1. Idee/Motivation
Die Zukunft der Formel 1 könnte u. a. durch den hohen Spritverbrauch auf Messersschneide stehen. Um auf der aktuellen "grünen Welle" für eine umweltfreundlichere Mobilität mitzuschwimmen und die Formel 1 näher an die Serienproduktion zu bringen, werden Themen wie der Einsatz von Biosprit und Hybridantrieb diskutiert und nach Einigkeit zwischen FIA und den Teams voraussichtlich Anfang 2008 fix ins Reglement aufgenommen. Weiters bemängelt Max Mosley, dass zu viel Geld ausgegeben wird, ohne dass sich für die Zuschauer dadurch etwas an der Show verbessert. "Die großen Profite der Formel 1 werden momentan für sinnlose Unternehmungen ausgegeben, die der privaten Unterhaltung der Team-Ingenieure dienen", so Mosley. Bei der Energierückgewinnung will die FIA den Rennställen in Zukunft freie Hand lassen. Den restlichen technischen Wettbewerb kann die FIA aber nicht verstehen, vor allem, weil er so teuer geworden ist.
In einem kürzlichen Brief von Mosley an die Teamchefs wurden zwei Sätze in dicken Buchstaben hervorgehoben: "Deswegen sollten alle Teile an den Autos standardisiert und bei minimalen Kosten hergestellt werden, die der Öffentlichkeit nicht bekannt, für sie nicht sichtbar oder verständlich sind. Der technische Wettbewerb sollte auf Teile beschränkt sein, die sichtbar, verständlich oder potentiell nützlich sind - zum Beispiel KERS [Energierückgewinnung].". Dadurch könnte laut Mosley viel Geld gespart werden, ohne dadurch die Unterhaltung zu verringern. Seiner Meinung nach wären die Autos dadurch ähnlicher, was besseres Racing und mehr Unterhaltung bringen würde.
2. Wunsch/Vorstellung
Ursprünglich war der Einsatz des Hybridantriebes ab dem Jahr 2009 und der für Biosprit ab dem Jahr 2011 vorgesehen. Im Juli 2007 haben sich aber die Teamchefs darauf verständigt, dass eine Einführung des Hybridantriebes ab der Saison 2009 aufgrund der zu betreibenden Entwicklungsarbeit zu früh wäre. Stattdessen könnten die Teams die Verwendung von Bio-Treibstoff auf das Jahr 2009 vorziehen, ursprünglich war dies ab dem Jahr 2011 vorgesehen. Im Oktober haben sich dann alle Automobilhersteller der Formel 1 auf einen Vorschlag geeinigt und dem Automboilweltverand FIA vorgelegt, in der Hoffung dass dieser akzeptiert werden wird. Anstatt ab 2011 auf eine neue Motorenformel zu setzen, wollen die Hersteller mindestens bis 2013 an den aktuellen V8-Motoren mit 2,4 Litern Hubraum festhalten - dies würde hohe Kosten durch eine notwendige Neuentwicklung der Triebwerke ersparen. Stattdessen sollen ab 2010 Energierückgewinnungssysteme eingeführt werden. Um dem Leistungszuwachs durch das so genannte Kinetic Energy Recovery System (KERS) entgegen zu wirken, würde man ab der gleichen Saison Durchflussbegrenzer für die Benzinversorgung einführen. Ende 2009 soll für die Zeit ab 2013 eine radikalere Neugestaltung des Motoren-Reglements verabschiedet werden. Um Kosten zu sparen, sollen die Motoren ab 2010 zudem an jeweils vier Grand-Prix-Wochenenden zum Einsatz kommen. Gleichzeitig soll dadurch der Preis sinken, der von den Herstellern für die Versorgung unabhängiger Teams mit Motoren abgerufen wird. Auch dieser Punkt war ein Anliegen von Mosley.
3. Umsetzung/Zulieferer
Derzeit sind drei Komponenten-Hersteller bekannt, die in Zusammenarbeit an einem KERS-Konzept arbeiten:
-> Torotrak (Antriebsspezialist) http://www.torotrak.com
-> Xtrac (Getriebehersteller) http://www.xtrac.com
-> Flybrid Systems (Schwungrad) http://www.flybridsystems.com
Diese Firmen verfolgen das KERS-Konzept mit einer mechanischen Hochgeschwindigkeits-Schwungrad-Lösung (60.000 rpm), welche die Energie in Supercaps speichern soll. Der Energiefluss beim Bremsen und Beschleunigen erfolgt durch das CVT-Getriebe, welches auch das Schwungrad steuert. Die FIA hat die Energierückgewinnung auf 400kJ pro Runde definiert, welche dem Fahrer eine zusätzliche Leistung von 80 PS über einen Zeitraum von 6.67 Sekunden geben soll. Das Flybrid-Schwungrad hat einen ersten F1-Crashtest bereits bestanden (http://www.flybridsystems.com/Crashtest.html).
Gruß
Markus
