Umrüster auf E-Fahrzeuge rüsten auf – Marktsegment E-Tuning etabliert sich

Elektroautos

BEA-tricks Smart im EMV-Test (Bild: boro-media.de) Das Marktsegment Tuning/Umrüstung etabliert sich inzwischen auch bei E-Mobilen: Professionelle Autowerkstätten e-mobilisieren ihr Handwerk, indem fachgerechte Aus- und Umbauten die vorhandenen Elektro-Serienangebote weiter verbessern oder Verbrenner-Serien zu einer ökologischeren Nutzung „entgiftet“ werden. Am Beispiel zweier Anbieter von Optimierungslösungen angestammter Serienfahrzeuge zeigt sich die Etablierung einer lautlosen und immer ökologisch-bewussteren Fachkompetenz, die man sonst nur aus Sound-, Chip- und Spoiler-Tuning her kennt: BEA-tricks in Bochum bspw. für die Smart-Elektrifizierung und Hiendlmayr in Kirchdorf am Inn z.B. für Tuning bei Tazzari oder e-City und Multi-Truck von Mega. Ein Markt entsteht in einer Nische, bevor die angestammten, deutschen Autohersteller mit Lösungen aufwarten. Verkehrte Welt möchte man meinen, zeigt es doch dass Nachfrage vorhanden ist und Kompetenzaufbau und unternehmerisches Risiko für Innovationen wieder einmal mehr in Klein- und Mittelunternehmen stattfindet und ganz ohne Förderung auskommt!

Die Bochumer Firma BEA-tricks (Wattgehtab berichtete bereits) verkauft seit zwei Jahren passgenaue Umbausätze und mittlerweile auch komplett elektrifizierte Smart Fortwo –zunächst bis Baureihe 2007, weitere der aktuellen Baureihe 451 werden folgen. Die Lithium-Ionen-Batterie im Unterboden des Fahrzeugs garantieren eine lange Lebensdauer. 100.000 km Laufleistung versprechen die findigen Ingenieure der innovativen Autoschmiede. Das kleine Start-up expandiert und startet durch, bezog dank eines engagierten Investors neue Werkstatt- und Büroräume in Herne. Auf 220 qm Fläche residieren die 10 Mitarbeiter jetzt an der Heerstraße 45. Zur festlichen Eröffnung der Niederlassung im Juli überbrachte Wirtschaftsdezernent Dr. Joachim Grollmann die Willkommensgrüße des Herner Oberbürgermeisters: „Innovativer als hier geht es nicht! Es ist ein mutiger Schritt, den diese Firma beschreitet“, lobte er das Engagement von BEA-tricks.

Elektro-Smart nach Umbau durch BEA-tricks (Bild: boro-media.de) Einer der zuverlässigen Elektro-Smartis von BEA-tricks nimmt am Zero Emission Race WAVE von Louis Palmer teil, das vom 11. bis 25. September stattfindet. Start der 15-tägigen World Advanced Vehicle Expedition durch acht Staaten ist am 11. September in Paris, das Ziel in Prag soll nach 2900 elektrisierenden Kilometern am 25. September in Prag erreicht werden.

Neben der Werkstatt mit Hebebühne, Lagerraum für die wichtigsten Ersatzteile und modernen Büros zählt natürlich auch eine Ladestation zum zeitgemäßen Service für Elektrofahrer. Unter dem großzügigen Vordach befindet sich eine Ladestation von „Park & Charge“, dem in Europa führenden, preisgünstigsten und verbraucherfreundlichsten Vignettensystem (der Strom für Verbraucher ist stets kostenlos) für die externe Ladestromversorgung. Ein TÜV-zugelassener Smart kostet bei BEA-tricks je nach Ausstattung ab 20.000 bis zu 25.000 Euro. Der Preis eines kompletten Umrüst-Kits für ein vorhandenes Fahrzeug nur knapp 15.000 Euro. Der Großserien-Hersteller Mercedes-Benz hingegen lässt Minister Probe fahren, bietet den beliebten Flitzer Smart ED bestenfalls ab 2011 zum Kauf an. Und falls er denn kommt, wird er Schätzungen zufolge ca. 30.000 Euro kosten oder nur im Leasing zu haben sein.

