Stuttgart mit Zukunftslabor urbaner Mobilität im Rennen um Regionenförderung

Politik und Förderprogramme

Die Initiatoren des Bewerbungsprojektes zur Schaufensterregion, von links nach rechts: Robert Henrich (Geschäftsführer der car2go GmbH), Franz Loogen (Geschäftsführer der e-mobil BW GmbH), Dr. Dirk Mausbeck (Mitglied des Vorstands der EnBW AG), Winfried Kretschmann (Ministerpräsident Baden-Württemberg), Dr. Wolfgang Schuster (Oberbürgermeister Stuttgart), Prof. Dr. Thomas Weber (Mitglied des Vorstands der Daimler AG), Dr. Walter Rogg (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart WRS GmbH), Jörn Meier-Berberich (Vorstand der SSB Stuttgarter Straßenbahnen AG) Ein Feldversuch besonderer Größe und mit besonderen Unternehmens-Schwergewichten erfährt vermutlich bald (2012) einen gesamtregionalen Ausbau von intermodaler Gewichtung urbaner Elektromobilität im Süden Deutschlands, im "Ländle": Land, Stadt, größter Autobauer im Land - die Daimler AG zusammen mit der car2go GmbH, der "hauseigene" Energieversorger - die EnBW AG und die Stuttgarter Straßenbahnen - SSB AG, haben sich zu einem "lebendigen Schaufenster" zukünftiger urbanen Mobilität verabredet. Hierzu soll die größte Elektroflotte der Welt, car2go mit 500 Elektrofahrzeugen ab 2012 in die Region Stuttgart kommen. EnBW soll in Zusammenarbeit mit dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart die erforderliche Ladeinfrastruktur errichten und den Ökostrom bereitstellen. Zudem sollen über Busse, Bahnen und car2go sowie weitere Mobilitätsdienste multimodal miteinander vernetzt werden. Das Ganze ist gedacht als gefördertes "Schaufensterprojekt", das als Bewerbung im Rahmen der Empfehlung der "Nationalen Plattform Elektromobilität" läuft.

Das Land Baden-Württemberg, die Landeshauptstadt Stuttgart, die Daimler AG, die car2go GmbH, die EnBW Energie Baden-Württemberg AG und die Stuttgarter Straßenbahnen AG beabsichtigen, Stuttgart ab 2012 zum lebendigen Schaufenster für die Zukunft urbaner Mobilität zu machen. Kern des Vorhabens wird die Errichtung der erforderlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und die Einführung einer Flotte von 500 elektrischen car2go Fahrzeugen sein. Parallel werden im Rahmen eines Pilotversuchs die Mobilitätsangebote im Verkehrsverbund Stuttgart (VVS), car2go Fahrzeuge und weitere Mobilitätsdienste miteinander vernetzt und auf einer Internet-basierten Plattform angeboten. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt können so auf denkbar einfache, flexible und umweltverträgliche Weise innerstädtisch mobil sein. Angestrebt wird, das Vorhaben zu einem wichtigen Baustein der baden-württembergischen Bewerbung für das Schaufensterprojekt der Bundesinitiative „Nationale Plattform Elektromobilität“ zu machen.

Die Kooperationspartner wollen die Landeshauptstadt mit einem Bündel von Maßnahmen bereits ab dem kommenden Jahr zu einer der innovativsten Städte Europas im Mobilitätsbereich machen. Schwerpunkte bilden der Aufbau der erforderlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge durch den Energieversorger EnBW und die Bereitstellung einer großen Flotte batterieelektrisch angetriebener car2go Fahrzeuge, die im Rahmen eines vollautomatischen Vermietbetriebes ebenfalls der Öffentlichkeit zugänglich sein werden. Ergänzend wird der Bereich Business Innovation der Daimler AG, in Zusammenarbeit mit dem VVS, den Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB AG) und weiteren Partnern, eine multimodale Vernetzung von Verkehrsträgern anbieten, die bis hin zu einem gemeinsamen elektronischen Auskunfts- und Bezahlsystem reichen soll.

Eine koordinierende Schlüsselfunktion übernimmt das Land Baden-Württemberg, das solche Projekte ausdrücklich als Ziel in der demnächst zu verabschiedenden Zweiten Landesinitiative zur Elektromobilität aufnehmen wird. Die landeseigene e-mobil BW GmbH bildet gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart die Projektleitstelle im Rahmen der beabsichtigten Schaufenster-Bewerbung im Rahmen der Nationalen Plattform Elektromobilität. Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigt sich überzeugt: „Das Projekt ist für uns ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in eine nachhaltige Mobilität. Wir beweisen mit dieser Kooperation einmal mehr, dass Baden-Württemberg als Kernland des Automobils auf vorbildliche Art und Weise Wirtschaft und Umweltschutz vereinen kann und erneut seiner führenden Position im Bereich moderner Technologien und innovativer Mobilitätskonzepte gerecht wird.“

Lokal emissionsfrei auf Stuttgarts Straßen

Die Landeshauptstadt Stuttgart kann ihren Bürgerinnen und Bürgern mit diesem Vorhaben bereits im kommenden Jahr eine weitere fortschrittliche Möglichkeit anbieten, lokal emissionsfrei unterwegs zu sein. Innerhalb des Modellvorhabens wird sie Flächen für die öffentlichen Ladesäulen und die dazugehörigen Parkplätze bereitstellen, die dann selbstverständlich nicht nur der car2go Flotte, sondern auch anderen Elektrofahrzeugen zur Verfügung stehen. Oberbürgermeister Dr. Schuster dazu: „Stuttgart hat als Automobilstadt besondere Verantwortung bei der Entwicklung und Unterstützung neuer Formen von Mobilität. Deshalb habe ich stark dafür geworben, dass car2go auch in die Landeshauptstadt kommt. Dass dies erstmals in Deutschland auch mit einer reinen Elektroflotte sein wird, ist ein wichtiger Schritt und stärkt die führende Position Stuttgarts als Elektromobilitäts-Standort.“ Der Gemeinderat soll im kommenden Frühjahr auf Basis weiter konkretisierter Rahmenbedingungen mit dem Thema befasst werden.

