Tesla präsentiert Model S

Elektroautos

tesla-model-s-march09-side Der kalifornische Elektroautobauer Tesla Motors veröffentlicht erste Bilder zum Familien-Tesla mit dem Namen "Model S". Die Elektro-Limousine soll ab 2011 ausgeliefert werden. Das Fahrzeug bietet Platz für fünf Personen und verspricht Fahrleistungen auf dem sportlichen Niveau des Roadsters.

Der Preis soll bei knapp 50.000 US-Dollar liegen. Die Reichweite wir je nach gewähltem Batterie-Pack mit bis zu 480 Kilometern angegeben. Der Li-Ion-Akku soll innerhalb von 45 Minuten wieder aufgeladen werden können. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 210 km/h (130 mph) abgeregelt.

Das Modell S mit eingebautem Ladegerät kann an jeder Steckdose mit 120, 240 oder 480 Volt Spannung aufgeladen werden. Im letzteren Fall dauert das Aufladen nur gerade 45 Minuten. "Indem Autofahrer die Aufladevorgänge mit dem Einnehmen von Mahlzeiten verbinden, brauchen sie für eine Fahrt von Los Angeles nach New York ungefähr gleich lang wie mit einem benzinbetriebenen Auto. Außerdem kann der im Fahrzeugboden eingebaute Akkumulator schneller ausgewechselt werden, als man für eine Tankfüllung braucht, was die Einrichtung von Akkuwechselstationen ermöglicht", erklärte das Unternehmen in einer gestern veröffentlichten Mitteilung.

Da auch der Antriebsstrang in den Fahrzeugboden eingebaut ist und der Bereich unter der Frontklappe so zu einem zweiten Kofferraum wird, erhält man viel Platz für Gepäck. Weil das Modell S zudem über einen rückwärtigen Kofferraum mit viergelenkiger Heckklappe und über Rücksitze verfügt, die sich flach umklappen lassen, können ein 50-Zoll-Fernseher, ein Mountainbike und ein Surfbrett gleichzeitig transportiert werden. Dank dieser effizienten Lösung bietet das Modell S mehr Stauraum als die meisten SUVs und alle anderen Limousinen auf dem Markt. 

"Das Modell S macht keine Abstriche in Bezug auf Leistung, Effizienz und Nützlichkeit – Sie brauchen gar kein anderes Auto mehr“, sagte der CEO, Chairman und Fahrzeugarchitekt von Tesla, Elon Musk. "Tesla ist kompromisslos, wenn es darum geht, die Kosten für Elektroautotechnik herunterzufahren, und dies ist nur das erste von vielen Serienfahrzeugen, die wir entwickeln." 

Bei Tesla erwartet man, dass Ende 2011 mit der Produktion des Modells S begonnen werden kann. Das Unternehmen geht davon aus, dass es im Rahmen des Advanced Technology Vehicles Manufacturing Program des Energieministeriums demnächst einen staatlichen Kredit in Höhe von 350 Millionen US-Dollar für den Bau eines Montagewerks für das Modell S in Kalifornien erhalten wird. 

Tesla ist der einzige Fahrzeughersteller, der in Nordamerika und Europa bereits straßentaugliche Elektroautos verkauft. Der Roadster, der in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt, überflügelt fast alle Sportwagen in seiner Klasse, hat aber eine sechsmal bessere Energieeffizienz als die Spritfresser und eine Reichweite von über 390 Kilometern pro Aufladung. Tesla hat bereits knapp 300 Roadster ausgeliefert, und beinahe 1000 weitere Kunden sind auf der Warteliste.

 

 

Elektrofahrzeuge benötigen keine regelmäßigen Ölwechsel und bestehen aus weitaus weniger beweglichen (und störungsanfälligen) Teilen als Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor. Die Fahrtkosten mit dem Modell S belaufen sich auf ungefähr 5 US-Dollar für 370 Kilometer. 

