DRIVE-E-Studienpreis 2011 zur Förderung von Innovationen in der E-Mobilität

Politik und Förderprogramme

DRIVE-E-Studienpreis 2011 zur Förderung von Innovation in der E-Mobilität verliehen (Bildmaterial: BMBF/Fraunhofer/L. Seidel) Am Dienstag, dem 15. Februar 2011, wurden bei einer Festveranstaltung im Umspannwerk Ost in Berlin die DRIVE-E-Studienpreise für Innovationen im Bereich der Elektromobilität verliehen. Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Prof. Ulrich Buller, Forschungsvorstand in der Fraunhofer-Gesellschaft, überreichten die Preise an die fünf Preisträger.

Die DRIVE-E-Studienpreise wurden 2011 erstmals in zwei verschiedenen Kategorien ausgelobt. In der Kategorie „Studien- und Bachelorarbeiten“ wurde die Studienarbeit über die Fahrdynamik von Fahrzeugen mit Radnabenmotoren von Marcus Walter von der TU Kaiserslautern für den ersten Preis ausgewählt.

Er beschäftigte sich mit der Frage, wie zukünftige Antriebssysteme von Elektrofahrzeugen um intelligente Funktionen erweitert werden können. Dazu hat Marcus Walter in seiner Studienarbeit ein Fahrzeug mit elektrischem Radnabenantrieb betrachtet, dessen Architektur es erlaubt, Räder individuell zu beschleunigen und abzubremsen. Mit umfangreichen Rechnungen und Simulationen zeigt die Arbeit, welche Verbesserungen der Fahrstabilität möglich sind. Weiterhin wird in seiner Arbeit nachgewiesen, dass die Kraftschlussausnutzung der einzelnen Reifen mittels Optimierungsrechnung reduziert und somit das querdynamische Potenzial des Fahrzeugs erweitert werden kann. Das von Walter entwickelte Regelungssystem könnte den Funktionsumfang heutiger Fahrzeugregelsysteme erweitern und damit die aktive Fahrzeugsicherheit von Elektrofahrzeugen erhöhen.

Der zweite Preis wurde an Oliver Wallscheid von der Universität Paderborn für seine Bachelorarbeit zur Verbesserung von Elektromotoren vergeben. Die prämierte Arbeit betrachtet die Regelung von Permanentmagnet-Synchronmotor mit eingebetteten Magneten, die sich durch eine hohe Leistungs- und Drehmomentdichte auszeichnen. Neben den theoretischen Grundlagen werden Betriebsstrategien und Regelungskonzepte diskutiert und bewertet. Weiterhin werden Simulationen mit Prüfstandsdaten verglichen. Die Arbeit liefert wichtige Erkenntnisse für die Einsetzbarkeit dieses anwendungsrelevanten Motortyps.

In der Kategorie „Diplom- und Masterarbeiten“ teilen sich Mareike Hübner und Michael Reiter, beide RWTH Aachen, den ersten Preis für ihre Diplomarbeiten zur Entwicklung eines Antriebsumrichters für Elektroantriebe. Welchen Einfluss die Topologie, d.h. die räumliche und funktionale Anordnung der Bauteile des Antriebsumrichters, auf die Leistungsfähigkeit und Effizienz hat, war hier die Motivation einer der prämierten Arbeiten. Die hier untersuchte Topologie ermöglicht einen Lade- und Antriebsstrang mit höherer Leistung und weniger elektronischen Bauelementen. Die zweite prämierte Arbeit beschäftigt sich mit dem Aufbau eines solchen Antriebsumrichters und der Entwicklung eines zuverlässigen Sicherheitskonzeptes zur Gewährleistung einer hohen Betriebssicherheit.

Der zweite Preis ging an Peter Keil von der TU München für seine Diplomarbeit zur Entwicklung eines Computermodells für Lithium-Ionen-Batterien. Hohe Effizienz, lange Haltbarkeit sind zentrale Ziele in der Batterieforschung und auch das Ziel der prämierten Arbeit. Die sehr genaue Computersimulation für eine Lithium-Ionen Batterie auf Basis eines elektrischen Ersatzschaltbildes sowie eines dreidimensionalen thermischen Modells liefern dabei die Datenbasis. Batteriebetriebsstrategien, die eine größere Fahrzeugreichweite und längere Batterielebensdauer ermöglichen, profitieren davon.

Dotiert ist der erste Preis mit je 5.000 Euro (3.500 Euro pro Person, wenn der Preis geteilt wird), für den zweiten Preis erhalten die Preisträger je 2.000 Euro.

Mit dem DRIVE-E-Studienpreis werden herausragende studentische Arbeiten aus deutschen Universitäten oder Fachhochschulen prämiert, die innovative Beiträge zur Weiterentwicklung der Elektromobilität leisten. Beteiligen können sich Studierende und Absolventen der Fachrichtungen Elektrotechnik, Maschinenbau, Mechatronik oder verwandter Themengebiete. Für 2011 wurden insgesamt 33 Bewerbungen aus den Themenbereichen Antrieb, Batterie, Netzintegration, Fahrzeugkonzepte und Energiemanagement eingereicht.

Der Studienpreis ist Bestandteil des DRIVE-E-Programms, das vom BMBF und der Fraunhofer-Gesellschaft ins Leben gerufen wurde, um junge Menschen an das Thema Elektromobilität heranzuführen und ihnen Erfolg versprechende Karrierewege in dieser Zukunftsbranche aufzuzeigen.

Die Verleihung des Studienpreises ist zudem ein Höhepunkt der DRIVE-E-Akademie, die vom 14. bis zum 18. Februar in Berlin stattfand. Eine Woche lang erhielten hier rund 50 ausgewählte Studentinnen und Studenten aus ganz Deutschland die Gelegenheit, sich über die aktuellsten Entwicklungen im Bereich der Elektromobilität zu informieren, Netzwerke aufzubauen und praktische Erfahrungen im Umgang mit dieser Zukunftstechnologie zu sammeln.

Nähere Informationen zum DRIVE-E-Programm, zu den Preisträgern sowie Bilder von der Preisverleihung sind unter www.drive-e.org zu finden.

(mk/wattgehtab.com)


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