Deutsches Milliardenprogramm für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie

Politik und Förderprogramme

tiefensee_org_now_gegruendet Heute (18. Februar 2008) hat der Bundesverkehrminister Wolfgang Tiefensee die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik (NOW) gegründet. Der Bund werde für die kommenden zehn Jahre 500 Mio Euro zur Verfügung stellen. Die Industrie werde dieselbe Summe in das Programm einbringen.

Das Programm soll in Deutschland den Schritt von der Grundlagenforschung zur Serienreife schaffen. Ziel ist es, markfähige energieeffiziente Antriebe für Personenwagen, Busse und Schiffe zu entwickeln, außerdem Produkte für Energieversorgung und Haushalte.


Tiefensee: „ Der Verkehr braucht langfristige Lösungen beim Klima- und Ressourcenschutz. Wir setzen deshalb auf Wasserstoff und Brennstoffzellen.“ Im Zusammenspiel mit der Batterietechnologie sieht Tiefensee bei diesen Technologien die größten Potenziale zu Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen.

Ähnlich wie die USA und Japan verfügt ab heute auch Deutschland über ein gezieltes, mehrjähriges Innovationsprogramm, das die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie von der Grundlagenforschung über anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung bis zur Marktvorbereitung führen soll. Auf europäischer Ebene ist ein entsprechendes Programm noch in Vorbereitung. Das deutsche Milliardenprogramm hingegen kann sofort starten.

Die neu gegründete Bundesgesellschaft Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie "NOW" ist ab heute Anlaufstelle für die gesamte Branche. Als Geschäftsführer wurden Klaus Bonhoff und Kai Klinder bestellt, beides Experten der anwendungsbezogenen Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Die neue Gesellschaft hat ihren Sitz in Berlin. Sie wird insgesamt neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Nähere Informationen sind unter http://www.now-gmbh.de erhältlich.

Kommentar:
Das Wasserstoffauto wird schon seit Jahrzehnten als die Lösung für die Zukunft vorhergesagt. Die tatsächliche Umsetzung lässt jedoch auf sich warten, obwohl die Wasserstofftechnologie bereits einige Förderprogramme und Milliardensummen hinter sich hat.

Der Übergang von der Grundlagenforschung zur Serienreife ist bisher nicht gelungen. Bundesregierung und Industrie wären besser beraten, sich zum Beispiel auf die Entwicklung geeigneter Batterien zu stürzen. Da gibt es reale Chancen, den CO2-Ausstoß zur verringern - von Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen bis hin zu reinen Elektroautos.


(Quelle und Bildmaterial: Bundesregierung)



Kommentare 

 
0 #7 2008-02-20 20:05
Die globale Wirtschaft interessiert sich nicht für die Tiefensee-Provinzposse, sondern macht diese Vetternwirtscha ft einfach platt. Das Nachsehen hat dann die deutsche Wirtschaft, die auf das falsche Pferd gesetzt hat.
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0 #6 2008-02-20 18:28
Hallo, ja dieses Paradoxon (Politikerlogik ) läßt sich ganz einfach aufklären:
Szenario-Audgabenstellun g:
Nehmen wir an, es ist das Ziel der Automobilbauer, vorhandenes solange wie möglich zu erhalten. Also rapide Veränderungen möglichst wirkungsvoll zu blockieren.
Ohne sich dabei dem Vorwurf der Regierung ausgesetzt zu sehen, nichts zu tun.
--> Lösungsweg (Primitivrezept in 3 Teilen):
1. Engagement an Scheinbaustelle n (wir machen und investieren!), die möglichst lange bearbeitet werden können und auf mittelfristige Sicht keine nachteiligen Veränderungen hervorbringen. BMW macht mit dem H7 vor, wie es geht.
2. Die möglichen Druckausübenden (Regierung) ins Boot nehmen und davon überzeugen, daß das (und nur das) der Königsweg in eine bessere Zukunft ist.
3. Mitstreiter (Investoren) suchen, hier die Industrie (MiÖl Konzerne, Energiekonzerne , usw.)
Das funktioniert doch prima.
Und wenn es doch eines Tages was werden sollte, hat man den Fuss drin!
Ist doch genial (daneben), oder?
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0 #5 2008-02-20 17:36
Mal wieder fließt massenhaft Geld in die (Geldver-)Brennstoffzell e. Dabei hat Tiefensee wohl wenigstens die Hälfte verstanden: Auch ein Antrieb mit Brennstoffzelle benötigt leistungsfähige und langlebige Akkus.

Die Frage ab wann es sinnvoll ist, statt einer Brennstoffzelle einen Akku größerer Kapazität zu nehmen und die Komplexität des Systemes zu verringern wurde wohl wieder nicht berücksichtigt.

Dafür wird aber noch mehr Geld in die Brennstoffzelle gesteckt, die die Industrie in den letzten 20 Jahren scheinbar nicht zur Serienreife bringen konnte.
Warum sollte sie das auch tun?
Dann müßte sie ja mit Verkauf verdienen und bekäme keine Subventionen mehr für die Grundlagenforsc hung.

