Projektergebnisse „E-mobil NRW“ aus Düsseldorf – der Abschluss als Startschuss für ein e-mobiles NRW

Politik und Förderprogramme

Ausschnitt Projektflotte Das vom BMVBS und dem Land NRW geförderte Projekt „e-mobil NRW“ im Rahmen der Modellregionen Elektromobilität, hier NRW, konzentriert sich auf den Kern der derzeitigen E-Mobilitätsdiskussion: Der Schaffung eines Marktes, der Evaluierung der Nutzerprofile und der Aufklärung der Bevölkerung. Eines der Ergebnisse aus NRW: 80% der Probanden würden für den Preis eines konventionellen Fahrzeugs die derzeit gegebenen Nachteile geringeren Komforts bei einem Elektro-PKW in Kauf nehmen!

„Elektromobilität auf eine solide Basis, auf ein solides Fundament stellen und nicht nur herumprobieren“ – das ist ein Fazit von Hr. Dr. Udo Brockmeier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf AG. „Wir haben das beste geschaffen, was geschaffen werden kann – wir haben einen Markt geschaffen“. Mit diesen Kernaussagen eröffnete der Chef der Stadtwerke Düsseldorf die Abschlussveranstaltung am 30.06.2011 in der Turbinenhalle.

(Anm.d.Redaktion: Im Rahmen der „Wave“, angeführt und initiiert von dem Schweizer E-Pionier Louis Palmer - „Mit dem Solartaxi um die Welt", und „Zero Emission Race - in 80 Tagen um die Welt“ - wird auch die NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf Mitte September ein Lade-/Haltepunkt auf der Rallye quer durch Europa von Paris nach Prag von über 20 E-Fahrzeugen sein und dann mit seiner e-mobilen Leistungsschau aufwarten können – wir halten euch auf dem Laufenden...).

Eingeladen waren alle Teilnehmer des Projektes als Teil der Bundesinitiative Modellregionen Elektromobilität:

  • für die Projekt begleitende Wissenschaft: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH
  • für die Bereitstellung der Induktionstechnologie die Lufthansa Technik
  • für die Bereitstellung der E-Fahrzeuge die Firmen e-Gefühl und e-Motion Technologies
  • für die Mobilitätskompetenz die Organisation „Drive“ Carsharing
  • für die Produkt- und Markteinführung und Projektdurchführung die Stadtwerke Düsseldorf, Brühl, Hilden, Emmerich, Schwerdte, Fröndenberg sowie Energieversorgung Oelde und Monheimer Elektrizitäts- und Gasversorgung
  • die Landeshauptstadt Düsseldorf
  • das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
  • das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen sowie
  • für den Projektförderer und die Evaluierung das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)

Das sei erst der Beginn der Förderung elektromobiler Innovation durch den Bund, so Dr. Veit Steinle, Abteilungsleiter des BMVBS. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Testläufe zahlreicher Produkte, vom Pedelec über E-Scooter bis hin zu bereits vollwertigen Elektrofahrzeugen sowie Ladestationen sollen Schaufensterprogramme und Technologie-Leuchttürme in Kooperation mit den Modellregionen dafür sorgen, dass eine weiterführende Vernetzung der Elektromobilität in die Fläche gewährleistet werde.

Die Projektleiterin der Stadtwerke Düsseldorf, Frau Dr. Susanne Stark gab zu verstehen, dass die zurückliegenden eineinhalb Jahre der grundlegenden Orientierung über viele unbeantwortete Fragen bis hin zu Lösungen eine intensive Pionierleistung aller Beteiligten war, so auch der 72 Projektmitarbeiter, die alleine die Stadtwerke Düsseldorf aufbrachte.

Als besondere Herausforderung stellte sich die Frage der „Betankung“ und der Wartung der Fahrzeuge heraus. Mit einer gewöhnlichen Ladesäule ließen sich die Anforderungen und Herausforderungen der künftig 40 von den Stadtwerken Düsseldorf betriebenen Ladestationen nicht lösen. Zwei Optionen wurden ausgewählt: RFID-Buchung und die Direktbezahlung mit Bargeld bzw. EC-Karte. Die Smartphone-Anbindung sowie das offene Parken & Laden mit einem eigenen E-PKW-Tarif werden in Kürze umgesetzt und angeboten werden.

Für die Wartung wurde eigens ein Ausbildungsprofil zum/r Hochvoltfachingenieur/in geschaffen und eine eigene Batterie-Teststation angeschafft, die von der AWISTA im Hause der Stadtwerke Düsseldorf betrieben wird.

Das Produkt Mobilität wird im Zusammenwirken von EVU, Mobilitäts-Dienstleister Drive und der erweiterten Kundengruppen Privat und Unternehmen gestaltet.

Eine betreute Masterarbeit ergab bei einem Citymaut-Modell, das auf 10 Cent je Fahrt basiert, eine Einnahmequelle in Höhe von 30.000 €/Tag, bis zu 9 Mio €/Jahr. Von diesen Einnahmen könnten als Kompensation jährlich für 10 % dieser Einnahmen bspw. 150 Pedelec-Park- und Ladeplätze geschaffen werden.

Die Kommunikation innerhalb der Projektgruppe stellte der wissenschaftliche Begleiter vom Wuppertal-Institut, Georg Wilke als vorbildlich und als wichtigen Erfahrungsschatz für künftige Projekte heraus. Darüber hinaus habe dieses Projekt gezeigt, dass die Wissenschaft sich neu aufstellen müsse, weil sie sich für die Erzeugung praxistauglicher Ergebnisse auf pragmatische Alltagsfragen innerhalb des Ablaufs aber auch der Testanwender einstellen muss.

Die begleitende wissenschaftliche Untersuchung, für die bislang erst Zwischenergebnisse vorliegen konzentriert sich auf privat- und betriebliche Probenutzungen von Elektrofahrzeugen, deren Auswertung über in den Fahrzeugen angebrachte Datenlogger erfolgt, so z.B. die Fahrprofile (z.B. an 90% der Tage wurden die Fahrzeuge bis zu 50 km / bis zu 2 Stunden bewegt; aber an 45% der Tage gab es Standzeiten; an 85 % der Wochen (à 7 Tage) waren die Fahrzeuge 24 Stunden am Netz).

Nur knapp ein Viertel der Testfahrer waren weiblich; das durchschnittliche Alter der Probanden lag bei 46 Jahren, zwei Drittel waren Bezieher mittlerer Einkommen von monatlich über 2.000 € und bis zu 5.000 €, nur etwa 15% Bezieher höherer Einkommen. Untersucht wurden die Erwartungshaltung vorher und die Erfahrungswerte danach. So wurde beispielsweise der bereits zuvor als hoch eingeschätzte Spaßfaktor im Umgang mit E-Fahrzeugen durch die gemachten Erfahrungen noch getoppt! Besonders positiv aufgefallen sei natürlich wiederum die Beschleunigung.

Gut 80% der Probanden würden für den Preis eines konventionellen Fahrzeugs die derzeit gegebenen Nachteile geringeren Komforts bei einem Elektro-PKW in Kauf nehmen. Letztlich zufriedenstellend und somit marktfähig seien 4-sitzige Elektro-PKW mit einer Reichweite von 300 km, einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h, einer Ladezeit von 4,5 - 5 Stunden.

(lp/wattgehtab.com)

80% der Probanden würden für den Preis eines konventionellen Fahrzeugs die derzeit gegebenen Nachteile geringeren Komforts bei einem Elektro-PKW in Kauf nehmen.

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