Als weiteres Beispiel sei das Autocenter Hiendlmayer aus Kirchdorf am Inn genannt. KFZ-Enthusiast und strategischer Kopf Mike Hiendlmayer bietet im E-Mobilitätssegment bereits seit einigen Jahren Tuning- bzw. Optimierungs-Leistungen zu derzeit erhältlichen E-Fahrzeugserien wie von Mega (Frankreich) oder Tazzari (Italien) an. Immer wieder werden die Umbauten auf anspruchsvollen Rallyes wie bspw. der e-miglia 2010 und 2011 ausgiebigen Tests unterzogen. Neu ist derzeit bspw. der Umbau für "Mega Van" und "e-City" Fahrzeuge auf LiFepo4: Der Umbau ist in Versionen mit Reichweiten von 70 Km mit 9KW/H, 90 km mit 11,5 KW/H, 120 km mit 14,5 KW/H und 150km mit 20,2 KW/H möglich. Es wird ein eigens dafür getestetes BMS der Firma Axxellon verwendet, mit zusätzlichem Display und je nach Kundenwunsch ein 220 Volt oder ein 400 Volt Ladegerät angepasst. Die Ladegeräte können auch kombiniert verbaut werden und je nach Anschluss ans Stromnetz aktiviert werden. Somit sind inzwischen Ladezeiten von 1,5 Std bei 400 Volt und 150km Version möglich. Der Batteriekasten wird aus Edelstahl gefertigt und beinhaltet auch eine Batterieheizung. Der Umbau dauert ca. 4 Tage für die Fahrzeuge und liegt zwischen 6.000 und 19.000 Euro je nach gewünschter Akkukapazität und Ladegerät.

Des Weiteren bietet sich für "Tazzari" Fahrzeuge die Möglichkeit ein zweites Ladegerät zu installieren um die Ladezeiten der Fahrzeuge zu reduzieren. Das Original Ladegerät zieht nur ca. 10A aus dem Netz Anschluss und kann die zusätzlichen 5-6A nutzen oder so programmiert werden, dass es an einen eigens abgesicherten Anschluss 15 A Stromaufnahme hat. In naher Zukunft wird es auch ein 400-Volt-Ladegerät geben das preislich deutlich unter den von "Tazzari" original angebotenen Systemen liegt.

Hiendlmayer gilt damit bereits zu den Pionieren über Wartung und Kundenservice für Elektrofahrzeuge hinaus und erarbeitet sich über die Optimierung derzeitiger Nischenfahrzeuge früh Expertise als fachkompetente E-Mobility- und E-Tuning-Werkstatt im Hochvoltbereich weit über die Inn-Region hinaus.

Ähnlich vielversprechend lesen sich die technischen Daten zu oben erwähntem E-Smart aus Bochum:

Verwendeter Batterie-Pack des BEA-tricks Smart (Bild: boro-media.de) Motor: Elektro, 25 kw/34 PS

Drehmoment: 120 Nm max.

Beschleunigung: 0-50 km/h 6 Sek.

Spitze: 100 km/h

Verbrauch: 11 kWh/100 km

Stromkosten (aktuell): 2,20 Euro/100 km

CO2: 0 g/km (100 % erneuerbare Energie)

53,1 g/100 km (üblicher Energiemix)

Reichweite: 120 km

Preis: ab 19.950 Euro.

„Wir arbeiten ohne staatliche Subventionsmillionen, aber dafür mit Elan. Die ständigen Verbesserungen fliessen in die Produktion ein“, erläutert Dipl.-Ing. Daniel Sperling (34). Der aktuelle 25 kW starke Induktionsmotor verfügt über Kühlrippen und ein Gebläse zur verschleißfreien Luftkühlung. Auf ein anfälliges Wasserkühlsystem für den Akku wird bewusst verzichtet. Die Motorsteuerung wurde weiter optimiert – der klimafreundliche Cityflitzer beschleunigt nun noch sanfter, wie eine S-Bahn modernster Art. Der auch rallyebewährte Zweisitzer mit seiner 18 kW-Lithium-Ionen-Batterie erfüllt inzwischen die europäische Richtlinie über die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV). Der aufwendige EMV-Test für den Smart Typ 450, der bei einer namhaften Fachorganisation durchgeführt wurde, bestätigt sogar die deutliche Unterschreitung der vorgeschriebenen Grenzwerte für elektromagnetische Störungen. „Das Ladedisplay ist und in Zukunft wollen wir eine Eco-Anzeige in die Instrumententafel integrieren“, kündigt der umtriebige Konstrukteur an.

Warum fördert die Bundesregierung nicht den Verkauf von E-Fahrzeugen, sondern unterstützt die heimischen Konzerne der Autoindustrie und Batterieforschung? Weil Deutschland mit seiner Lobby-Politik aus Großindustrie der klimafreundlichen Mobilitäts-Innovation nachhinkt, bremst und den Start verschlafen hat - offen sagen wird das natürlich niemand, erkennen tun es alle. Weitaus schlimmer: Die französischen Hersteller (Peugeot Ion, Citroen C-Zero, Renault-Fluence, -Twizzy und -Kangoo) und die Japaner (Toyota-Hybride, Mitsubishi I-Miev) sind schon auf der Zielgeraden. Daher wird es in Deutschland auf absehbare Zeit keine Kaufprämie wie bspw. im Nachbarland Frankreich geben (5000 Euro beim Kauf eines Elektroautos) – solange bis  irgendwann in naher Zukunft auch elektrische Audi, VW, Mercedes-Benz und BMW verkauft werden.