GRUNDLAGENFORSC HUNG?
Was haben denn hunderte von Firmen mit tausenden von Angestellten und einem Heer von Wissenschaftler n in den letzten beiden Dekaden gemacht?
Auf jeden Fall keine marktreife Brennstoffzelle hergestellt.
Das soll sich mit einer weiteren Milliarde ändern?
Sehr fragwürdig.

Wenn man aber Akkus braucht, wie Tiefensee eingesehen hat, was nutzt es einem dann die Brennstoffzelle zu entwickeln, wenn nicht gleichzeitig mindestens die gleiche Menge Geld in die Verbesserung der Akkutechnologie fließt?

Meiner Meinung nach sieht es so aus:
Um die Brennstoffzelle sinnvoll einsetzen zu können brauche ich gute Akkus.
Wenn ich gute Akkus habe brauche ich aber keine Brennstoffzelle .

Ich entwickel also erstmal die Brennstoffzelle ???

Politikerlogik.....

Gruß - 4of4
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0 #4 2008-02-20 17:09
Ja genau, darauf läuft es hinaus. Wir werden nicht einmal gefragt, ob unsere Steuermilliarde n dafür verwendet werden.
Lobby 1: Fiskus (H-Steuern)
Lobby 2: Mineralölkonzer ne (H-Tankstellnetz)
Lobby 3: Automobilkonter ne (Auto muss kompliziert und aufwändig sein, wo sollen die Vertrags-Werkstätten sonst noch teure Inspektionen machen? Und wenn der Preis für das Auto aufgrund von einfacher Technik sinkt, dann sinken auch die Umsätze und damit die Aktienkurse...)

Es lebe die "soziale" Marktwirtschaft !
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0 #3 2008-02-20 16:07
Es ist so schade um die vergeudeten Milliarden für diesen H-Irrsinn. Anstatt diese Fehlentwicklung endlich einzustampfen und zu verschrotten wird sie weiter vorangetrieben, und das "Autoland Deutschland" zurückgeworfen, indem man auf das falsche Pferd setzt.
H ist im Wesentlichen ein Energieträger, keine Energiequelle, also es geht hierbei nur um die Speicherung von Energie. Für die Speicherung aber gibt es weitaus bessere Lösungen wie die Li-Ion-Batterien von z.B. Altairnano oder Toshiba:sad:10000 bis 20000 Ladezyklen, ultrahochstromf ähig, tieftemperaturf ähig, 12..20 Jahre Lebensdauer). Die H-Technologie hat dagegen wegen ihrem vergleichsweise miserablen Wirkungsgrad, ihrer hohen Komplexeität und Platzbedarf, der begrenzten Lebensdauer der Brennstoffzelle und der gigantischen zu errichtenden Infrastruktur keine Chance.
Diese aus meiner Sicht idiotische Fehlentscheidun g der Politik ist für mich nicht nachvollziehbar . Oder doch?
... Ist das wiedermal das Werk korrupter Lobbyisten, die aus rein egoistische Motiven skrupellos in Kauf nehmen, unser Land gegen die Wand zu fahren?
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0 #2 2008-02-19 19:41
Statt dieses ganze Geld in die Weiterentwicklu ng der Speicherung von elektrischer Energie -OHNE WIEDER EIN NEUES HERSTELL- UND LOGISTIK-KETTENSYSTEM AUFZUBAUEN- zu investieren, dienen die Milliarden einzig dem Zweck, es den Herstellern und Verteilern von Wasserstoff zugute kommen zu lassen. Und natürlich wird sukzessive die Mineralölsteuer in H2-Steuer umgewandelt. Und wer bezahlt letzten Endes die H2-Steuern? Genau, wir Verbraucher!
Die dann noch folgenden Investitionen für ein neues H2-Tankstellennetz möchte ich gar nicht wissen. Und wer bezahlt dies? Richtig, der Autofahrer, also wieder wir!
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0 #1 2008-02-19 15:04
Angeschlossen an das Gasversorgungsn etz gehört die Brennstoffzelle zur Erzeugung von Elektrizität und Wärme bevorzugt in Ein- und Mehrfamilienhäu ser. Als Energiequelle im Auto hat sie sich selbst überholt - neue Batterietypen versprechen einen besseren Wirkungsgrad. Ideal wäre ein Stromnetz, dass aus privat betrieben, stationären Brennstoffzelle n gespeist wird und das zum Aufladen der Bordbatterien der Elektrofahrzeug e genutzt wird, die Pendler zum Arbeitplatz und zurück bringen. Ob die etablierten Energieversorge r den Mut aufbringen, mit ihrer Vergangenheit zu brechen, um sich an die Spitze einer Graswurzelbeweg ung zu setzen, die diese neue Infrastruktur aufbaut, werden wir sehen.
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