Sensor zur Batterieabschaltung kann Unfall eines geparkten Elektroautos erkennen

Sonstige Komponenten

Bei einem Unfall im Ladebetrieb sorgt evSAT für die Abschaltung der Hochvolt-Batterie (Bildmaterial: Continental) Der internationale Automobilzulieferer Continental hat einen Sensor (Satelliten) für Elektro- und Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge entwickelt, der bei einem Unfall im Ladebetrieb für eine unmittelbare Abschaltung der Hochvolt-Batterie sorgt. So sollen Rettungskräfte die Fahrzeuge im Notfall bergen können, ohne das Risiko eines möglichen Stromschlags einzugehen.

„evSAT“ steht für „Satellite for Electric Vehicles“. Dahinter verbirgt sich ein autonomer, triaxialer Sensor mit einer CAN-Schnittstelle.

Bei modernen Elektroautos erfolgt die Abschaltung des Batteriesystems nach einem Unfall automatisch. Bei den meisten Fahrzeugen wird dieses System durch das Auslösen der Airbags aktiviert. Da während der Ladephase die übrige Fahrzeugelektronik inklusive des Airbagsystems jedoch nicht in Betrieb ist und um das Airbagsystem nicht kostenintensiv an neue Anforderungen anpassen zu müssen, hat Continental für den Ladebetrieb der Fahrzeuge den evSAT entwickelt: Der Beschleunigungssensor erkennt mit Hilfe eines Algorithmus einen Front-, Heck- oder Seitenaufprall durch ein anderes Fahrzeug und gibt unmittelbar über die CAN-Schnittstelle ein Signal an das Batterie-Management-System weiter, welches die Batterie innerhalb von einer halben Sekunde abschaltet.

Ebenso reagiert evSAT, wenn im Fahrbetrieb eine Dachlage (Rollover) erkannt wird. Hier wird die Batterie innerhalb von maximal vier Sekunden deaktiviert. Bei anderen Unfällen während des Fahrens bleibt evSAT inaktiv. Hier wird die Batterieabtrennung vom Airbagsystem mit übernommen. Ist das Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeug abgestellt und wird nicht geladen, schaltet sich evSAT in einen Ruhemodus, um eine Entladung der Batterie zu vermeiden.

Beschleunigungssensor evSAT (Bildmaterial: Continental)Prinzipiell kann evSAT an verschiedenen Stellen im Fahrzeug eingebaut werden, sollte jedoch weit genug im Inneren des Fahrzeugs platziert sein (beispielsweise unter dem Beifahrersitz), um bei einem Unfall nicht ebenfalls beschädigt zu werden. Als Vorteile hebt Continental hervor, dass bei der Verwendung von evSAT innerhalb einer Baureihe die konventionell angetriebenen Fahrzeugvarianten nicht verändert werden müssen. evSAT soll sich ohne größere Eingriffe in die bestehenden Bordsysteme der elektrisch angetriebenen Fahrzeug-Varianten integriert lassen.

In den USA ist bereits heute gesetzlich vorgeschrieben, dass die Spannung im Bordnetz nach einem Unfall innerhalb von fünf Sekunden auf unter 60 Volt sinken muss. In Deutschland existieren bisher keine derartigen gesetzlichen Regelungen. „Bei der weiteren Entwicklung hin zur Elektromobilität wird die Sicherheit von Elektrofahrzeugen eine wichtige Rolle einnehmen. Dass dafür zukunftsfähige Technologien benötigt werden, zeigt sich bereits in der Nachfrage nach evSAT auch von Seiten zahlreicher anderer Fahrzeughersteller“, sagte Telmo Glaser, Projektleiter für evSAT bei Continental. So soll es bereits einen großen deutschen Automobilhersteller geben, der im Jahr 2012 mit evSAT in Serie gehen will. Die Produktion der Sensoren beginnt in diesem Jahr im Continental-Werk in Regensburg.

(mk/wattgehtab.com)


Kommentare 

 
0 #2 2011-04-11 13:35
Ich denke ein solches System sollte möglichst schnell Pflicht in Hybrid und Elektro Autos werden. Offen bleibt jedoch, was passiert, wenn der Akku oder Leitungen beim Unfall zerstört werden. Eine Erdung im Auto ist ja bekanntlich schwer
Zitieren
 
 
+1 #1 Frank Hagen 2011-02-20 20:57
Nicht nur hier wird deutlich, dass Deutschland im internationalen Vergleich ein wenig zurück hängt. Von Seiten der politik bräuchte es möglichst rasch klarere Festlegungen.
Zitieren
 

Kommentar schreiben

Wattgehtab ermuntert seine Leser ausdrücklich, Artikel zu kommentieren. Im Interesse aller User behalten wir uns vor, veröffentlichte Kommentare zu prüfen und gegebenenfalls zu editieren oder zu löschen. Besonderen Wert legen wir ferner auf einen sachlichen Stil der Kommentare und den Respekt vor anderen Meinungen. Danke für die Beachtung. Ihr Wattgehtab-Team


Sicherheitscode
Aktualisieren

Neueste Kommentare