MAN plant Serienproduktion von Hybrid-Bussen

Personentransport-Fahrzeuge

man_logoMünchen - Die Serienproduktion könnte in drei Jahren beginnen, Prototypen verbrauchen bis zu 25% weniger Sprit. Da zumindest in der deutschen Autoindustrie die Hybridtechnik beim PKW verschlafen wurde, will man dies augenscheinlich beim LKW und beim Bus besser machen. Dies meint der Technikvorstand des Münchner LKW- und Busherstellers MAN Nutzfahrzeuge, Karl-Viktor Schaller.

Noch in diesem Jahr soll der Zeitpunkt für die Serienproduktion entschieden werden. Unbestätigte Aussagen gehen aber jetzt schon von dem Jahr 2010 aus. Ob MAN hier eine Vorreiterrolle in der Serienproduktion von Hybridbussen übernehmen wird ist noch unklar, denn die Branche liefert sich hier gegenwärtig ein Wettrennen. Bereits seit acht Jahren wird mit dem Partner Siemens an Dieselhybrid-Stadtbussen gearbeitet, 30.000 km wurde mit diesen Fahrzeugen bereits abgespult.


Die aktuelle dritte Generation befindet sich derzeit bei den Nürnberger Verkehrsbetrieben im Testeinsatz. Auch bei den LKW-Modellen gäbe es erste Hybrid-Prototypen, wo derzeit bis zu 15% Verbrauchsredzuzierung ermittelt wurden. Der Unterschied zum Einsparungspotential beim Bus liegt beim Fahrbetrieb der jeweiligen Fahrzeuge, weil Lastwagen in der Stadt nicht so oft halten wie Busse und damit der Elektroantrieb weniger zum Einsatz kommt, liefert das Hybridsystem beim Stadtbus dagegen bessere Werte. Die Spriteinsparung beim LKW ist somit für die Kunden zu gering und rentiert sich nicht. Beispielsweise könnte sich diese Situation ändern, wenn die Städte ein Verbot für die Innenstadt von Lastwagen ohne Hybridtechnik verhängen würden. MAN würde in so einem Fall kein Problem sehen, um mit Hybrid-Lastwagen kurzfristig auf den Markt kommen zu können.

Klimaschutz

Weitere technologische Neuheiten gibt es von MAN zum Thema Klimaschutz, aufgrund der strengen neuen EU-Klimapolitik ab 2009 setzt der Hersteller auf Abgasrückführung innerhalb des Motors kombiniert mit neuen Katalysatoren. Dieses System soll 2009 auf den Markt kommen. Als derzeit weltweit einziger Nutzfahrzeug-Hersteller bietet MAN bereits einen Russpartikelfilter für LKWs an.

Wasserstoff

Aber auch völlige neue Lösungen mit der Wasserstofftechnik sind aufgrund der zukünftigen Erdöl-Problematik bei MAN in der Entwicklung. Jedoch gilt es auch bei MAN die bekannten typischen Probleme mit dieser Technologie - wie beispielsweise die verlustfreie Speicherung des Wasserstoffs - zu lösen. Die Bayern haben mit 14 Wasserstoffbussen nach eigenen Angaben die weltweit grösste Flotte dieser Art bei den Berliner Verkehrsbetrieben im Einsatz. Ich verstehe zwar die Hersteller dass sie auf jede mögliche zukünftige Technologie zur Risikominimierung setzen wollen, jedoch hat aus heutiger Sicht dieser bereits langanhaltende Wasserstoff-Wahnsinn Unmengen von Geld verschlungen, welches besser bei greifbaren Technologien wie beispielsweise bei der Hybridtechnik investiert gewesen wäre.

Der nächste logische Schritt wird aber sicherlich die Hybridtechnik im serienmässigen Einsatz bei Stadtbussen sein. Rätselraten gibt es derzeit noch bei den Kosten, bisher nennt auch MAN dazu keinen Preis.


Fotoquelle: MAN MediaCenter



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