Aber es gibt doch 10 Jahre lang Steuerbefreiung für E-Autos, mag man positiv herausstreichen. Wie sieht das am Beispiel des Elektroflitzers made by BEA-tricks aus? Der elektrische Smart kostet bisher satte 41 Euro Kfz-Steuer im Jahr. Diese großzügige Förderung summiert sich auf 410 Euro Einsparung in zehn Jahren. Trotzdem stehen Kaufinteressierte Schlange, weil die Lösungskonzepte der kleinen, risikofreudigen Innovationsschmieden dennoch passen und vor allem funktionieren: „Wir lassen uns nicht entmutigen, denn wir sind auf dem richtigen Weg. Unsere Flitzer rollen bei Stadtwerken, Elektronikherstellern und Kreishandwerkerschaften genauso wie im täglichen Einsatz begeisterter Autofahrerinnen und Autofahrer“, freut sich BEA-tricks-Chef Daniel Sperling.

(tb/wattgehtab.com)


Kommentare 

 
+1 #8 PeWi 2013-04-19 14:06
zitiere arsch:
zitiere arsch:
Warum gibt es keinen Wasserstoff-Brennstoffzelle nbausatz ???
Das wäre das bessere Elektroauto.
Oder ist die Öllobby und Energiekonzernl obby noch zu Groß?

Batteriemiete, die nächste Abzocke.

so kommentiert man wenn man keine Ahnung hat
Zitieren
 
 
-2 #7 arsch 2013-04-15 19:51
zitiere arsch:
Warum gibt es keinen Wasserstoff-Brennstoffzelle nbausatz ???
Das wäre das bessere Elektroauto.
Oder ist die Öllobby und Energiekonzernl obby noch zu Groß?

Batteriemiete, die nächste Abzocke.
Zitieren
 
 
0 #6 arsch 2013-04-15 19:48
Warum gibt es keinen Wasserstoff-Brennstoffzelle nbausatz ???
Das wäre das bessere Elektroauto.
Oder ist die Öllobby und Energiekonzernl obby noch zu Groß?
Zitieren
 
 
0 #5 2012-09-27 21:50
Ich habe gerade einen Bausatz von Bea-tricks in einen Smart Roadster einbauen lassen und die ersten 500km puren Fahrspass hinter mir ...Bilder des Einbaus auf der Seite von Autohaus Voss in Darfeld ....
Zitieren
 
 
0 #4 2012-09-20 23:19
Polnisches Firma EVC baut 2000 Elektro-taxis (Ford Mondeo) für Warschau um. Projekt Name: Ecocar System.
Mehr info: oder +48-783-393-393 (Englisch, Deutsch)
Zitieren
 
 
+1 #3 2012-03-11 14:19
Bea-tricks liefert funftionierende Elektrofahrzeug e für gutes Geld.
Das geht aber alles noch besser.
Schaut doch mal bei der E-CAR-TECH GmbH vorbei.
Qualitativ hochwertig, auf aktuellem technischen Stand und preiswert.
www.e-car-tech.de
http://www.youtube.com/watch?v=xPk611tLI28
Zitieren
 
 
+2 #2 2011-08-22 11:00
Verrückte Welt: Man kauft Autos mit Verbrennungsmot or um es gewinnbringend mit Elektroantrieb umzurüsten und findet einen Markt dafür!

Man hat vor einigen Jahren den Kauf von Kleinwagen staatlich gefördert und gemerkt, dass die Gewinner dieser Subvention ausländische Hersteller waren. Obwohl man trotzallem die Ausgaben mit den Einahmen der Mehrwertsteuer gegenrechnen konnte. Mit dem Kauf von Elektroautos würde es sich ähnlich verhalten. Deswegen ist der Staat bis heute zögerlich - bis deutsche Hersteller endlich soweit sind.
Zitieren
 
 
+3 #1 2011-08-19 16:17
die Preise sehen doch schon viel besser für einen Umbau aus als noch vor 6 Monaten.

Den Unternehmen alles Gute und viele neue Kunden.
Zitieren
 

Kommentar schreiben

Wattgehtab ermuntert seine Leser ausdrücklich, Artikel zu kommentieren. Im Interesse aller User behalten wir uns vor, veröffentlichte Kommentare zu prüfen und gegebenenfalls zu editieren oder zu löschen. Besonderen Wert legen wir ferner auf einen sachlichen Stil der Kommentare und den Respekt vor anderen Meinungen. Danke für die Beachtung. Ihr Wattgehtab-Team


Sicherheitscode
Aktualisieren

Lesen Sie auch:

Neueste Kommentare