Ein aktueller Test vom TÜV Süd in Zusammenarbeit mit dem Automobilmagazin auto motor und sport zeigt, welche Einflüsse kalte Temperaturen und der Einsatz der Heizung auf die Reichweite von Elektrofahrzeuge haben können.
Dabei wurden der Fiat 500 Karabag, der Mitsubishi i-MiEV, die Mia und der Smart electric drive auf die maximale Reichweite bei Minusgraden überprüft. Die Messwerte, die erst bei 23 Grad und dann bei -7 Grad ermittelt wurden, unterscheiden sich sehr deutlich. Die Reichweite des i-MiEV verringerte sich im Test um 43 Prozent von 113 auf 64 Kilometer und ähnlich hoch war die Veränderung auch beim Smart, bei dem der Wert um 47 Prozent von 159 auf eine Reichweite von 84 Kilometer abfiel.
Wie kommt es zu diesen großen Unterschieden?
Die anderen beiden Testkandidaten zeigen es sehr deutlich: Es macht einen deutlichen Unterschied, ob eine elektrische Heizung eingeschaltet ist oder nicht. So verringerte sich die Reichweite des Fiat 500 Karabag, ausgestattet mit einer benzinbetriebenen Heizung, um nur 20 Prozent von 132 auf 105 Kilometer. Der Prototyp der Mia, der im Test über keine funktionstüchtige Heizung verfügte, bußte nur 7 Prozent seiner Reichweite von 100 Kilometer ein und schaffte es in der -7 Grad kalten Testumgebung noch 93 Kilometer weit.
Die elektrischen Heizungen in Elektrofahrzeugen haben eine Leistungsaufnahme von bis zu 5 kW. Einmal angenommen die Heizung würde eine Stunde lang bei voller Leistung heizen, so hätte man bereits 5 kWh der Batteriekapazität verbraucht, die nicht mehr für den Antrieb des Autos zu Verfügung stünden. Betrachtet man die Gesamtkapazität der Smart-Batterie von 14 kWh, erkennt man schnell, dass in dieser Beispielrechnung bereits mehr als ein Drittel der Kapazität für das Heizen verbraucht worden wäre.
Wattgehtab wollte es genau wissen und deshalb haben wir den Smart electric drive diese Woche im winterlichen Berlin auf die Probe gestellt:
Es herrschen ideale Bedingungen für unseren Praxistest, als wir den Elektro-Smart an einer der Berliner DB Carsharing-Station abholen. Es sind eisige -7 Grad und die Straßen Berlins sind verschneit. Der sogenannte e-Flinkster hängt an einer ganz normalen Steckdose im Bahnhofsparkhaus und die Anzeige auf dem Armaturenbrett verrät uns: die Batterie ist voll. Für 24 Stunden haben wir den Elektrokleinwagen gemietet.
Es macht Spaß mit dem Smart im Schnee, so dass wir die permanent verfügbaren 120 Nm Drehmoment und die Spitzenleistung von 30 kW bei jedem Ampelstart nur zu gerne in Anspruch nehmen.
Sowieso ist der E-Smart ein tolles Auto für die Berliner Innenstadt. Sehr wendig, ausreichend spritzig und dank des dichten Ladesäulennetzes finden wir fast überall kostenfreie Lade-Parkplätze in bester Lage. Insgesamt laden wir so während unseres Testtages etwa 3 kWh Strom in die Batterie.
Die Außentemperatur klettert nie über -3 Grad, die Heizung ist stets eingeschaltet und fast immer sind wir zu zweit unterwegs. Dazu kommt starkes Schneetreiben, so dass die elektronische Anfahrhilfe, die Beleuchtung und Scheibenwischer im Dauereinsatz sind.
Insgesamt sind wir 78 Kilometer gefahren, als wir den Wagen einen Tag später mit einer Restbatteriekapazität von 5 Prozent wieder abstellen. Dieser Wert bestätigt die ermittelten Werte vom TÜV Süd in der Praxis.
Trotz alledem sind Elektroautos um ein vielfaches effizienter als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren und das auch im Winter. Hier eine Beispielrechnung: Der Smart mhd mit Dreizylinder-Benzinmotor verbraucht im Mittel 6,1 Liter Superbenzin (laut www.spritmonitor.de). Das entspricht im Energieäquivalent etwa einem Verbrauch von 54 kWh auf 100 Kilometer. Hochgerechnet auf 100 Kilometer hatte unser Smart electric drive inklusive Heizung im Praxistext jedoch gerade einmal 20 kWh verbraucht. Lediglich die geringe Energiedichte der Batterien im Vergleich mit dem Energieträger Diesel- oder Benzinkraftstoff schränkt die Reichweite von heutigen Elektrofahrzeugen noch ein.
Doch wie kann man nun der Diskrepanz bei der Reichweite begegnen, wie sie bei dem aktuellen Vergleich des TÜV Süd und der AMS aufgetreten ist?
Einerseits könnte die Effizienz des Heizens zukünftig erhöht werden, indem nicht der gesamte Fahrzeuginnenraum beheizt wird, sondern gezielt nur das Lenkrad, die Sitze, etc. Außerdem wird es Fortschritte in der Batterieentwicklung geben müssen, so dass die Batterien unempfindlicher gegenüber Temperaturschwankungen werden. Zudem ist es beim Smart, und auch bei anderen Serienelektroautos wie dem Chevrolet Volt oder dem Nissan Leaf möglich, ähnlich wie bei einer Standheizung den Innenraum zu klimatisieren, bevor man losfährt und das Fahrzeug noch mit dem Stromnetz verbunden ist.
Doch egal welche Maßnahmen die Reichweite von Elektrofahrzeugen verbessern werden, letztendlich wird der Fahrer die kürzeren Reichweiten von Elektrofahrzeugen nur dann akzeptieren, wenn er sich auf die Angaben verlassen kann.
(mk/wattgehtab.com)
Was der eigentliche Wahnsinn ist:
ein Verbrenner mit 50 Kw setzt davon nur
16 Kw in Vortrieb um das heißt wir gönnen uns momentan im Auto eine 32 Kw Heizung,
die normalerweise locker ein
Zweifamilienhau s zu heizen vermag!
Wie kommt ihr eigentlich darauf dass elektro-autos energie sparen?
Ist doch gar nicht so.
Strom kommt ja nicht aus der Steckdose, oder?Sprit kommt ja auch nicht aus der Zapfsäule, oder?
Ich frage mich auch, wofür so ein Mini-Smart eine 5! kW Heizung braucht? [...] Passivhaus [...] 2 kW
Mit dem deutschen Strommix liegt der CO2 Ausstoß des Smart ED mit 20 kWh/100 km bei 115 g/km...