Kinetic Energy Recovery Systems (KERS) ab 2009

Hybridantrieb mit Rückgewinnung der kinetischen Energie (KERS) ab 2009

Kinetic Energy Recovery Systems (KERS) ab 2009

Beitragvon Markus » Sonntag 17. Februar 2008, 02:00

1. Idee/Motivation
Die Zukunft der Formel 1 könnte u. a. durch den hohen Spritverbrauch auf Messersschneide stehen. Um auf der aktuellen "grünen Welle" für eine umweltfreundlichere Mobilität mitzuschwimmen und die Formel 1 näher an die Serienproduktion zu bringen, werden Themen wie der Einsatz von Biosprit und Hybridantrieb diskutiert und nach Einigkeit zwischen FIA und den Teams voraussichtlich Anfang 2008 fix ins Reglement aufgenommen. Weiters bemängelt Max Mosley, dass zu viel Geld ausgegeben wird, ohne dass sich für die Zuschauer dadurch etwas an der Show verbessert. "Die großen Profite der Formel 1 werden momentan für sinnlose Unternehmungen ausgegeben, die der privaten Unterhaltung der Team-Ingenieure dienen", so Mosley. Bei der Energierückgewinnung will die FIA den Rennställen in Zukunft freie Hand lassen. Den restlichen technischen Wettbewerb kann die FIA aber nicht verstehen, vor allem, weil er so teuer geworden ist.

In einem kürzlichen Brief von Mosley an die Teamchefs wurden zwei Sätze in dicken Buchstaben hervorgehoben: "Deswegen sollten alle Teile an den Autos standardisiert und bei minimalen Kosten hergestellt werden, die der Öffentlichkeit nicht bekannt, für sie nicht sichtbar oder verständlich sind. Der technische Wettbewerb sollte auf Teile beschränkt sein, die sichtbar, verständlich oder potentiell nützlich sind - zum Beispiel KERS [Energierückgewinnung].". Dadurch könnte laut Mosley viel Geld gespart werden, ohne dadurch die Unterhaltung zu verringern. Seiner Meinung nach wären die Autos dadurch ähnlicher, was besseres Racing und mehr Unterhaltung bringen würde.

2. Wunsch/Vorstellung
Ursprünglich war der Einsatz des Hybridantriebes ab dem Jahr 2009 und der für Biosprit ab dem Jahr 2011 vorgesehen. Im Juli 2007 haben sich aber die Teamchefs darauf verständigt, dass eine Einführung des Hybridantriebes ab der Saison 2009 aufgrund der zu betreibenden Entwicklungsarbeit zu früh wäre. Stattdessen könnten die Teams die Verwendung von Bio-Treibstoff auf das Jahr 2009 vorziehen, ursprünglich war dies ab dem Jahr 2011 vorgesehen. Im Oktober haben sich dann alle Automobilhersteller der Formel 1 auf einen Vorschlag geeinigt und dem Automboilweltverand FIA vorgelegt, in der Hoffung dass dieser akzeptiert werden wird. Anstatt ab 2011 auf eine neue Motorenformel zu setzen, wollen die Hersteller mindestens bis 2013 an den aktuellen V8-Motoren mit 2,4 Litern Hubraum festhalten - dies würde hohe Kosten durch eine notwendige Neuentwicklung der Triebwerke ersparen. Stattdessen sollen ab 2010 Energierückgewinnungssysteme eingeführt werden. Um dem Leistungszuwachs durch das so genannte Kinetic Energy Recovery System (KERS) entgegen zu wirken, würde man ab der gleichen Saison Durchflussbegrenzer für die Benzinversorgung einführen. Ende 2009 soll für die Zeit ab 2013 eine radikalere Neugestaltung des Motoren-Reglements verabschiedet werden. Um Kosten zu sparen, sollen die Motoren ab 2010 zudem an jeweils vier Grand-Prix-Wochenenden zum Einsatz kommen. Gleichzeitig soll dadurch der Preis sinken, der von den Herstellern für die Versorgung unabhängiger Teams mit Motoren abgerufen wird. Auch dieser Punkt war ein Anliegen von Mosley.

3. Umsetzung/Zulieferer
Derzeit sind drei Komponenten-Hersteller bekannt, die in Zusammenarbeit an einem KERS-Konzept arbeiten:
-> Torotrak (Antriebsspezialist) http://www.torotrak.com
-> Xtrac (Getriebehersteller) http://www.xtrac.com
-> Flybrid Systems (Schwungrad) http://www.flybridsystems.com

Diese Firmen verfolgen das KERS-Konzept mit einer mechanischen Hochgeschwindigkeits-Schwungrad-Lösung (60.000 rpm), welche die Energie in Supercaps speichern soll. Der Energiefluss beim Bremsen und Beschleunigen erfolgt durch das CVT-Getriebe, welches auch das Schwungrad steuert. Die FIA hat die Energierückgewinnung auf 400kJ pro Runde definiert, welche dem Fahrer eine zusätzliche Leistung von 80 PS über einen Zeitraum von 6.67 Sekunden geben soll. Das Flybrid-Schwungrad hat einen ersten F1-Crashtest bereits bestanden (http://www.flybridsystems.com/Crashtest.html).

Gruß
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Beitragvon Toni » Mittwoch 19. März 2008, 16:23

Max Mosley hat bei der EET2008 sehr eindrucksvoll die neuen Zielsetzungen der F1 Technik präsentiert.
Hauptthema war, die ungeheure Ingenieurspower, die in dieser Klasse vorhanden ist, zu nutzen, um die Formel 1 wieder als Wegbereiter von sinnvollen Technologien, die dann in den PKW´s genutzt werden können, zurückzubringen.
Er meint daß z.B. es überhaupt keinen Sinn mehr macht, Drehzahlen jenseits von 20.000 Upm zu realisieren, vielmehr sollte eben zB. durch KERS regenerative Energien entwickelt werden in diesem Wettbewerb, die in sehr kurzer Zeit dann auch im herkömmlichen PKW Einzug finden könnten.

Ich finde die Idee gut, das Formel 1 Know-how und die Kapazitäten dort für diese Dinge anzuzapfen.

lg
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Beitragvon Markus » Mittwoch 19. März 2008, 23:54

Mosley erntet zwar sehr viel Kritik aus den eigenen Reihen, weil beispielsweise der Anteil der Energierückgewinnung bei diesem System viel zu niedrig sei und die technische Herausforderung fehle, da wahrscheinlich alle oder die meisten Teams das gleiche System einsetzen werden und damit das Ganze eher zum Anhängsel wird. Die Freiheiten der Teams zur Realisierung sollte größer sein, vielleicht war dies aber beabsichtigt, damit nächstes Jahr nicht Toyota jedes Rennen gewinnen würde. :D

Man darf gespannt sein, ob sich die Lösung mit dem Schwungrad wirklich durchsetzen wird, oder andere Konzepte das Rennen machen werden.

Ich sehe das nicht so schwarz wie die Kritiker, es ist allemal besser als gar nichts und ein Schritt in die richtige Richtung. Zudem wird in manchen anderen Bereichen der F1 das Geld sicherlich deutlich sinnloser ausgegeben.

Gruß
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Re: Kinetic Energy Recovery Systems (KERS) ab 2009

Beitragvon schorsch » Samstag 27. März 2010, 20:08

Das hört sich doch mal richtig interessant an. Die Frage ist nur ob die Richtung wirklich zu 100% richtig ist. Vielleicht sollte auch ein Augenmerk auf Kosteneinsparungen in der Produktion gelegt werden, um die Produkte zun einem faireren Preis anbieten zu können.
schorsch
 
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