Fahrbericht: Volvo V60 Plug-in Hybrid auf der Michelin Challenge Bibendum

Hybridautos

Fahrbericht: Volvo V60 Plug-in Hybrid auf der Michelin Challenge Bibendum (Bildmaterial: Michelin) Der Volvo V60 Plug-in Hybrid hatte auf der Michelin Challenge Bibendum in Berlin letzte Woche seinen ersten großen Auftritt und hat nicht nur die Designjury überzeugt. Wattgehtab durfte für eine erste Testfahrt an das Steuer eines V60 Plug-in Hybrid.

Gleich zwei Prototypen hatte Volvo mit nach Berlin gebracht, um den Fachbesuchern, Journalisten und dem Berliner Publikum zu zeigen, was uns ab Ende 2012 bei den Schweden bezüglich neuer Antriebskonzepte erwartet.

Die Fakten klingen zumindest vielversprechend: Wir kennen jedenfalls keinen anderen Kombi, der mit einem Hybridantrieb ausgestattet ist, der sich zudem zusätzlich an einer Steckdose aufladen lässt und dank Allrad und Fünfzylinder-Dieselmotor kombiniert mit  einem Elektromotor an der Hinterachse auch im Anhängerbetrieb ein leichtes Spiel haben dürfte.

Fahrbericht: Volvo V60 Plug-in Hybrid auf der Michelin Challenge Bibendum Doch wie weit ist Volvo mit der Entwicklungsarbeit des V60 Plug-in Hybrid etwa ein Jahr vor Produktionsstart? Volvo ist sich seiner Sache sicher und schickte einen V60 Plug-in Hybrid auf die 320 Kilometer lange InterCity-Rallye durch Brandenburg, wo sich der Kombi mit anderen Hybridfahrzeugen wie dem Audi Q5 Hybrid oder dem Porsche Panamera S Hybrid messen durfte und dabei für seinen guten Beschleunigungswert (0 auf 100 km/h in 6,9 Sekunden) ausgezeichnet wurde. Der Verbrauch soll laut Volvo während der Rallye bei 3,9 l/100 km gelegen haben.

Zudem wählten internationale Journalisten, Ingenieure und Designer den Volvo V60 Plug-in Hybrid zum Sieger des Design Award in der Kategorie Serienfahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

„Wir sind natürlich sehr stolz und glücklich über diese hervorragenden Resultate. Sie bestätigen uns, dass wir auf dem Gebiet der nachhaltigen Mobilität auf dem richtigen Weg sind. Unsere hervorragende Position im Wettbewerbsumfeld belegt auch die vorbildliche Kombination von umweltverträglicher Technik und gleichzeitig hoher Alltagstauglichkeit", betont Peter Mertens, Senior Vice President für Forschung und Entwicklung bei der Volvo Car Corporation.

Fahrbericht: Volvo V60 Plug-in Hybrid auf der Michelin Challenge Bibendum (Bildmatrial: Volvo) Die Testfahrt
Im Innenraum bietet sich dem Fahrer beim V60 Plug-in Hybrid ein gewohntes Bild. Die Anordnung der Bedienelemente ist übersichtlich, die Fahrstufen werden klassisch über einen Ganghebel gewählt und gestartet wird über einen Push-Button. Lediglich die Knopfleiste mit den Knöpfen „Pure“, „Hybrid“ und „Power“ ist neu. Zusätzlich gibt es den Schalter „EL AWD“, der den Allradmodus aktiviert, so dass beide Antriebsmaschinen gleichzeitig die Hinter- und Vorderräder antreiben.

