Better Place sichert sich 350 Mio. Dollar für E-Auto-Infrastruktur

Stromlade-Infrastruktur

Im Mai 2009 führte Better Place erstmals eine solche Batteriewechselstation im japanischen Yokohama vor. (Bildmaterial: Better Place) Das US-Unternehmen Better Place sichert sich eine weitere Finanzspritze in Höhe von 350 Million US-Dollar von einem Investorenkonsortium unter Führung der HSBC Gruppe. Die Transaktion stellt eine der bislang grössten Investitionen im Clean Tech Sektor dar - der Wert des Unternehmens wird nun auf 1.25 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Die neuen Investoren sind neben HSBC, Morgan Stanley Investment Management sowie Lazard Asset Management. Bereits in der ersten Finanzierungsrunde wurden unter anderen Investoren wie Israel Corp., VantagePoint Venture Partners, Ofer Hi-Tech Holdings, Morgan Stanley Principal Investments oder Maniv Energy Capital Anteilseigner von Better Place. HSBC steuerte die zweite Finanzierungsrunde und investiert selbst 125 Millionen US-Dollar in Better Place und ist nun mit rund 10 Prozent beteiligt.

Kevin Adeson, der bei HSBC den Bereich Global Capital Financing leitet wird das Führungsgremium von Better Place verstärken. Das Investment ermöglicht Better Place, geografisch zu expandieren, ehrgeizige Pläne im Bereich Forschung und Entwicklung zu realisieren sowie den Aufbau der Infrastruktur voranzutreiben. Das Unternehmen plant, in Märkte zu expandieren, die ideale wirtschaftliche Voraussetzungen für das Geschäftsmodell bieten und optimale Investitionserträge versprechen - dies gilt insbesondere für Europa und Asien.

Im Geschäftsmodell von Better Place erwirbt der Kunde ein Elektroauto ohne die teuren Lithium-Ionen-Batterien, diese bleiben im Besitz des Unternehmens und dienen u. a. als Abrechnungsstelle für den bezogenen Strom. Für den Ladevorgang der Batterien benötigt es eine flächendeckende Infrastruktur, welche das Unternehmen mit dem Aufbau von unzähligen Ladestationen und vollautomatischen Batteriewechselstationen realisieren will. Letztere sollen innerhalb von 60 Sekunden leere Batterien durch geladene bei dafür gerüsteten Elektroautos ersetzen. Die Batterie wird dabei vom Autofahrer lediglich geleast. Better Place verspricht, das solch eine Wechselstation inklusive Schnellladestationen in Höhe von 500.000 US-Dollar nur 25 bis 50 Prozent so teuer wie eine normale Tankstelle sein soll.

Demonstrationsvideo der Better Place Batteriewechselstation


Mit Blick auf den Aufbau der Infrastrukturen für den Betrieb von Elektrofahrzeugen in Israel und Dänemark hält Better Place am ursprünglichen Zeitplan fest. Der Start ist für das Ende des Jahres 2011 geplant, dann wird auch der erste Renault mit austauschbarer Batterie auf den Markt kommen. Die Strategie von Better Place sieht zudem vor, einige Monate nach der Markteinführung in Israel und Dänemark erste Projekte in Australien und in ausgewählten Regionen Nordamerikas zu starten.

Darüber hinaus testet die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Better Place derzeit jeden Bestandteil des Konzepts in einem realistischen Szenario. Dieser mehrstufige Prozess findet weltweit statt und begann vergangenen Dezember mit einem Test des von Better Place gesteuerten Netzwerks für Elektrofahrzeuge in Dänemark. Im April dieses Jahres startet in Tokio ein Projekt, bei dem elektrisch betriebene Taxis die Batteriewechsel-Technologie nutzen. Diese und weitere Entwicklungsschritte sollen letztlich in Tests der kompletten Infrastruktur ab Mitte des Jahres 2010 sowie der kommerziellen Markteinführung im Jahr 2011 münden.

„Aufgrund unserer Technologie, unseres Konzepts sowie der stabilen Partnerschaft mit Renault haben wir mindestens zwei Jahre Vorsprung vor allen anderen Mobilitätskonzepten, die auf alternative Energien setzen. Nur unser Konzept reduziert den Erdölverbrauch der Länder und senkt die Emissionen signifikant, da wir den Verbrauchern Elektrofahrzeuge bereitstellen, die komfortabler und bezahlbarer sind als Autos mit einem Verbrennungsmotor”, sagt Shai Agassi, Gründer und CEO von Better Place. Die Transaktion ist von kartellrechtlicher Genehmigung und weiteren marktüblichen Regulierungen abhängig und wird voraussichtlich im ersten Quartal 2010 abgeschlossen sein.

(mp/wattgehtab.com)


Kommentare 

 
-1 #1 2010-01-30 17:55
Better Place ist sicherlich ein interessantes Unternehmen. Aber: Wie sich dieser komplizierte Ansatz in Deutschland wirklich durchsetzen? Ich bin sehr, sehr skeptisch, weil es das doppelte Henne-Ei-Problem gibt: Einerseits der spezielle und notwendige Auto-Typus, andererseits der Aufbau der komplizierten Infrastruktur. Dies ist alles nur mit sehr, sehr viel mehr Geld als ein paar Hundert Millionen durchsetzungsfä hig.
Noch dazu kommt ja, dass Better Place Batterien verleasen will. D.h. noch mehr Geld nötig. Es wird spannend...
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