Circa 500 Ladepunkte für Elektroautos und Ökostrom

Grundlage für die Umsetzung des Konzeptes ist der Aufbau der erforderlichen Ladeinfrastruktur in der Region Stuttgart und die Versorgung mit Ökostrom, die vom Energieversorger EnBW vorgenommen wird. Der drittgrößte Energieversorger Deutschlands mit starken Wurzeln in Baden-Württemberg kann hierbei auf seine Pilotkompetenz im Bereich der Elektromobilität zurückgreifen, die in Form von Demonstrationsprojekten für Zweiräder und Elektroautos in Baden-Württemberg gesammelt wurde. Geplant ist eine Größenordnung von circa 500 Ladepunkten. Die Standorte der Ladesäulen werden zwischen den Kooperationspartnern abgestimmt. „Die EnBW stellt im Projekt die komplette Ladeinfrastruktur und den Öko-Strom bereit, damit die Elektroautos den Weg zu den Bürgern finden und umgekehrt die Bürger den Weg zur Elektromobilität. Wir legen damit den Grundstein für eine umweltfreundliche und nahezu lautlose Fortbewegung. Auch wenn das Projekt noch Forschungscharakter hat, die Umwelt profitiert allemal“, so Dr. Dirk Mausbeck, Vorstandsmitglied der EnBW Energie Baden-Württemberg AG.

500 individuelle Transportmittel für flexible Mobilität

Ein wichtiger Bestandteil des Modellvorhabens wird der Start des innovativen Mobilitätskonzeptes car2go sein, das als weltweit erstes voll-flexibles Kurzzeitmietmodell für Autos durch die Daimler AG entwickelt wurde. Nach Amsterdam und dem kalifornischen San Diego wird Stuttgart die erste deutsche Stadt sein, in der car2go mit einer reinen Elektroflotte an den Start geht. Eingesetzt werden ausschließlich umweltverträgliche smart fortwo electric drive, die batterieelektrisches Fahren mit einer Reichweite von rund 135 Kilometern ermöglichen. Prof. Dr. Thomas Weber, im Vorstand der Daimler AG zuständig für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung: „Ich freue mich, dass car2go jetzt auch nach Stuttgart kommt. Wir unterstreichen mit diesem Vorhaben nicht nur unsere Verbundenheit mit der Region sondern bieten als Pionier innovativer Fahrzeug- und Mobilitätskonzepte auch eine Lösung für die Herausforderungen des urbanen Verkehrs.“ Registrierten Kunden werden ab dem zweiten Halbjahr 2012 zunächst im Stuttgarter Stadtgebiet mehrere Hundert dieser Fahrzeuge zur spontanen Kurzzeitmiete angeboten. Angedacht ist eine Aufstockung auf insgesamt 500 Fahrzeuge und eine spätere Ausweitung des Geschäftsgebietes auch in die Region. Der Geschäftsführer der Daimlertochter car2go GmbH, Robert Henrich, erläutert: „Wir bringen die größte Elektroflotte der Welt nach Stuttgart! Elektromobilität und car2go passen hervorragend zusammen und werden den Stuttgartern eine neue attraktive Form der individuellen Mobilität ermöglichen, die gleichzeitig umweltverträglich ist und Spaß macht.“

Einbindung in multimodales Gesamtkonzept

Das Mobilitätskonzept car2go wird in ein multimodales Gesamtkonzept eingebunden, das weitere Angebote enthalten und einzelne Verkehrsträger in der Region miteinander vernetzen wird. Eine erste Vernetzung wird im Rahmen eines Pilotversuchs getestet und soll auf einer Internet-basierten Plattform sowie über Applikationen („Apps“) auf Internet-fähigen Mobiltelefonen zur Verfügung stehen. Dies ist zum einen Aufgabe des Bereiches Business Innovation innerhalb der Daimler AG, in der gegenwärtig weitere Mobilitätsangebote entwickelt werden. Zum anderen arbeitet der Nahverkehrsbetrieb SSB an dieser Vernetzung. Im Rahmen des Pilotversuchs sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, inwieweit eine Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel zu einer effizienteren Mobilität und zu einer Schonung der vorhandenen Ressourcen führen kann. Gemeinsame Marketingaktivitäten und eine technische Verzahnung von Informationsaktivitäten runden die Kooperation ab. Darüber hinaus wird die umfassende Einbeziehung von Mobilitätsdiensten in einen gemeinsamen elektronischen Fahrschein und damit ein gemeinsames Abrechnungs- und Bezahlsystem geprüft, das den Kunden den einfachen Übergang zwischen den verschiedenen Transportsystemen ermöglichen soll. „Mit diesem Modell wird ein reibungsloser Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsträgern unterschiedlicher Betreiber ermöglicht und unsere Kunden können bequem das für sie jeweils am Besten geeignete Transportmittel wählen“, so Jörn Meier-Berberich, kaufmännischer Vorstand der SSB AG.

(pz/wattgehtab.com)


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