Der Basispreis für das Modell S beträgt voraussichtlich 49.900 US-Dollar, nach einer Steuergutschrift von 7500 US-Dollar. Preise für Sonderausstattungen wurden vom Unternehmen noch nicht festgelegt. Die drei zur Auswahl stehenden Akkumulatoren bieten eine Reichweite von 250, 370 oder 480 Kilometern pro Aufladung. 

„Das Modell S kostet halb so viel wie ein Roadster und bietet einen besseren Wert als viele billigere Autos“, sagte Musk. „Wenn man ein Leasing in Betracht zieht und die Betriebskosten einrechnet, die bei den tieferen Strompreisen gegenüber einem wahrscheinlichen zukünftigen Benzinpreis von 1,05 US-Dollar pro Liter anfallen, kommt man auf einen ähnlichen Betrag wie für ein Benzinauto mit einem Verkaufspreis von 35.000 Dollar. Ich bin davon überzeugt, dass sich kluge Kunden für dieses Auto entscheiden werden.“ 

Das Standardmodell beschleunigt von 0 auf 100 km/h in weniger als sechs Sekunden und wird eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h aufweisen. Sportversionen werden voraussichtlich in weitaus weniger als fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen können. Ein Einganggetriebe bietet mühelose Beschleunigung und ansprechendes Handling. Dank einem 17-Zoll-Tastbildschirm mit UMTS-Konnektivität können Fahrer und Passagiere Internetradio hören, ihr Ziel auf Google Maps suchen oder den Ladezustand von ihrem iPhone oder Laptop aus überprüfen. 

Anmeldungen nimmt Tesla online und in Ausstellungsräumen in Kalifornien entgegen. In diesem Frühjahr eröffnet Tesla ein Verkaufsgeschäft in Chicago und plant im Verlauf des Jahres weitere Eröffnungen in London, New York, Miami, Seattle, Washington und München.

(mp/wattgehtab.com)

 


Kommentare 

 
0 #3 2009-04-03 13:29
Das ist ja keine Konkurrenz zum Ford Mondeo sondern spricht eher Leute an die auch über einen Mercedes CLS nachdenken - da passt der Preis schon.
Sämtliche Hersteller sind gerade wild am E-Auto dran und wenn Tesla so eine Limousine auf dem Markt hat kann man sich nicht mehr rausreden, dass so etwas heute nicht technisch machbar wäre - dass dürfte schon erinen gewissen Druck verursachen - auch wenn der Tesla Akku mit den tausenden Einzelzellen nicht gerade eine elegante Lösung ist die wohl nicht den Weg in einen Großserien-Mercedes finden wird.

Natürlich ist das kein Auto für die breite Masse und Tesla kann momentan auch nicht mit Großserien dienen - aber wenn wir bedenken, dass die noch nicht mal vor einem Jahr erst mit der Produktion begonnen haben und erstmal ihre Entwicklungskos ten irgendwie wieder reinholen müssen sollten wir da auch nicht zu viel erwarten.

Die Preispolitik finde ich auch sehr dreist (macht Vectrix ja genauso) - die scheinen sich das aber durch die starke Nachfrage erlauben zu können und das EU-Modell soll aber zumindest auch eine bessere Ausstattung mitbringen.
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0 #2 2009-04-03 12:49
Seh ich anders. Der Tesla Roadster kostet in den USA etwa 100.000 Dollar, das wären etwa 74.000 Euro. Tatsächlich kostet er in Europa 120.000 Euro, also etwa 60% mehr. Bei ähnlicher Kalkulation würde das Model S etwa 78.000 Euro (nicht nur auf die 49.900 $ schauen, da sind schon 7500 $ Steuergutschrif t berücksichtigt die es in Europa nicht gibt) kosten, also kein Auto für die Masse. Ausserdem dürfte es sich dabei nicht um das Modell mit mit 480 km Reichweite handeln, sondern um das Einstiegsmodell mit 250 km Reichweite. Abgesehen davon ist Tesla nicht als Hersteller bekannt, der Grossserien baut.
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0 #1 Christian Müller 2009-03-28 20:26
Das dürfte andere in Handlungszwang bringen.
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