Was macht "grüne" Reifen grüner als andere und was ist daran ökologisch?

Sonstige Komponenten

Öko-Reifen, z.B. von Pirelli: Nicht nur wegen der Farbe grün Wie funktioneren "grüne" Reifen?

Das Thema Öko-Reifen, auch Energiesparreifen, "grüne" oder Eco-Reifen genannt, beschäftigt viele Autofahrer. Nicht zuletzt deswegen, weil viele Reifenhersteller ihre Produktpalette um diese umweltfreundliche Variante erweitern. In der Mischung und der Performance unterscheiden sie sich von herkömmlichen Reifen. Was genau der Unterschied ist, soll hier kurz erläutert werden.

Die Mischung macht's

Um einen Reifen mit dem Prädikat Öko versehen zu können, muss dieser eine besondere Zusammensetzung aufweisen. Diese spezielle Gummimischung macht den Reifen insgesamt leichter und verringert den Rollwiderstand auf dem Asphalt. Auch erhöht sich dadurch die Langlebigkeit des Reifens. Doch welcher Stoff macht all das möglich?

Als Wundermittel wird hierbei der keramische Baustoff Silika eingesetzt, der besonders feuerfest ist und den zuvor verwendeten technischen Ruß ersetzt. Silika macht die Reifen insofern "grüner", als dass bei der Gewinnung keine schädlichen Nebenprodukte anfallen. Außerdem gibt Silika erst CO² ab, wenn eine Temperatur von 1.500°C überschritten wird. Reifenhersteller machen jedoch selten genaue Angaben, zu welchem Prozentsatz das Silika im Reifen vorhanden ist und lassen die Verbraucher weitestgehend im Dunkeln. Michelin zum Beispiel gibt an, dass Ihr Öko-Reifen nahezu zu 100% mit Silika ausgestattet sind. Ein weiteres Material, mit dem die Mischung angereichert werden kann, sind Silane. Das sind Feststoffe aus Silicium und Wasserstoff. Großer Vorteil ist auch, dass diese keinen Kohlenstoff enthalten.

Beide Stoffe können bei hohen Temperaturen verbrannt und anschließend als Baustoff verwendet werden. Endprodukte sind Wasser, Stickstoff und Sand. Verbraucher brauchen demnach kein schlechtes Gewissen mehr beim Kauf von neuen Reifen und der Abgabe der alten zu haben.

Der Weg zum heutigen Eco-Reifen

Die Erforschung der "grünen" Reifen begann 1992 mit Michelin, die als erster Reifenhersteller Silika als Füllstoff nutzten. Lange Zeit galten die Reifen als gefährlich, da sie aufgrund des geringen Rollwiderstandes bei Nässe nur sehr schlecht greifen konnten. Um den geringen Rollwiderstand trotzdem gewährleisten zu können, wurden die Seitenwände des Reifens sehr elastisch gehalten. Die Hitze kann so nicht so stark auf die Reifen wirken. Trotz Vorteil für die Umwelt, war das Fahren mit grünen Reifen bis etwa 2010 ein Nachteil für viele Fahrer, da immer noch nicht das Problem mit dem Grip gelöst war. Große Hersteller wie Dunlop, Michelin oder Goodyear haben sich dieser Herausforderung angenommen und die Laufflächenmischungen mit diversen Stoffen optimiert. Durch den Verzicht auf aromatische Öle und die Einbindung von Polymeren konnte schließlich der Grip maßgeblich verbessert werden. Die Reifen haben in der Nasshaftung mittlerweile eine Wertung von A erreicht.

Auf dem richtigen Weg

Die Reifenhersteller schaffen Großes mit den neuen Gummimischungen. Die Öko-Reifen sind mittlerweile genauso sicher, wie herkömmliche Modelle und sparen mindestens 0,3 Liter auf 100 Kilometer. Das entspricht einer Ersparnis von mehr als 120 Litern Benzin und 260 Gramm CO² im Jahr, die nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel schont. Auf die ganze EU gerechnet könnten so pro Jahr 1,5 Mrd. Liter Benzin und 4,5 Mrd. Diesel eingespart werden, wenn jeder Pkw und jeder Lastwagen mit grünen Reifen fahren würde.

(pz/wattgehtab.com)


Kommentare 

 
0 #7 Reifenprofi 2014-12-22 11:35
260g CO2/jahr? ist da nicht 260kg Co2/ Jahr gemeint? Ich meine eine leistungsfähige s Auto stösst ja schon 260g CO2/ km aus!
und ein Öko Auto stösst das in 3km aus...
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0 #6 dok 2014-02-03 22:01
Korrektur an die Red.:
das 1. Patent auf Silika-Beimischung in Reifen gab es bereits 1984 (!) für Semperit (EP0120833A1).
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+1 #5 Antonius 2013-08-14 13:41
zitiere Hans_A:
Das ist bezogen auf die Lebensdauer vom Reifen - wieviel Jahre man dafür bracht ist doch egal


Aber da steht doch: "120 Litern Benzin und 260 Gramm CO² im Jahr". Also doch ein Jahr.
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0 #4 Hans_A 2013-08-14 13:08
zitiere Antonius:
120 Liter Ersparnis bei 0,3 Liter auf 100 Kilometer, bedeutet, dass 40.000 km im Jahr gefahren werden. Das sind 110 km am Tag, ist das realistisch?


Das ist bezogen auf die Lebensdauer vom Reifen - wieviel Jahre man dafür bracht ist doch egal
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0 #3 Antonius 2013-07-12 17:27
Soviel Co2 und Kraftstoff sparen, schafft problemlos der kein Auto oder ein Elektro- oder Wasserstoffauto fährt.
Auch leichtere und kleinere Autos sind da viel "Leistungsfähige r".
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0 #2 Der Reifenguide 2013-07-12 13:36
Schöner Artikel. Wir sagen bei uns, dass ein grüner Reifen ca 3 % Kraftstoff und 4g CO2/km spart. Aus ökonomischer und umwelttechnisch er Sicht also ein absolut gutes Argument für den Kauf von grünen Reifen.
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0 #1 Antonius 2013-07-11 10:08
120 Liter Ersparnis bei 0,3 Liter auf 100 Kilometer, bedeutet, dass 40.000 km im Jahr gefahren werden. Das sind 110 km am Tag, ist das realistisch?
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