Gut eine Woche vor der offiziellen Vorstellung auf dem Genfer Automobilsalon 2011, durfte Wattgehtab exklusiv einen ersten Blick auf den Volvo V60 Plug-in Hybrid werfen.
Der V60 Plug-in Hybrid wird angetrieben von einem 2,4-Liter-Fünfzylinder-Dieselmotor D5 mit 215 PS und einem maximalen Drehmoment von 440 Nm. Die Kraftübertragung erfolgt durch ein Sechsgang-Automatikgetriebe. An der Hinterachse arbeitet ein 50-kW-Elektromotor, der seine Energie aus einer Batterie mit 12 kWh bezieht, bei der die Lithium-Ionen-Zellen wie beim Opel Ampera/Chevrolet Volt oder dem kommenden Ford Focus Electric von LG Chem stammen. Etwa 8 kWh stehen effektiv zur Verfügung und sollen bis zu 50 Kilometer elektrisches Fahren ermöglichen. Das führt nach Volvos Angaben zu einem Verbrauch von 1,9 l/100 km (NEDC) und einem CO2-Ausstoß von 50 g/km.
Einen gewissen Teil der Beschleunigungsenergie kann auch dieses Hybridauto durch Rekuperation zurückgewinnen. Das vollständige Aufladen erfolgt jedoch an der Steckdose bei 240 Volt mit entweder 6, 10 oder 16 Ampere. Bei 10 Ampere wird das Laden einer leeren Batterie etwa 4,5 Stunden in Anspruch nehmen. Der Volvo V60 Plug-in Hybrid wurde in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Stromanbieter Vattenfall entwickelt, der eine Ladebox entwickelt hat, die dank einer Kommunikationsschnittstelle in das Energie-Managementsystem eines Hauses eingebunden werden kann.
Um auch bei schwedischen Wintern mit bis zu -40°C zu bestehen, wird der Innenraum des V60 Plug-in Hybrid sowohl über die Abwärme des Dieselmotors als auch über eine elektrische Heizung beheizt. Zudem kann die Kühlflüssigkeit des Motors und der Batterie vorgewärmt werden, solange sich der Wagen am Stromnetz befindet.
Volvo betont, dass bei der Entwicklung des V60 Plug-in Hybrid stets darauf geachtet wurde, dem Fahrer keine Nachteile gegenüber einem konventionell angetrieben Modell entstehen zu lassen.
Im Vergleich mit dem Volvo V60 D5 AWD fällt auf, dass die äußeren Abmessungen zwar identisch sind, das Ladevolumen des Kofferraums bei dem Plug-in Hybrid aufgrund der Batterie aber kleiner ausfällt. Das Volumen schrumpft von 430 l auf 310 l, bzw. von 1241 l auf 1120 l bei umgeklappter Rückbank. Mit einem Leergewicht von weniger als 2000 kg, ist der Elektrokombi etwas schwerer als der D5 AWD mit 1831 kg. Die Anhängelast bleibt mit 1800 kg unverändert.
Die untenstehende Vergleichstabelle zeigt jedoch deutlich, wo die Vorteile des teilelektrischen V60 liegen dürften, wenn er 2012 auf unsere Straßen kommt.
| V60 D5 AWD |
V60 Plug-in |
|
| Max. Leistung | 158 kW | ca. 210 kW |
| Max. Drehmoment | 420 Nm | 660 Nm |
| Beschleunigung 0-100 km/h | 8,2 s | 6,9 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 225 km/h | 200 km/h |
| Verbrauch | 6,9 l/100 km | 1,9 l/100 km |
|
Max. Reichweite |
||
| elektrische gesamt |
- 1050 Km |
50 Km 1200 km |
| Länge | 4.628 mm |
4.628 mm |
| Breite | 1.865 mm |
1.865 mm |
| Höhe | 1.484 mm |
1.484 mm |
| Leergewicht | 1.831 kg |
<2.000 kg |
| Laderaumvolumen | 430/1241 Liter |
310/1120 Liter |
Durch die Wahl einer der drei Betriebsmodi kann der Fahrer bestimmen, wie die in der Batterie gespeicherte Energie auf die Straße kommen soll. Pure, Hybrid oder Power nennt Volvo die drei unterschiedlichen Optionen.
Hybrid: Dieses ist die standardmäßig aktivierte Betriebsart. Diesel- und Elektromotor arbeiten im bestmöglichen Zusammenspiel. Durch nochmaliges drücken der Hybrid-Taste wird die elektrische Energie in der Batterie für späteren Abruf durch erneutes Drücken der Hybrid-Taste bereitgehalten.
Pure: Der V60 fährt ausschließlich mit dem Elektromotor. Ist die Batterie nach maximal 50 Kilometern leergefahren, wird der Hybrid-Modus aktiviert. Bei Geschwindigkeiten über 100 km/h oder bei einem Kick-Down erfolgt der Antrieb mithilfe des Dieselmotors.
Power: Diesel- und Elektromotor arbeiten zusammen und liefern die größtmögliche Leistung. Der Dieselmotor mit 158 kW (215 PS) und 440 Nm wird ergänzt durch den Elektromotor mit 50 kW (68 PS) und 200 Nm.
Dank des Elektromotors an der Hinterachse, verfügt der V60 Plug-in Hybrid ebenfalls über Allradantrieb. Dieser lässt sich je nach Bedarf zuschalten, so dass, unabhängig davon welcher Betriebsmodus gewählt wurde, beide Antriebsmaschinen gleichzeitig die Hinter- und Vorderräder antreiben.
Wie viel der V60 Plug-in Hybrid 2012 kosten wird, hat Volvo noch nicht verraten. Sicher ist nur, dass es mehr werden dürfte als die 39.550 Euro für die Grundversion des V60 D5 AWD.
(mk/wattgehtab.com)