Genf 2009: Opel Ampera soll 2011 kommen

Elektroautos

opel_ampera_march2009_genf_front Am Montag (02. März 2009) feierte das Elektroauto Ampera seine Weltpremiere auf dem Genfer Automobilsalon. Am Opel-Stand gab man sich selbstbewusst, dass das Fahrzeug Ende 2011 in Produktion gehen soll. Preise zur Markteinführung wurden noch keine genannt. In Großbritannien wird der Ampera dann von der Opel-Schwestermarke Vauxhall als Rechtslenker angeboten.

Wie sein US-Bruder "Volt" ist der Ampera als Serienhybrid ausgelegt und basiert größtenteils auf dessen Komponenten. Die T-förmige 16-kWh-Lithium-Ionen-Batterie von LG Chem soll den Ampera bis zu 60 km (nach MVEG) rein elektrisch fahren lassen, danach über nimmt der eingebaute Range-Extender (kleiner Benzin/Bioethanol-Generator) die Versorgung des Elektromotors. „Reichweitenangst“ ade: Der Aktionsradius erhöht sich damit auf rund 500 km.

Der Ampera kann an jeder normalen 230-Volt-Steckdose aufgeladen werden. Daneben forscht GM Europe gemeinsam mit Energieversorgern, wie zum Beispiel der spanischen Iberdrola, an Konzepten für eine Infrastruktur zum Aufladen von Elektroautos.

Preise zur Markteinführung wurden noch keine genannt, nicht einmal eine grobe Größenordnung konnte man den Rüsselsheimern entlocken. Ein Opel-Standbetreuer ging jedoch mit unserer Aussage konform, dass der Ampera aus heutiger Sicht für beispielsweise 60.000 Euro zur Markteinführung immer noch ein Schnäppchen wäre. Mit diesen hohen Kosten für die Elektroantriebskomponenten - aufgrund der niedrigen Stückzahlen in der Anlaufphase - werden aber auch andere Hersteller zu kämpfen haben. Beispielsweise schlagen die Kosten für die Batterie mit derzeit bezifferten 600 US-Dollar/kWh für die Serie am meisten zu Buche, so ein Opel-Mitarbeiter in Genf. 

„Eine hochmoderne Lithium-Ionen-Batterie ist der Schlüssel, um den Ampera so verbrauchergerecht wie möglich zu machen“, so Hans Demant, Opel-Chef und GM Europe Vice President Engineering. „Die Ingenieure unseres Forschungs- und Entwicklungszentrums in Mainz-Kastel testen die Batterie rund um die Uhr 365 Tage im Jahr, um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen unserer Kunden gerecht wird.“

Den Batteriepack für den Ampera stellt GM in einer Lithium-Ionen-Produktionsanlage her, der ersten, die von einem der großen Automobilhersteller in den USA betrieben wird. Die mehr als 220 Lithium-Ionen-Zellen des T-förmigen Blocks sorgen für satte Leistung. Der äußerst geräuscharme Elektroantrieb liefert 370 Newtonmeter Drehmoment ab Stillstand, das entspricht 111 kW/150 PS. Er beschleunigt den Ampera in rund neun Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist auf eine Höchstgeschwindigkeit von 161 km/h ausgelegt.

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Der Ampera eignet sich ideal für die täglichen Fahrgewohnheiten der meisten europäischen Kunden. So sind beispielsweise 80 Prozent der deutschen Fahrer weniger als 50 Kilometer pro Tag unterwegs. Zudem glänzt er mit niedrigen Betriebskosten: Nach Opel-Schätzungen kostet ein elektrisch gefahrener Kilometer im Ampera bei den aktuellen Kraftstoffpreisen nur rund ein Fünftel im Vergleich zur Fahrt in einem konventionellen Benziner.

Voltec-Antrieb

„Voltec“ ist der Markenname für die Technologie, die das GM-Elektroauto mit verlängerter Reichweite (E-REV, extended-range electric vehicle) nutzt. Das Voltec-Elektro-Antriebssystem verfügt über einen T-förmigen Batterie-Block, eine 111 kW starke elektrische Antriebseinheit sowie einen Generator zur Stromerzeugung. 

Der Opel Ampera wird als E-REV bezeichnet – ein Konzept, das sich grundlegend von einem konventionellen Hybrid-Antrieb unterscheidet. Bei einem E-REV sorgt ausschließlich der Elektromotor für den Antrieb der Räder, während konventionelle Hybrid-Autos von einem Elektromotor, einem Benzin-Aggregat oder beiden gleichzeitig angetrieben werden.

(mp/wattgehtab.com)

 


Kommentare 

 
0 #4 Christian Müller 2009-03-09 19:27
Es hat ja eigentlich noch keiner was vom wirklichen Preis gesagt. Beim Volt hieß es ja erst >30.000$ - da schienen 25.000€ noch locker drin.
Die letzten Zahlen die ich sonst gehört hab lagen bei 35.000€.
Als Einzelstück gehts natürlich schnell auf einige Millionen - also ich würde mich da von den 60.000 nicht irre machen lassen. Vielleicht ist das auch nur Taktik damit uns 35.000€ dann später so billig vorkommt und damit noch Luft ist wenn man den Händler auf 29.999 runtergehandelt hat.

