Detroit 2011: Continental zeigt intelligente IKT-Lösungen für Elektrofahrzeuge

Sonstige Komponenten

Detroit 2011: Continental stellt intelligente IKT-Lösungen für Elektrofahrzeuge vorHelmut Matschi, Mitglied des Vorstandes bei Continental, spricht heute in Detroit über intelligente Lösung für den wachsenden Informations- und Kommunikationsbedarf von Elektrofahrzeugen.

Um eine möglichst schnelle Serieneinführung von alltagstauglichen Elektroautos zu unterstützen, arbeitet der Automobilzulieferer Continental nicht nur an Antriebskomponenten, Speichersystemen und Steuereinheiten für Elektrofahrzeuge. Continental entwickelt darüber hinaus an der Kommunikationsinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Mit den Elektroniksystemen von Continental sollen Elektroautos ihre Wegstrecken vorab analysieren, die Ladevorgänge effizient und attraktiv gestalten, die Akkus überwachen und unkompliziert und anbieterübergreifend in unterschiedlichen Gebührenmodellen bewegt werden können. Mit Continental-Elektronik können die Steckdosen dumm bleiben, denn Elektrofahrzeuge werden entsprechend clever, so der Konzern.

„Continental bereitet sich mit Hochdruck auf das jetzt beginnende Zeitalter der Elektroautos vor. Dies ist heute notwendig, auch wenn der konventionelle Verbrennungsmotor nach einhelliger Meinung noch viele Jahre den Markt bestimmen wird. Wir werden mit dafür sorgen, dass Elektrofahrzeuge zukünftig genau so spontan, autark, flexibel und genussvoll genutzt werden können, wie heute ein Benziner oder Diesel“ erklärt Helmut Matschi, Mitglied des Vorstands der Continental AG und Leiter der Division Interior während der Detroit Motor Show 2011. „Wenn Elektrofahrzeuge gut vernetzt an den Start gehen, werden sie die Anforderungen ihrer Besitzer schneller erfüllen können und so für mehr Freude an der elektrischen Mobilität sorgen. Mit unserer Technik kann schließlich sogar der Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur extrem vereinfacht werden, da wir die Ladeintelligenz ins Fahrzeug holen.“

Diese Anforderungen will Continental mit einem Netzwerksystem lösen, über das alle Systembeteiligten den Austausch von Informationen und Daten mit dem Fahrzeug und untereinander abwickeln können. Dafür stellt Continental nicht nur die Plattform selbst bereit und organisiert die Datenkommunikation. Der Zulieferer entwickelt auch die Elektronik für das Fahrzeug. Dazu gehören GPS- und GSM-Module zur Standortbestimmung und Mobilfunkverbindung sowie eine Schnittstelle zum Fahrzeugbussystem.

Continental sieht als größte Hürde für den Siegeszug des Elektroautos im Alltagseinsatz die Angst vor der Reichweiteneinschränkung („Range Anxiety“). Sind in den Datenbanken der Navigationssysteme bislang nur die statischen Informationen zu den einzelnen Streckenabschnitten und bestenfalls noch die Geländeprofile hinterlegt, plant Continental in Partnerschaft mit den Serviceprovidern und mithilfe der Fahrzeugelektronik vielfältige Verkehrsinformationen in Echtzeit zur Verfügung zu stellen. Auf welchen Streckenabschnitten herrscht welches Staurisiko? Wo zwingen Wind und Wetter zum Einsatz von Heizung oder Scheibenwischern? Wie lange wird die Klimaanlage benötigt und wo sind die Gefällestrecken, auf denen der Motor zum Generator wird und das Fahrzeug selbst die Akkus füllt?

In der Continental-Plattform sollen Standorte und Zugänglichkeit von Ladesäulen nicht nur tagesaktuell gelistet werden, sondern die virtuelle Verkehrszentrale der Elektromobilität wird auch wissen, wann, wo und wie lange die einzelnen Zapfpunkte von welchen Fahrzeugen besetzt sind: So soll man von unterwegs aus und auf Wunsch völlig automatisch Ladezeiten buchen und die Ladepause so effektiv wie möglich gestalten können. Das gleiche Verfahren soll sich auch für Fahrzeuge und Mobilitätskonzepte anwenden lassen, die nicht auf Akkus zum Nachladen, sondern zum Austauschen setzen.

Bei der Routenplanung will die Continental-Elektronik nicht nur die Anforderungen von Auto und Akku berücksichtigen können, sondern auch die Vorgaben des Fahrers miteinbeziehen: Je nach Tageszeit und Terminkalender können zukünftig bevorzugt Ladestationen an Restaurants, Einkaufszentren, Sportstudios oder anderen Sonderzielen angesteuert werden. Und sollte die reale Umgebung keine Kurzweil bieten können, dann soll die Service-Plattform von Continental in der Lage sein, während der Ladepause neben Internetradio oder Web-Fernsehen auch die E-Mails oder die sozialen Netzwerke ins Auto zu holen. Das entsprechende AutoLinQ-System hat Continental bereits mit der Deutschen Telekom vorgestellt und kann mit den modernen Kombi-Instrumenten zusammenarbeiten.

Mit der Plattform mit Schnittstellen zu den Systempartnern will Continental zudem das intelligente, gesteuerte Laden auch an einfachen Steckdosen ermöglichen. Weil zukünftig sämtliche Intelligenz und mit ihr die Steuerung für den Ladevorgang im Fahrzeug vorhanden ist, werden sich sogar komplexe Lade-Algorithmen über konventionelle Steckdosen abwickeln lassen. Nicht die Buchse, sondern die Steuer-Elektronik im Fahrzeug bestimmt dann, wann wie viel Strom fließt, ob die Akkus schnell, schonend oder besonders preisgünstig in der Nacht geladen werden. Mit diesem Ansatz von Continental soll der Aufbau der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge dramatisch beschleunigt und gleichzeitig der Investitionsbedarf zum Beispiel für Kommunen und Energieversorger deutlich reduziert werden .

Während man Benzin und Diesel heute zumeist direkt an der Tankstelle bezahlt, werden mit dem Beginn des elektromobilen Zeitalter völlig neue Tarif- und Bezahlmodelle möglich, die eher an den Mobilfunk erinnern. Auch dafür bereitet Continental seine System vor: Sämtliche Verbrauchsdaten und Ladeinformationen werden online über die Plattform verfügbar sein und so die direkte Verrechnung zwischen einzelnen Energieversorgern oder Mobilitätsanbietern ermöglichen.

(mk/wattgehtab.com)


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