Abschlussbericht e-connected II: Strategien für Elektromobilität in Österreich

Politik und Förderprogramme

Abschlussbericht e-connected II: Strategien für Elektromobilität in Österreich (Bildmaterial: Klima- und Energiefonds/APA-OTS/Preiss)Österreichs Klimasünder Nummer eins ist der Verkehr. Um dieses Emissionen rasch und nachhaltig zu verringern wurde in Österreich unter Federführung des Klima- und Energiefonds 2009 die Plattform „e-connected“ gegründet. 100 Expertinnen und Experten aus knapp 80 Organisationen arbeiten seitdem an nachhaltigen und zukunftsweisenden Strategien und Maßnahmen für die Entwicklung und Markteinführung der E-Mobilität. Heute, Montag, wird der mittlerweile zweite Bericht dieser Arbeiten der Öffentlichkeit präsentiert.

Seit rund drei Jahren arbeiten unter anderem Energieversorgungsunternehmen, Fahrzeughersteller und Universitäten verstärkt an intelligenten E-Mobilitätslösungen. „Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen zeigen, wie klimafreundliche Mobilität in Österreich aussehen kann und welche Schritte es zur Umsetzung braucht“, so Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds. Konkret hat sich die Plattform e-connected mit sechs Themenfeldern beschäftigt: Geschäftsmodelle, Ausbildung, Systemintegration, E-Fahrzeuge, Ladestationen, Rahmenbedingungen. „Das Ziel ist, wesentliche Stakeholder zu vernetzen, Know-how zu generieren und zu verteilen. So ist es gelungen, der Entwicklung in Österreich einen wesentlichen Impuls zu geben. E-connected zeigt Problembereiche auf und schlägt Lösungswege vor“, sagt Ingmar Höbarth.

Ergebnisse in Kürze

Ausbildungsbedarf: Derzeit fehlt es an Ausbildungsprogrammen und Service- und Wartungspersonal für E-Fahrzeuge. Es gilt daher, ein Berufsbild „Elektro-KfZ-Mechaniker“ und auch ein Ausbildungsmodell auf universitärer Ebene, insbesondere an Fachhochschulen, zu entwickeln.

Neue Geschäftsmodelle: Für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle ist es wichtig, sowohl den Markt zu analysieren als auch Treiber und Trends zu ermitteln. Erfahrungen aus Modellregionen und Pilotprojekten zeigen, dass ein starker Fokus auf Geschäftskunden (z. B. Flotten) liegt. Bei privaten Nutzern steht noch die punktuelle Nutzung im Vordergrund (z. B. Carsharing), nicht der Besitz. Aufgrund fehlender Vorhersagbarkeit sind wirtschaftlich solide Geschäftsmodelle wesentlich.

Anforderungen an Elektrofahrzeuge: Die Anforderungen und Bedürfnisse der Kunden und Nutzer an Elektrofahrzeuge sind vergleichbar mit jenen an konventionell betriebene Fahrzeuge. Die Reichweiten und der Fahrkomfort sollen – so der NutzerInnenwunsch – in gewohnter Weise gewährleistet bleiben und die Anschaffungskosten dürfen nur marginal höher liegen. Kurzfristig wird der Verkaufspreis ein entscheidendes Kriterium für die verbreitete Markteinführung von Elektrofahrzeugen sein. Langfristig sind bewusstseinsbildende Maßnahmen zu entwickeln, die eine Verschiebung von „Besitz“ in Richtung „Nutzung“ des Fahrzeuges ermöglichen.

Standardisierung bei den Ladestationen: Die Mehrzahl an verfügbaren Ladestationen wird zukünftig zu Hause vorzufinden sein. In weit geringerem Ausmaß muss Ladeinfrastruktur auf gewerblichem und öffentlichem Grund geschaffen werden, um eine flächendeckende Infrastruktur sicherzustellen. Unabhängig davon, ob eine Station Normal- oder Schnellladung ermöglicht, ist eine Standardisierung bei den Steckverbindungen ebenso erforderlich wie bei der technischen Ausstattung der Ladestationen.

Klare gesetzliche Rahmenbedingungen: Die unterschiedlichen Rechtsgrundlagen in Bezug auf Ladestationen bedürfen der Abstimmung. Im Sinne eines raschen Aufbaus der für die Elektromobilität notwendigen Infrastruktur regt die Arbeitsgruppe an, die neun Bundesländer-Bauordnungen für die Errichtung von Ladestationen aufeinander abzustimmen.

Systemintegrierte Elektromobilität: Aufgrund der limitierenden Faktoren von Elektrofahrzeugen hat Elektromobilität eine weitaus größere Chance bei einer verstärkten Integration in andere Verkehrssysteme. Es hat sich gezeigt, dass sich besonders Modelle wie lokale Zustell- und Servicedienste, Carsharing, integrierte Pendlermobilität, kommunales Autoteilen und der Einsatz von Elektrozweirädern und Elektrotaxis für systemintegrierte Elektromobilität eignen.

 

Hintergrundinformation e-connected

e-connected ist eine Initiative des Klima- und Energiefonds und des Lebensministeriums in Österreich. Die Initiative hat das Ziel, vor allem potenziellen Marktteilnehmern Informationen über Elektromobilität bereitzustellen und den Erfahrungsaustausch zu erleichtern. e-connected führte im Jahr 2009 zu einer ersten breiten Diskussion über die Schlüsselthemen für Elektromobilität.

Aufgrund der im ersten Bericht identifizierten Probleme und Lösungsvorschläge wurden weitergehende Diskussionsprozesse in Gang gesetzt. Diese liegen nun in Berichtsform vor.

Nähere Informationen und der Bericht zum Download unter:

http://www.e-connected.at/content/abschlussbericht-e-connected-ii

(mk/wattgehtab.com)


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