Greenpeace, Klimabündnis und VERBUND fordern gesetzlichen Fahrplan E-Mobilität

Politik und Förderprogramme

Greenpeace, Klimabündnis und VERBUND fordern gesetzlichen Fahrplan für E-Mobilität (Bildmaterial: Greenpeace) Vor einer drohenden Fehlzündung bei der Mobilitätsentwicklung in Österreich warnten heute Greenpeace, Klimabündnis und VERBUND in einer gemeinsamen Pressekonferenz. Der Grund für die ungewöhnliche Allianz: Die Forderung nach Vorrang und mehr Tempo für E-Mobilität betrieben mit Strom aus hundert Prozent Erneuerbaren Energien. „Es braucht einen gesetzlichen Fahrplan, der in erster Linie sicherstellt, dass Elektrofahrzeuge ausschließlich mit Strom aus Erneuerbaren Energien betrieben werden, sonst droht der Fortschritt zum ökologischen Rückschritt zu werden“, sind sich Umweltorganisationen und Energieversorger einig. Eine gemeinsame Studie, die bis Herbst dieses Jahres erarbeitet wird sowie die Initiative zu einem Elektromobilitätsgipfel sollen den politischen Prozess unterstützen.

Zu den zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zählt ein weltweit steigender Energiebedarf. Die Art und Weise, wie wir uns zukünftig bewegen, wird zudem einen großen Einfluss auf die Gestaltung unseres Lebensraums haben. Die Veranstalter der Pressekonferenz „Vorrang für 100% Erneuerbare E-Mobilität“ sehen mit der Entwicklung der Elektromobilität eine wichtige Chance auf eine deutliche Reduktion von Energieverbrauch und Emissionen im Verkehrsbereich. „In den Jahren 1990 bis 2010 stiegen die CO2-Emissionen im Verkehrssektor um rund 56 Prozent, dieser Entwicklung muss dringend entgegengewirkt werden“, sagt Klimabündnis-Geschäftsführer Peter Molnar und betont: „Nur wenn die Stromherkunft aus Erneuerbaren Energien (insbesondere Wasser-, Wind- und Solaranlagen) sicher gestellt ist, kann der Mobilitätswandel den positiven ökologischen Effekt erfüllen, den man sich von ihm verspricht.“

„Fundierte Studien belegen, dass hundert Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien für E-Autos machbar und realistisch sind und Vorteile für Kunden, Umwelt, Politik und Wirtschaft haben“, bekräftigt VERBUND-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Anzengruber. „Mit einer klaren Regelung im Elektromobilitätsbereich kann nicht nur eine bedeutende Verringerungen der CO2-Emissionen aus dem Verkehr, bessere Luft und weniger Lärm erzielt werden, wir sind damit auch gleichzeitig in der Lage, die Klimaziele zu erfüllen. Die fossilen Ressourcen können im Energiebereich zurückgedrängt und damit Abhängigkeiten reduziert werden, was insgesamt einen Wachstumsimpuls für alle Marktteilnehmer ergibt“, so Anzengruber.

Beim Umsetzungsprozess ist jetzt sowohl auf österreichischer als auch auf europäischer Ebene maximales Tempo gefragt. „Es braucht dringend klare Regelungen zur Stromherkunft für Elektromobilität, und das auf Bundes- und EU-Ebene. Wenn die österreichische Bundesregierung weiter mit angezogener Handbremse fährt, verkommt die vermeintlich saubere Mobilitätslösung zum Etikettenschwindel“, so Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit und warnt davor diese ökologische und industriepolitische Chance zu vergeuden. Er zeigt sich außerdem enttäuscht darüber, dass Österreich seine Möglichkeit in puncto Elektromobilität eine europäische Vorreiterrolle zu spielen nicht wahrgenommen hat: „Die österreichische Bundesregierung scheint sich in ihrer Beobachterrolle zu wohl zu fühlen, als dass sie endlich die Chance ergreift in der Europapolitik das System vorzugeben“, so Egit.

Damit Österreich beim Thema E-Mobilität den richtigen Weg einschlägt, fordern Greenpeace, Klimabündnis und VERBUND zu raschem Handel auf und regen - nicht zuletzt an die österreichische Bundesregierung gerichtet – einen Mobilitätsgipfel an. „Spätestens im Herbst muss es zielführende Gespräche geben. Wir haben bereits eine wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben, die zeigen wird, wie ein erfolgreiches System zur Einführung einer zu hundert Prozent Erneuerbaren Elektromobilität aussehen soll“, so Anzengruber, Egit und Molnar abschließend zum zeitlichen Rahmen.

(mk/wattgehtab.com)


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