Fahrbericht: Volvo V60 Plug-in Hybrid auf der Michelin Challenge Bibendum (Bildmatrial: Volvo) Die Instrumenten-Anzeige wirkt aufgeräumt und besteht im Wesentlichen aus drei Bereichen. Links wird der Ladestand der Batterie angezeigt, in der Mitte ist ein analoger Tacho abgebildet und im rechten Bereich befindet sich die Statusanzeige, die zeigt, welche der beiden Antriebsmaschinen gerade arbeitet. Ähnlich wie beim Hybridpionier Toyota Prius lässt sich hier ablesen, wie weit das Gaspedal noch getreten werden kann, bevor der Dieselmotor dem Elektroantrieb zur Hilfe eilt. Die Instrumente erleuchten je nach gewähltem Fahrmodi in unterschiedlichen Farbtönen und Volvo plant zudem dem Fahrer Auswahlmöglichkeiten für individuelle Display-Themen anzubieten.

Im sogenannten Pure-Modus kann der Wagen bis zu 50 Kilometer elektrisch bewegt werden, bevor der Dieselmotor zum Einsatz kommt. Leider war der Batteriestand unseres Testfahrzeugs zu niedrig, um den Elektromodus zu aktivieren, wir durften uns jedoch als Beifahrer während der anschließenden Parade am Brandenburger Tor davon überzeugen, dass der knapp zwei Tonnen schwere Kombi durchaus in der Lage ist, sich über eine gewisse Distanz elektrisch zu bewegen.

Der Hybrid-Modus ist die Standardeinstellung beim Start des Fahrzeugs. Dabei interagieren Diesel- und Elektromotor und sollen für eine optimale Balance zwischen Fahrspaß und geringen Emissionen sorgen. Die CO2-Emissionen liegen dann bei 49 g/km (EU kombiniert), den entsprechenden Dieselverbrauch beziffert Volvo mit 1,9 Litern auf 100 Kilometer und es werden pro Tankfüllung bis zu 1.200 Kilometer möglich. Sowohl auf der kurzen Testfahrt als auch auf der 5-km-Fahrt durch den Berliner Berufsverkehr in Richtung Brandenburger Tor, konnte der kombinierte Antriebsmodus durchaus überzeugen. Zumindest was die Fahrdynamik und den Fahrkomfort betrifft hinterlässt der V60 Plug-in Hybrid einen serienreifen Eindruck. Einen guten Kompromiss scheinen die Volvo-Ingenieure auch bei dem Sound-Design gefunden zu haben. Der Fünfzylinder-Diesel schaltet sich fast unbemerkt und unaufdringlich dazu und erst der Blick auf die rechte Statusanzeige verschafft Gewissheit über die tatsächliche Antriebsart.

Fahrbericht: Volvo V60 Plug-in Hybrid auf der Michelin Challenge Bibendum Im Power-Modus stellt das Fahrzeug die größtmögliche Leistung bereit. Diesel- und Elektromotor kommen auf 215 PS/158 kW (Dieselmotor) plus 70 PS/ 50 kW (Elektromotor) und ein maximales Drehmoment von 440 Nm plus 200 Nm. Die rechte Statusanzeige zeigt nun nicht mehr das Motorenzusammenspiel, sondern wird zum Drehzahlmesser. Wir wollen es wissen und treten das Gaspedal durch. Die Beschleunigung beginnt etwas zögerlich, doch nachdem der Hybridkombi begriffen hat, was wir vorhaben, geht es sehr schnell voran. Die Sechsgangautomatik schaltet fast unbemerkt, denn der Elektromotor ist offenbar gut in der Lage, die Gangwechselpausen auf ein Minimum zu kompensieren.

Ob die angepriesene Maximal-Reichweite von 50 Kilometern im Elektromodus wirklich erreicht werden kann und welche Vorteile der elektrische Allradmodus bringt, werden wir hoffentlich in einem späteren Test klären können, aber alles in allem hinterlässt der Volvo V60 Plug-in Hybrid bereits jetzt einen guten Eindruck.

Wie viel der V60 Plug-in Hybrid 2012 kosten wird, hat Volvo noch nicht verraten. Sicher ist nur, dass es mehr werden dürfte als die 39.550 Euro für die Grundversion des V60 D5 AWD.

(mk/wattgehtab.com)


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