Tata startet Feldversuch mit 25 Indica Vista EVs in Großbritannien

Politik und Förderprogramme

Tata Indica Vista EV auf dem Genfer Automobil-Salon 2010 Tata Motors, Indiens größter nichtstaatlicher Automobilkonzern, wird bis zum Ende des Geschäftsjahres 25 Elektroautos des Typs Indica Vista EVs für das vom britischen TSB (Technology Strategy Board) geförderte CABLED (Coventry and Birmingham Low Emission Demonstrator) Programm bereitstellen.

Der Konzern ist außerdem in das staatliche PICG (Plug-In Car Grant) Programm Großbritanniens aufgenommen worden. Dadurch erhält Tata für jedes zwischen Januar 2011 und März 2012 verkaufte Fahrzeug Fördergelder in Höhe von 25 Prozent (maximal 5.000 GBP, ca. 5.900 Euro) des Verkaufspreises (29.000 GBP, ca. 34.300 Euro).

Um für die Briten die Anschaffung umweltfreundlicher Autos interessanter zu machen, investiert die britische Regierung bis März 2012 43 Mio. GBP.

Was die infrastrukturellen Vorkehrungen betrifft, haben die Regionen British Midlands, Greater Manchester, East England, Schottland und Nordirland einen Etat von 20 Mio. GBP aufgebracht. Damit sollen zunächst die Ladestationen für Elektrofahrzeuge aufgestellt werden.

„Im Moment planen wir darauf, bis März 25 Fahrzeuge für das vom TSB finanzierte CABLED Programm auszuliefern,“ sagte Debasis Ray, leitender Firmensprecher von Tata Motors, der Financial Chronicle.

Tata Indica Vista EV auf dem Genfer Automobil-Salon 2010 Ray ergänzt, dass der Indica Vista EV ab Frühsommer, in Großbritannien und anderen ausgesuchten europäischen Märkten, in begrenzter Stückzahl zunächst an Großkunden ausgeliefert wird. Dadurch soll das Kaufinteresse geweckt und eine gute Basis für den Kundendienst geschaffen werden. Der eigentliche Verkaufsstart ist für 2012 geplant.

Der Indica Vista EV wurde vom Tata Motors European Technical Centre (TMETC), einer Konzerntochter von Tata Motors UK, entwickelt. Das viersitzige Fahrzeug hat eine Reichweite von ca. 177km und erreicht in der Spitze 114km/h.

Mit dem Indica Vista EV spielt Tata Motors in der Liga der Weltmarktführer des Personenwagenbaus (Mitsubishi, Daimler, Nissan, Toyota etc.), die sich ebenfalls für das CABLE Programm qualifiziert haben. Mitsubishi ist mit dem iMiEV, Daimler mit dem Smart fortwo electric drive, Peugeot mit dem iON, Citroen mit dem CZero, Nissan mit dem Leaf, Toyota mit dem Prius Plug-in, Opel mit dem Ampera und Chevrolet mit dem Volt vertreten.

In Coventry hat Tata Motors ein Fahrzeugwerk errichtet, das im Einschichtbetrieb über 1.500 Autos pro Jahr fertigstellen kann. „Wir können aber im Werk auf die durch den Indica Vista EV neu entstehenden Marktanforderungen flexibel reagieren,“ fügt Ray hinzu.

Der indische Automobilriese hatte 2009 und 2010 sehr hohe Investitionskosten im Bereich Forschung und Entwicklung bei Personen- und Nutzfahrzeugen. Konkrete Angaben zu den Aufwendungen für Null Emissionsfahrzeuge wollte der Konzern jedoch nicht machen.

Auf dem Weg zum Global Player, ist Tata Motors gerade dabei, enge Kontakte zum in Toronto börsennotierten Konzern Electrovaya zu knüpfen.

Das Portfolio von Electrovaya umfasst die Forschung, Entwicklung und Produktion von Lithium-Ion-„SuperPolymer“-Batterien. U.a. hatte sich die Chrysler Group 2010 für Electrovaya als Zulieferer der Batterien einer Testflotte von 140 Ram PHEVs entschieden.

Sankar Dasgupta, CEO bei Electrovaya, bestätigt eine geplante Zusammenarbeit mit Tata Motors. Um global mitzuspielen, ist es laut Dasgupta unbedingt notwendig, weltweit eigene Produktionsstätten oder Joint Venture Partner zu haben. Tata Motors ist ganz sicher ein Wunschpartner.

(dr/wattgehtab.com)


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