150 Elektro-PS dürften keinesfalls träge sein - das entspricht wahrscheinlich eher gefühlten 220 Benzin-PS. Der nutzbare Bereich ist einfach viel breiter.
Man bedenke da wie flott 50PS Kleinwagen sein können wenn man die durch fleißiges Schalten immer im optimalen Drehzahlbereich hält - es fühlt sich eben nur nach nichts an weil der Schub sofort zusammenbricht wenn man den Drehzahlbereich der Höchstleistung verlässt. Solche Probleme kennen Elektromotoren in der Form nicht - außerdem kann man ihnen kurzzeitig auch problemlos die doppelte oder noch weit mehr Leistung abverlangen (dann halt entsprechend kürzer) ohne dass der Motor Schaden nimmt.
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0 #3 Thomas Rossen 2009-03-09 18:36
Hallo zusammen,

erstmal muß ich Chris zustimmen, was die Geschwindigkeit betrifft. 161 Km/h reichen! Man kann solche Angaben auch nicht mit konventionellen Autos vergleichen! Ein "normales" Auto was normalerweise 161 fährt, beschleunigt schlecht, fährt am Berg noch viel langsamer und dürfte geräuscharm nur mit 130 zu bewegen sein. Der Ampera dürfte super beschleunigen und die 161 leise und souverän laufen, auch bergauf. So gesehen reicht das wirklich aus, warum muß ein normales Auto über 200 fahren können? In keinem Land der Welt außer Deutschland darf man die fahren, und der genannte Dacia schafft die auch nicht.

Der Preis ist aber wirklich zu hoch! Mit Innovationsbonu s würde ich so 35.000 taxieren. Vielleicht ein bischen mehr mit luxuriöser Ausstattung.

Mehr wird man dafür nicht nehmen können, wenn man das Auto in erwähnenswerten Stückzahlen verkaufen will und das muß man ja für eine Massenproduktio n.

Aber selbst wenn man so die ersten Jahre nicht den großen Gewinn einfährt, wird man bestimmt die Produktionskost en noch senken können, wärend sich die Akzeptanz und damit Nachfrage erhöht. So bekommt man auf Lang auch seine Entwicklungsgel der wieder. Das sollte man nicht erzwingen wollen durch zu hohe Startpreise. Wenn man mal schaut wieviele "Show-Cars" (Golf Twin-Drive z.b) manche Hersteller nur so für Messen oder Kleinserien zusammenbasteln wo man gar keine Entwicklungskos ten wiederbekommt, da ist eine langfristige Strategie auf jeden Fall lukrativer. :-)

Nette Grüße,
Thomas.
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0 #2 Christian Müller 2009-03-09 13:39
Als sehr zufriedener Opel-Kunde würde ich mich freuen wenn das mein nächster sein könnte. Über den Preis werden wir allerdings noch reden müssen...

Klar ist der Akku teuer - auch wenn das Konzept bewusst einen kleinen Akku wählt, um die Kosten gering zu halten.
Wie man auf 60.000€ kommen soll ist mir aber noch unklar.
Bei 16kwh und 600$/kWh komme ich aber auf 9600 US-$ - das sollten doch unter 8000€ sein. Der kleine Rangeexenter-Motor aus nem Corsa 1.0 kann ja nicht die Welt kosten - außerdem braucht er keine Kupplung, kein Getriebe, kann auf wenige Lastpunkte optimiert werden - und als Benziner kommt auch kein teurer Partikelfilter dazu.
Natürlich müssen da jetzt erstmal gigantische Entwicklungskos ten wieder reingeholt werden - aber wenn die drin sind müßten 30.000€ doch möglich sein - und wenn der Akku in einigen Jahren noch günstiger wird auch weniger.

Am Dacia kann man sich preislich nicht orientieren - das ist ne billige Klapperkiste aus einem Niedriglohnland - der Ampera dürfte von Größe und Verarbeitung dann ja eher auf Vectra-Niveau kommen.

Die 161 km/h sind nicht leistungsbeding t sondern ein Tribut an die Vernunft - der Energiebedarf/km steigt nahezu quadratisch in diesem Geschwindigkeit sbereich - und es gibt auch nicht viele Länder auf der Welt wo man 161km/h fahren darf.

Jetzt bitte noch die Technik in die Insignia-Karosse stecken und den Preis auf unter 30.000€ senken - das wird ein Verkaufsschlage r!
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0 #1 2009-03-08 21:12
60000 Euro für ein Auto das nur 161 km/h läuft? Das ist ein Witz, oder? Dann kaufe ich mir lieber für 10000 Euro einen Dacia mit etwas Sonderzubehör, und habe noch 50000 Euro für Sprit, was bei 6 Liter Verbrauch auf 100km und einem Durchschnittssp ritpreis von 1,50 Euro pro Liter für mehr als eine halbe Million Kilometer reicht.
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