TU Kaiserslautern koordiniert Rheinland-Pfälzisches Elektromobilitäts-Projekt

Politik und Förderprogramme

TU Kaiserslautern koordiniert Rheinland-Pfälzisches Elektromobilitäts-Projekt2,5 Millionen Euro investiert das Land Rheinland-Pfalz in Netzwerkbildung und Innovationsforschung zur Elektromobilität. Die Koordination des für die Laufzeit von drei Jahren geplanten Vorhabens übernimmt die TU Kaiserslautern in den Fachbereichen Elektrotechnik und Informationstechnik, Lehrstuhl für Regelungssysteme, und Bauingenieurwesen, Institut für Mobilität & Verkehr. Neben der Forschung sollen Feldtests helfen, Nutzen, aber auch Probleme der regionalen Elektromobilität, aufzuzeigen.

Bereits am 21. Mai 2010 initiierte die damalige Umweltministerin Margit Conrad das Netzwerk Elektromobilität Rheinland-Pfalz im Rahmen des Symposiums "Regionale Elektromobilität" in Mainz. Die Betreuung des Netzwerks erfolgt in einem Forschungsprojekt, das durch das Land Rheinland-Pfalz unter Beteiligung der Ministerien für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung (MWKEL) sowie des Innern, für Sport und Infrastruktur (ISIM) mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Millionen Euro für drei Jahre gefördert wird.

Insgesamt umfasst das Netzwerk aktuell fast 40 Partner aus den Bereichen Energiewirtschaft, Verkehrsunternehmen, Automotive, Kommunen und Verbände bzw. Handwerkskammern. Darunter sind auch fünf Forschungspartner, neben den zwei Arbeitsgruppen der TU Kaiserslautern auch das IfaS (Institut für angewandtes Stoffstrommanagement) am Umwelt-Campus Birkenfeld, das IZES (Institut für Zukunftsenergiesysteme gGmbH) aus Saarbrücken sowie die Transferstelle Bingen an der FH Bingen, die federführend für die Begleitforschung beauftragt werden.

Für Rheinland-Pfalz stehen vorrangig Anwendungsmöglichkeiten der heute und in den kommenden Jahren verfügbaren Fahrzeuge sowie deren infrastrukturelle Versorgung im Vordergrund. Es soll dabei weniger um neue, bessere Batterien oder Antriebskonzepte gehen. Vielmehr sollen primär folgende Fragestellungen beantwortet werden:

• Wie kann Elektromobilität (oder genauer: Elektroverkehr) in regionale und überregionale Energienetze eingebunden werden?

• Mit Hilfe von Ökobilanzierungen soll der Frage nachgegangen werden: Wie klimaschützend (gemessen an CO2-Einsparungen) ist Elektromobilität wirklich?

• Wie sehen die Nutzungs- und Mobilitätskonzepte der Zukunft aus?

• Welche Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich für eine kommunale Elektromobilität?

• Welche Geschäftsmodelle eröffnet die Elektromobilität und auf welche Weise kann eine (regionale) Wertschöpfung hierdurch stattfinden?

• Wie lässt sich die Elektromobilität unter den gegeben technischen und wirtschaftlichen Vor- und Nachteilen sinnvoll nutzen?

Neben wissenschaftlichen Untersuchungen sind umfangreiche Feldtests in Kooperation mit allen Netzwerkpartnern geplant. Schwerpunkte sind die "kommunale" Elektromobilität (Fahrzeuge von Kommunen, Sozialdienste, Kirchen, Behördenfahrzeuge, Auslieferungsfahrzeuge, Kundendienstfahrzeuge etc.) und der Bereich des Car-Sharings.

Auch an der TU Kaiserslautern soll ein Feldtest mit voraussichtlich zwei Elektrofahrzeugen stattfinden. Geplant sind der Einsatz eines kleinen Personen-Pkw (z.B. Peugeot iOn) sowie eines Minitransporters (z.B. Renault Kangoo), die voraussichtlich Ende 2011 zur Verfügung stehen. Als Dienstwagen sollen sie in den Fahrzeugpool der TU eingegliedert werden und allen Beschäftigten zur Verfügung stehen. Hierzu wird auch eine Ladesäule errichtet, die nach Anmeldung auch für Besucher der TU die Anreise mit Elektrofahrzeugen attraktiv macht soll.

Sämtliche Feldtests sehen die Echtzeiterfassung von Fahrzeugdaten vor, so z.B. Fahrleistung, Fahrzeuglage, Leistungsflüsse und Wegezweck, die anonymisiert gespeichert und von den Forschungspartnern ausgewertet werden. Diese Daten sollen der Entwicklung von Fahrprofilen dienen, die als Grundlage z.B. für die Reichweitenprognose aber auch für innovative Mobilitätskonzepte dienen sollen. Die Messtechnik hierzu wurde ebenfalls im Forschungsverbund konzipiert und soll für alle Feldtests gleichermaßen eingesetzt werden.

(mk/wattgehtab.com)


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