bekannt sind. Die Lithium-Ionen-Akkus stammen von der Firma A123 Systems.

Vorerst für drei Monate will man Erfahrungen mit dem täglichen Betrieb dieser Fahrzeuge und des Wechselsystems sammeln. Wie es danach weitergeht, ist ungewiss. Nicht weiter verwunderlich ist indes die Tatsache, dass dieser Feldversuch in Tokio stattfindet. Schließlich hat dieses Stadt eine Taxidichte, die sogar Metropolen wie London oder New York in den Schatten stellt. Kiyotaka Fujii, der Geschäftsführer von Better Place Japan, bezifferte die Anzahl der Tokioter Taxis auf 60000. Allein ein Wandel in diesem Sektor des Personentransports würde somit eine enorme Reduzierung des CO2 Ausstoßes bedeuten. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass Japan ein Vorreiter in Sachen E-Mobilität ist und einen unbedingten Fortschrittsglaube besitzt. Das wiederum gibt Anlass zur Zuversicht.

(sr/wattgehtab.com)


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